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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
24. Juni 2014

Ärzte beziehen Patienten zu wenig in Therapieentscheidungen ein

Viele Patienten wollen die Entscheidung, welche Therapie für sie die richtige ist, nicht allein ihrem Arzt überlassen. Wunsch und Realität klaffen allerdings auseinander: Während 55 % der Patienten in die Wahl zwischen verschiedenen Therapiealternativen einbezogen werden wollen, wurden 58 % von ihrem Arzt noch nie vor Alternativen gestellt. Dies ist das Ergebnis einer Befragung von knapp 12.800 Patienten im Rahmen des Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung und der BARMER GEK.

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Die Befragung ergab zudem, dass sich 95 % der Menschen ausführliche Informationen über die Vor- und Nachteile einer Therapie wünschen. Dagegen fühlen sich 16 % der Patienten beim Hausarzt und sogar 24 % der Facharztpatienten in diesem Punkt unzureichend informiert. 15 % beziehungsweise 23 % beklagen sogar, dass ihr Haus- beziehungsweise Facharzt vorhandene Therapieoptionen nicht erwähnt. Selbst die Hälfte der chronisch Kranken bemängelt, dass der Arzt mit ihnen keine Behandlungsalternativen erörtert hat, obwohl es für viele chronische Erkrankungen keinen therapeutischen Königsweg gibt.

"Ärzte sollten mögliche Behandlungsoptionen von sich aus aufzeigen. Außerdem empfehlen wir den Patienten, aktiv auf die Ärzte zuzugehen, wenn sie über die Art der Behandlung unsicher sind und weiteren Rat benötigen", so Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BARMER GEK. Das Aufzeigen von Therapiealternativen stärke die Arzt-Patientenkommunikation und könne sich positiv auf den Behandlungserfolg auswirken. Die Potenziale der partnerschaftlichen Entscheidungsfindung von Arzt und Patient zu nutzen, fordert auch Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung: "Für diese positiven Entwicklungen muss die Beteiligung des Patienten allerdings langfristig angelegt sein." Studien würden darüber hinaus belegen, dass das von ärztlicher Seite oft vorgebrachte Argument der fehlenden Zeit für mehr Kommunikation mit den Patienten nicht haltbar sei. Mohn: "Damit die Einbeziehung regelmäßig möglich ist, müssen sich die Prozesse in der Arzt-Patienten Kommunikation verändern."

Quelle: Bertelsmann Stiftung


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