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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
10. Oktober 2016

Abschaffung der Zytostatika-Ausschreibung verhindert Qualitätsverbesserungen

Die BARMER GEK kritisiert Pläne der Bundesregierung, Zytostatika-Verträge zwischen Krankenkassen und Apotheken abschaffen zu wollen. "Wer den Krankenkassen die Möglichkeit nimmt, mit Apotheken exklusive Verträge zur individuellen Versorgung Krebskranker mit Zytostatika abzuschließen, verhindert Qualitätsverbesserungen in diesem sensiblen Versorgungsbereich", so der Vorstandsvorsitzende der BARMER GEK, Dr. Christoph Straub. Im Verbund mit weiteren Kassen hat die BARMER GEK vor wenigen Tagen eine entsprechende Ausschreibung gestartet. Derzeit zahlt die Kasse jährlich rund 400 Millionen Euro für Zytostatika.

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Straub: "Zum ersten Mal könnten wir mit unseren Ausschreibungen zahlreiche rechtsverbindliche Qualitätskriterien für die Versorgung mit Zytostatika definieren, die die Apotheken erfüllen müssen, um an der Ausschreibung teilnehmen zu dürfen." So müsse eine Apotheke beispielsweise innerhalb von maximal zwei Stunden nach Eingang einer Anforderung das Arzneimittel liefern. Nach Angaben Straubs sei das bisherige Versorgungsgeschehen weitgehend intransparent und dadurch anfällig für Korruption. Zudem kämen mögliche Wirtschaftlichkeitsreserven, die der Apotheker generiere, nicht der Versichertengemeinschaft zu Gute.
 
Mit Unverständnis reagiert der Kassenchef auf das Argument der Politik, dass Zytostatika-Ausschreibungen die freie Apothekerwahl einschränken würden. Straub: "Diese Behauptung ist allein deswegen haltlos, weil nur ein Prozent der Apotheken in Deutschland eine Berechtigung zur Herstellung von Zytostatika haben." Zudem liege beim bisherigen Versorgungsgeschehen die Apothekenwahl gar nicht beim Patienten, sondern ausschließlich beim behandelnden Arzt. Straub: "Es gibt gute Gründe für Ausschreibungen in diesem Versorgungsbereich. Sie laufen alle darauf hinaus, die Versorgung Krebskranker besser zu machen."

Quelle: BARMER GEK


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