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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
09. September 2015

Abschluss der Preisverhandlung für innovative Therapie der Alkoholabhängigkeit

Zum 1. September 2015 tritt der mit dem GKV-Spitzenverband verhandelte Erstattungsbetrag für Selincro® (Nalmefen), das zur Reduktion des Alkoholkonsums eingesetzt wird, in Kraft. Damit ist das sogenannte AMNOG-Verfahren abgeschlossen, das jedes Arzneimittel mit einem neuen Wirkstoff in den ersten zwölf Monaten nach Markteinführung zu durchlaufen hat.

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Ziel dieses Verfahrens ist es, die Wirtschaftlichkeit neuer Arzneimittel zu konkretisieren. Für Erkrankte und Ärzte ändert sich nichts: Das Präparat ist voll zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen erstattungsfähig. Der neu verhandelte Erstattungspreis gilt ab dem 1. September 2015 für gesetzlich als auch privat versicherte Patienten gleichermaßen.

Selincro® (Nalmefen) ist in Europa zur Reduktion des Alkoholkonsums bei Erwachsenen mit Alkoholabhängigkeit, deren Alkoholkonsum sich auf mindestens hohem Risikoniveau befindet, zugelassen und seit dem 1. September 2014 in Deutschland verfügbar. Damit steht Patienten erstmalig eine medikamentöse Therapie zur Verfügung, die einen anderen Ansatz als den der Abstinenz verfolgt und so einen niedrigschwelligen Einstieg in eine Behandlung bieten kann. Die zunehmende Bedeutung der Reduktion des Alkoholkonsums als Therapieoption spiegelt sich auch in der im Januar dieses Jahres erschienenen S3-Leitlinie "Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen" wider, die die Reduktion als intermediäres Therapieziel aufgenommen hat. Zur pharmakologischen Unterstützung der Reduktion hat auch Nalmefen Einzug in die Leitlinie gehalten.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) begrüßt den neuartigen therapeutischen Ansatz in ihrer Stellungnahme zur Anhörung vor dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Durch das niederschwellige Therapieangebot der Konsumreduktion könne mehr Menschen der Zugang zu einer Therapie ermöglicht werden: "90% der Patienten waren bisher unbehandelt, da das primäre Ziel einer Abstinenz aus unserer Sicht zum Teil auch eine abschreckende Wirkung gehabt haben kann. Deswegen ist es notwendig, Patienten frühzeitig in den therapeutischen Prozess hineinzubekommen, der nicht primär abstinenzorientiert sein muss", so Professor Dr. Falk Kiefer, Ärztlicher Direktor (komm.) der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim.

"Mit der Einigung über den Erstattungsbetrag von Selincro® ist ein wichtiger Baustein für die Therapie von Menschen mit Alkoholabhängigkeit gelegt und somit die Wirtschaftlichkeit eines innovativen Arzneimittels mit hohem Bedarf sichergestellt", so Dierk Schoch, Geschäftsführer der Lundbeck GmbH. Soweit die Behandlung entsprechend der Zulassung und den Vorgaben des G-BA erfolgt, ist die Verordnung als wirtschaftlich anzusehen.

Eine klinisch-relevante Überlegenheit einer Therapie mit Nalmefen gegenüber der Vergleichssubstanz Naltrexon konnte nach Auffassung der Lundbeck GmbH anhand von allen patientenrelevanten Endpunkten in einem indirekten Vergleich valide und robust dargelegtwerden, auch wenn dies vom G-BA aus methodischen Gründen nicht anerkannt wurde. Selincro® ist somit nicht nur aus ökonomischer Sicht eine echte therapeutische Alternative.

Mit der Etablierung von Selincro® haben sich die Handlungsoptionen in der Therapie der Alkoholabhängigkeit erweitert. Darin liegt die Chance, dem großen Teil der bisher nicht therapiebereiten Betroffenen mit einem ausgeprägten Alkoholproblem den Einstieg in eine Behandlung zu ermöglichen.

Quelle: Lundbeck


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