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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
19. Juni 2012

Ärzte geben Überblick über Fehler und Patientenbeschwerden

Opfer von Ärzte-Fehlern haben oft doppeltes Nachsehen. Zu den Schäden kommt oft ein langer Kampf ums Recht. Schneller entscheiden die Gutachterstellen der Ärzte – nun legen sie neue Zahlen vor.

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Falsche Therapien, unentdeckte Krankheiten, nachlässige Diagnosen: Tausende Patienten werden jedes Jahr Opfer von Ärztefehlern. Neue Zahlen zu Behandlungsfehlern und Patientenbeschwerden legt die Ärzteschaft heute (Dienstag, 10.00 Uhr) in Berlin vor.

Nach der bisher jüngsten Erhebung stellten die Gutachterstellen der Ärzteschaft 2010 in 2.199 Fällen falsche Diagnosen oder Behandlungen fest. 87 Patienten starben wegen Ärztepfuschs. Mit 11.016 Beschwerden suchten so viele Betroffene wie zuvor noch nie Hilfe bei den Gutachterstellen und Schlichtungskommissionen. In 1.821 Fällen wurden die Opfer entschädigt.

Wo es im vergangenen Jahr zu Fehlern kam und wie häufig Patienten die Streitschlichtung der Mediziner in Anspruch nahmen, stellen die Gutachterstellen und Schlichtungskommissionen nun vor. Betroffene können langwierige Auseinandersetzungen vor Gericht vermeiden, wenn sie sich an diese außergerichtlichen Stellen wenden.

Insgesamt beanstanden Patienten nach Schätzungen weit öfter ihre Behandlung. Auch Gerichte, Krankenkassen und Haftpflichtversicherer zählen zu den Adressaten.

Verdacht auf falsche Behandlungen von Knie- und Hüftarthrose war zuletzt der häufigste Grund, sich an die Gutachterstellen zu wenden. Die Verfahren der Standesgremien dauerten im Schnitt knapp 15 Monate – vor Gericht können Jahre bis zu einem Urteil vergehen.

Die Bundesregierung will die Rechte der Patienten derzeit in einem eigenen Gesetz stärken. Im Mai beschloss das Bundeskabinett dazu das Patientenrechtegesetz. In gravierenden Fällen soll künftig der Arzt beweisen müssen, dass ein Schaden nicht von einem Fehler herrührt.


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