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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

19. November 2018 Hartmannbund verleiht Film- und Fernsehpreis

Der Hartmannbund hat im Rahmen seiner Hauptversammlung am letzten Freitag den Film „Sterben verboten? Wie Hightech-Medizin den Tod verändert“ der Autorin und Regisseurin Renate Werner mit seinem diesjährigen Film- und Fernsehpreis ausgezeichnet.
Der Film, erstmalig ausgestrahlt im Dezember 2017 in der ARD, wurde vom WDR produziert und aus 45 eingesandten Beiträgen ausgewählt. Er greift ein hochaktuelles Thema auf, die Behandlung von schwerstkranken Patienten – zwischen Ethik und Ökonomie, zwischen Übertherapie und Mangel an gemeinsamen Gesprächen, an Aufklärung und an Entscheidungen, und er stellt die Rolle der Hochleistungsmedizin mit vielen Details in Frage. Der Film macht aber auch Mut, zeigt an verschiedenen Beispielen Alternativen auf, auch, was engagierte Ärzte und Patientenbetreuer erreichen können, wenn sie den absurden Kreislauf zwischen Altenheimen und Akutkrankenhäusern unterbrechen und übliche Vorgänge hinterfragen. Und er ermutigt zu einem „liebevollen Unterlassen“, zu einer Medizin, die das Zuhören wiederentdeckt.
 
Die veränderten Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen und die wachsende Bedeutung ökonomischer Vorgaben führen zunehmend dazu, dass Ärztinnen und Ärzte in ihrem Arbeitsalltag in einen Konflikt zwischen Patientenwohl und ökonomischen Anforderungen und Rahmensetzungen geraten. Dieser Konflikt zwischen Berufsethos und Berufsalltag ist für jede Ärztin, jeden Arzt nur schwer zu ertragen. Wie schwer wiegt er aber für die Betroffenen und deren Angehörige? Es geht nicht nur um Evidenzbasiertheit und Ressourcennutzung, es geht auch um Menschlichkeit“, so der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, in seiner Rede.
 
Der Film hat die Jury zudem durch seine gelungene Dramaturgie und seine Bilder durch die außergewöhnlich sensible Kameraführung von Norbert Schick, zusammen mit Sabine Filser, überzeugt. Die Jury stellt berührt fest: Dieser Film geht unter die Haut, er löst viele Gedanken und Gespräche aus, die wichtig und notwendig sind, aber meistens verdrängt oder aufgeschoben werden. Dieser Film war überfällig. Er geht uns alle an. Der Autorin ist mit dem Film ein weiteres Meisterwerk gelungen. Renate Werner ist eine exzellente Kennerin des Gesundheitswesens. Sie beleuchtet die verschiedenen Facetten und falschen Anreize, die zu Fehlentwicklungen geführt haben. Dazu gehört auch der Druck von Angehörigen auf Ärzte, nichts unversucht zu lassen. Ihr Film ist nie einseitig, nie anklagend. Und sie scheut keine heiklen Fragen und klaren Aussagen.

Der Film- und Fernsehpreis des Hartmannbundes wurde 1966 als ideeller Preis gestiftet und wird 2018 zum 46. Mal verliehen. Er soll einen Ansporn setzen, dass die großen, mit dem lebenden Bild arbeitenden Massenmedien in ihrer Darstellung der Wirklichkeit ärztlichen Handelns Rechnung tragen. Der Jury gehören an: Ute Pauling – Journalistin, bis 2017 Redakteurin beim WDR, Dr. Annette Tuffs, Ärztin und Medizinjournalistin, Egbert Maibach-Nagel, Chefredakteur des Deutschen Ärzteblattes, Wolfgang van den Bergh, Chefredakteur der Ärztezeitung und Dr. Eckart von Hirschhausen.

Quelle: Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.


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