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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
13. September 2012

AFO: „'Honorarerhöhung' eine demagogische Fehlinformation “

Der Honorarstreit zwischen Medizinern und Krankenkassen schlägt hohe Wellen und zieht eine Vielzahl an Protestaktionen nach sich. Nach Ansicht vieler Fachärzte in NRW, die sich zum Aktionsbündnis Fachärztlicher Organisationen (AFO) zusammengeschlossen haben, sind die Maßnahmen völlig berechtigt und der einzige Weg, Versicherern wie Patienten zu zeigen, dass es ihnen keinesfalls darum geht, mehr zu verdienen, sondern die Versorgungssituation zu sichern und auf den Bürokratiewahnsinn aufmerksam zu machen.

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„Allein die Bezeichnung Honorarerhöhung ist eine bewusste demagogische Fehlinformation der Kassen, denn es handelt sich ausschließlich um den gesetzlich zustehenden Ausgleich des Kostenanstieges seit 2008. Darin ist kein Cent Honorarerhöhung im Sinne einer Verbesserung des ärztlichen Einkommens enthalten,“ kritisiert Dr. Wolfgang Rulf von der Uro GmbH Nordrhein stellvertretend für seine Kollegen aus den Ärztevereinigungen HNOnet NRW eG, GenoGyn Rheinland eG. Anästhesienetz NRW e.V. und orthonet-NRW eG.

Schon heute sei eine qualitativ hochwertige fachärztliche Behandlung angesichts der aktuellen Inflationsrate, steigender Löhne für medizinisches Praxispersonal und dem immer weiter höheren Dokumentationsaufwand nur noch unzureichend leistbar. Notwendige Investitionen in moderne Geräte sowie Aus- und Weiterbildung müssten demzufolge künftig in vielen Fällen unterbleiben. Dies wirke sich auf lange Sicht zwangsläufig auf die Qualität der Versorgung aus. „Den Krankenkassen ist eine weitere Erhöhung ihrer Überschüsse aber scheinbar wichtiger als das Wohl der Patienten,“ betont Dr. Uso Walter, Vorsitzender des HNOnet NRW. „Das können und wollen wir nicht weiter tatenlos hinnehmen.“ Von einer gemeinsamen Selbst- und Interessenverwaltung von Ärzten und Kostenträgern könne mit Blick auf die faktische Verringerung der ambulanten Finanzmittel trotz Reserven in Höhe von 22 Milliarden Euro seitens der Versicherer zudem keine Rede mehr sein. Real sei es eine Minusrunde, von der wieder einmal nur die Krankenkassen profitierten. Leidtragende seien in erster Linie die Patienten.

Daher zielten die Aktionen vor allem darauf ab, durch den Boykott von Verwaltungsaufgaben mehr Zeit für die Versorgung zu gewinnen. Die AFO-Mitglieder wollen nach eigenen Angaben Ärzte für ihre Patienten sein und keine Handlanger der Kassen, indem sie stundenlang sinnlose Anfragen beantworten. Besonders wütend macht die Fachärzte jedoch die Darstellung der Versicherer, ihnen ginge es in erster Linie ums eigene Portmonee. „Wir wollen unseren Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen lassen, können diesem Anspruch unter den gegebenen Bedingungen aber in keiner Weise mehr gerecht werden,“ moniert Dr. Rulf. Das schade auf Dauer nicht nur dem Ruf der Fachärzte, sondern vor allem der Gesundheit ihrer Patienten. „Nebenbei bemerkt hat es seit 20 Jahren de facto keine Erhöhung des Honorars für ärztliche Leistungen gegeben,“ ergänzt Dr. Walter.

Quelle: Aktionsbündnis Fachärztlicher Organisationen


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