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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
07. Februar 2017

Apotheker befürchten Schließungen durch Wettbewerb mit ausländischen Versandapotheken

Apotheker befürworten mit einer deutlichen Mehrheit ein Rx-Versandhandelsverbot. Durch die Aufhebung der Rx-Preisbindung für ausländische Versandapotheken befürchten Apotheker insbesondere vermehrte Apothekenschließungen. Das zeigt der aktuelle APOkix des IFH Köln. Die Konjunkturindizes steigen im Januar an. Wie stark der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln (Rx) die deutsche Apothekerschaft zurzeit beschäftigt, zeigen auch die Januar-Ergebnisse des APOkix, für den das IFH Köln rund 220 Apothekerleiterinnen und -leiter befragt hat.
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Im Oktober vergangenen Jahres hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, die deutsche Rx-Preisbindung verstoße gegen EU-Recht und gelte nicht für im Ausland ansässige Versandapotheken. Infolge dieses Urteils erwarten rund 72% der Befragten, dass mehr Apotheken schließen werden. Nicht verwunderlich ist daher, dass sich 95% der Apotheker für ein Verbot des Rx-Versandhandels, das aktuell diskutiert wird, aussprechen.

Apotheker bekräftigen Beratungsleistung vor Ort

Rund 63% der APOkix-Teilnehmer befürchten zudem, dass der Stellenwert des Arzneimittels in der Bevölkerung sinkt, wenn verschreibungspflichtige Medikamente bei Versandapotheken rabattiert bestellt werden können. Die Apotheker betonen einstimmig (99%), die unmittelbare persönliche Verantwortung der freiberuflich tätigen Apothekerinnen und Apotheker sei ein Garant dafür, dass Patienten kompetent sowie vertrauensvoll beraten und versorgt werden.

Blick in die Zukunft wird optimistischer

Der Index für die erwartete Geschäftsentwicklung steigt im Januar erkennbar auf 56,9 Punkte an. Dennoch liegt der Wert weiterhin deutlich unter der neutralen 100-Punkte-Grenze, die für eine ausgeglichene Stimmung unter den APOkix-Teilnehmern steht. So geht auch weiterhin die Mehrheit der Befragten (54%) davon aus, dass sich ihr Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten negativ entwickelt. Der Anteil der Apotheker, die eine stabile Geschäftsentwicklung erwarten, ist im Vergleich zum Vormonat jedoch um knapp neun Prozentpunkte auf 36% gestiegen.

Auch der Index für die aktuelle Geschäftslage steigt an und erreicht einen Wert von 91,7 Punkten. Das entspricht einem Plus von 8,4 Punkten im Vergleich zum Vorjahr. Knapp 46% der APOkix-Teilnehmer beurteilen die derzeitige Lage neutral. Jeder vierte Befragte gibt eine positive und nahezu jeder Dritte eine negative Bewertung ab.

 
Auswirkungen des EuGH-Urteils, dass die deutsche Rx-Preisbindung gegen EU-Recht verstoße


Die wichtigsten Zahlen im Überblick
  • 72,2% der Befragten erwarten infolge des EuGH-Urteils zum Rx-Versandhandel, dass sich die Anzahl der Apothekenschließungen erhöht.
  • 95,0% der Befragten befürworten ein Verbot von verschreibungspflichtigen Medikamenten für den Versandhandel.
  • 62,8% der Befragten erwarten infolge des EuGH-Urteils zum Rx-Versandhandel, dass der Stellenwert des Arzneimittels aus Sicht der Bevölkerung sinkt.
  • Der Konjunkturindex für die aktuelle Geschäftslage steigt im Januar auf 91,7 Punkte.
  • Der Konjunkturindex für die erwartete Geschäftsentwicklung steigt im Januar auf 56,9 Punkte.

Quelle: IFH Institut für Handelsforschung GmbH


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