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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
22. Juli 2013

Ambulante spezialfachärztliche Versorgung: Niedergelassene Krebsspezialisten sind in den Startblöcken

Niedergelassene Krebsspezialisten werden die ersten Fachärzte sein, die Patienten im Rahmen der neu eingeführten Versorgungsform der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) behandeln. Der Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland - BNHO e. V. bereitet seine Mitglieder mit Hochdruck auf diese Zeitenwende vor. Rund 100 niedergelassene Krebsspezialisten haben sich jetzt bei einem BNHO-Workshop in Frankfurt über den aktuellen Stand der Diskussion und über die konkrete Ausgestaltung der G-BA-Richtlinie zur ASV informiert. Damit sind sie optimal vorbereitet, wenn die ASV voraussichtlich Anfang 2014 startet.

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Aktuell herrscht bei vielen niedergelassenen Krebsspezialisten im Zusammenhang mit der ASV noch Verunsicherung. Hintergrund sind unter anderem die ersten Entwürfe der G-BA-Richtlinie zur ASV. Der BNHO begrüßt tendenziell die meisten Formulierungen der Richtlinie. Trotz der Berücksichtigung einiger BNHO Vorschläge wird die endgültige Bewertung sehr von der Ausformulierung der Anlagen abhängen. "Die Veränderungen, die wir in den letzten Monaten erreicht haben, stimmen mich verhalten positiv. Die ASV hat das Potenzial, ein wichtiger Eckpfeiler der Krebsversorgung in Deutschland zu werden. Sie kann dafür sorgen, dass ambulante Krebsspezialisten in einen fairen Wettbewerb mit den Kliniken eintreten", betont der BNHO-Vorsitzende PD Dr. Stephan Schmitz.

Konkrete Handlungsanweisungen statt allgemeiner Statements

Wie groß das Interesse der niedergelassenen Krebsspezialisten an der ASV ist, belegt die rege Beteiligung am ersten BNHO-Workshop zu diesem Thema. Das Referententeam, das sich aus dem Vorsitzenden PD Dr. Stephan Schmitz, seinem Stellvertreter Dr. Jochen Heymanns und dem Geschäftsführer Armin Goetzenich zusammensetzte, stand dabei Rede und Antwort. Bei dem Workshop in Frankfurt hatten die BNHO-Mitglieder die Gelegenheit, sich über den Stand der Dinge bezüglich der ASV zu informieren. Sie erhielten außerdem praxisnahe Handlungsanleitungen, konnten aber auch Unsicherheiten gemeinsam mit ihren Kollegen intensiv diskutieren.

Dabei standen wichtige Fragen auf dem Programm: Wie können bereits bestehende erfolgreiche Kooperationen in die ASV integriert werden? Was muss bei der Koordination des Behandlungsablaufs beachtet werden? Welche Anforderungen muss das Kernteam in Praxis und Klinik erfüllen, und wie ist die Regelung, wenn sich kein Kooperationspartner findet? "Der BNHO bietet das ideale Forum, um solche Fragen zu diskutieren und die niedergelassenen Hämatologen und Onkologen auf die ASV vorzubereiten. Durch die kontinuierliche Begleitung während der Entwicklung der ASV und unseren Kontakt zu den Entscheidungsträgern können wir sowohl über praktische als auch über rechtliche Fragestellungen im Zusammenhang mit der ASV kompetent und aus erster Hand informieren", so Schmitz.

ASV muss für alle niedergelassenen Krebsspezialisten attraktiv sein

Die Resonanz der Mitglieder auf den ersten BNHO-Workshop zur ASV war sehr positiv. Der BNHO plant daher einen weiteren Workshop dieser Art im November. Bis zu diesem Zeitpunkt dürften dann auch bereits einige Informationen zu den Anlagen der GBA-Richtlinie vorliegen, die derzeit noch konkretisiert werden. In diesen Anlagen werden unter anderem die schweren Verlaufsformen von Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen definiert. Entsprechend wird der Workshop im November seinen Fokus vor allem auf die ersten definierten Krankheitsbilder und deren konkrete Umsetzung anhand von Blaupausen und Musterverträgen setzen. Hierbei wird der BNHO auch externe Experten hinzuziehen.

"Von der Konkretisierung der Anlagen zur G-BA Richtlinie wird die Attraktivität der ASV für niedergelassene Krebsspezialisten ganz wesentlich abhängen. Entsprechend intensiv engagiert sich der BNHO in diesem Bereich", so Schmitz. "Wir wollen erreichen, dass die ASV nicht nur für Kollegen mit Schwerpunktpraxen in ländlichen Regionen attraktiv ist, sondern auch für Kollegen in Gebieten, in denen der Wettbewerb mit den Krankenhäusern ausgeprägter ist."

Quelle: BNHO e.V.


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