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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

14. November 2018 Erstmalig Award für Patientendialog verliehen

Am 3. Kongresstag des 41. Deutschen Krankenhaustages stellte die Fachtagung des Bundesverbandes der Patientenfürsprecher im Krankenhaus (BPiK) die Patientenrechte in den Mittelpunkt der Diskussion. "Die Arbeit der Patientenfürsprecher ist eine wertvolle Unterstützung für jedes Krankenhaus", betonte Dr. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) in seinem Grußwort. Der Mehrwert bestehe darin, dass Patientenfürsprecher ein Verständnis für das Miteinander im Krankenhaus zwischen Mitarbeitern und Patienten schaffen könnten.
"Die Rahmenbedingungen im Krankenhaus sind für Mitarbeiter anspruchsvoll. Sie als Patientenfürsprecher wissen viel über die Hintergründe und können im Gespräch mit den Patienten Verständnis wecken, Vertrauen schaffen und ein wertschätzendes Miteinander fördern", so Gaß. Die Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus müsse eng und vertrauensvoll sein, gleichzeitig sei es aber wichtig, dass der Patientenfürsprecher unabhängig und weisungsungebunden sei. "Nur die Neutralität gibt dem Patientenfürsprecher die Möglichkeit, die vermittelnde Rolle einzunehmen", so der DKG-Präsident. Dies müsse auch Grundlage für bundesweite Vorgaben sein, zum Beispiel für bundesweite Fortbildungsveranstaltungen.

Detlef Schliffke, 1. Vorsitzender des BPiK, griff diesen Punkt dankbar auf: "Wesentlich und eines unserer größten Anliegen für die ehrenamtliche Tätigkeit der Patientenfürsprecher ist eine bundesweite einheitliche Aus- und Fortbildung", sagte er. Einen ersten Richtungspunkt habe der Verband mit einer Leitlinie gesetzt, die erstmals bundesweit einheitlich die wichtigsten Aufgaben, Rechte und Pflichten sowie die Qualifikation eines Patientenfürsprechers formuliere. Dirk Heidenblut, MdB und Mitglied im Gesundheitsausschuss würdigte das ehrenamtliche Engagement des BPiK: "Sie haben Patientenfürsprechern eine Stimme gegeben."

Um die Arbeit im Krankenhaus für eine breitere Öffentlichkeit erfahrbar zu machen und Krankenhäuser zu würdigen, die in besonderer Weise und achtsam auf Patientenbedürfnisse eingehen, wurde erstmalig der Award "Patientendialog 2018" ausgeschrieben. Bundesweit konnten sich Krankenhäuser mit ihren Konzepten bewerben. In der Preisverleihung würdigte DKG-Präsident Gaß den Gewinner des Awards: "Das Klinikum Dortmund hat die Jury mit einem sehr schlüssigen und aufwendigen Gesamtkonzept überzeugt. Das außergewöhnliche Engagement des Klinikums Dortmund ist getragen von einer starken Patientenorientierung." Marc Raschke, Leiter der Unternehmenskommunikation, nahm den Preis für das Klinikum Dortmund entgegen und stellte das Konzept dem Fachpublikum vor.

Neueste Entwicklungen in der ambulanten Krankenhauswelt rückte die Vortragsveranstaltung des Bundesverbandes Medizinische Versorgungszentren - Gesundheitszentren - Integrierte Versorgung e.V. (BMVZ) in den Fokus. Medizinische Versorgungszentren zählten zu den erfolgreichsten Reformprojekten im deutschen Gesundheitswesen und seien aus diesem nicht mehr wegzudenken. "In vergleichenden Umfragen zur Patientenzufriedenheit schneiden MVZ gegenüber der Einzelpraxis meist gut ab, da sie eine komplexe Behandlung unter einem Dach vorhalten. Dies erspart den Patienten oft erhebliche Wege und nimmt ihnen die Terminorganisation zwischen den unterschiedlichen Fachärzten ab", erklärte der BMVZ-Vorstandsvorsitzende Dr. Peter Velling vor den Besuchern. Gleichwohl "brodelt die Debatte um MVZ seit Längerem", so Velling. Er forderte ein klares Bekenntnis der Politik insbesondere zur Rolle und Funktion der Krankenhaus-MVZ als Teil der Strukturvielfalt im ambulanten Sektor. Im Hinblick auf das laufende Gesetzgebungsverfahren zum TSVG (Terminservice- und Versorgungsgesetz) kritisierte Velling das Vorhaben, jede Nachbesetzung einer Angestelltenstelle unter dem Vorbehalt einer erneuten Bedarfsplanung zu stellen. "Diese Änderung erschwert, beziehungsweise behindert ohne jeden Nutzen die künftige Entwicklung von MVZ in Deutschland", machte der BMVZ-Vorstandsvorsitzende deutlich. Nach Angaben des BMVZ gab es im Jahr 2017 insgesamt 2.821 Medizinische Versorgungszentren - davon rund 40 Prozent in Trägerschaft von Kliniken.

Konferenz zur europäischen Krankenhauspolitik

"Der Austausch von Informationen über Krankenhäuser und europäische Grenzen hinweg wird in Zukunft von größter Bedeutung sein", erklärte Phillipe Blua, der Präsident der European Association of Hospital Managers beim diesjährigen IMPO Forum. Da demografischer Wandel und der Anstieg von chronische Erkrankungen Hand in Hand gingen, stünden Kliniken vor neuen Herausforderungen. "Eine akute Erkrankung kann durch Arzt und Pflegepersonal behandelt werden. Bei chronischen Patienten hingegen brauchen wir viel mehr Beteiligte", betonte Blua die Bedeutung von interdisziplinärer Zusammenarbeit im Team. "Das Krankenhaus der Zukunft wird überall sein, überall dort, wo der Patient ist", sagte der Präsident. Das Thema Zusammenarbeit stand auch im Zentrum des Vortrags vom Dr. Marcus Guardian, Chief Operation Officer von EunetHTA. Sein Hauptaugenmerk lag auf der Stärkung der Zusammenarbeit bei HTA-Projekten, um hier eine Optimierung zu erreichen. Er betonte, dass auch Deutschland vor einer Fülle neuer Krebstherapien stünde. Es sei schon problematisch hier Experten zu finden, die die Bewertungen vornehmen könnten. "Von Orphan Drugs angefangen bis zur individualisierten Medizin stehen wir vor immensen Herausforderungen. Allein die Vielzahl an Gentherapien in den Pipelines ist unglaublich. Und wir müssen sagen, das wir dies alles gar nicht individuell prüfen können", zeigte er auch die Grenzen des Machbaren auf.

Der 41. Deutsche Krankenhaustag bietet noch bis zum 15. November Experten und Praktikern im Krankenhauswesen eine interdisziplinäre Plattform, Konzepte und Visionen für das deutsche Krankenhauswesen zu diskutieren. Das ausführliche Kongress-Programm steht unter www.deutscher-krankenhaustag.de als PDF-Datei zum Herunterladen bereit.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, den Deutschen Krankenhaustag auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützen. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.

Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG)


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