Mittwoch, 17. Juli 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

30. Oktober 2018 Neues Präventionskonzept für Prädiabetes entwickelt

Im Kampf gegen die zunehmenden Diabetes-Erkrankungen schlägt die DAK-Gesundheit ein neues Präventionskonzept vor. Durch eine besondere Früherkennung von Prädiabetes soll die Ausbreitung der Volkskrankheit langfristig eingedämmt werden. Mit dem Vorschlag unterstützt die Krankenkasse die Nationale Diabetes-Strategie, wie sie im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist.
Das Berliner IGES Institut hat im aktuellen Versorgungsreport 2018 im Auftrag der Krankenkasse untersucht, inwieweit sich eine auf Menschen mit stark erhöhtem Diabetesrisiko zielende Strategie positiv auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirken würde. Das Ergebnis: Durch frühzeitiges Eingreifen könnten langfristig nicht nur neue Diabetes-Erkrankungen, sondern auch viele Folgeschäden verhindert werden. So wären alleine 11.000 Schlaganfälle vermeidbar, wenn bereits im Stadium des Prädiabetes gehandelt würde. Insgesamt leiden in Deutschland mehr als sechs Millionen Menschen an einem Diabetes mellitus Typ 2 – Tendenz steigend. Das von der DAK-Gesundheit entwickelte „Versorgungskonzept Prädiabetes“ sieht vor, jährlich 167.000 Versicherte zu erreichen.

Laut Deutscher Diabeteshilfe gibt es in Deutschland etwa zwei Millionen Menschen, die noch nichts von ihrer Diabetes-Erkrankung wissen. Vor diesem Hintergrund ist es laut Versorgungsreport für die Eindämmung des Diabetes mellitus Typ 2 dringend zu empfehlen, bereits den so genannten Prädiabetes möglichst früh zu erkennen. Damit wird die Phase bezeichnet, in der zwar noch keine eigentliche Diabetes-Diagnose gestellt wird, sich jedoch bereits Anzeichen dafür mehren. Durch eine frühe und konsequente Intervention ließe sich dann laut DAK-Versorgungsreport die Zahl der Diabetes mellitus Typ 2-Erkrankungen bis zum Jahr 2065 um 275.000 senken. „Die Studie zeigt eindeutig, dass eine Nationale Diabetes-Strategie wichtig ist, um die Ausbreitung von Diabetes einzudämmen“, sagt Andreas Storm, Vorsitzender des Vorstandes der DAK-Gesundheit. „Diabetes ist keine Einbahnstraße. Bei einer rechtzeitigen Intervention lässt sich Typ 2 sogar heilen. Dazu müssen aber die nötigen Werkzeuge existieren und auch eingesetzt werden.“

Laut des Reports, für den DAK-Behandlungsdaten und epidemiologische Studien ausgewertet wurden, sollten bereits Patienten mit auffälligen Blutzuckerwerten und stark erhöhtem Diabetes-Risiko ein Versorgungsangebot erhalten. Vorteil: Dieser frühzeitige Ansatz, beispielsweise mit Programmen zur Lebensstiländerung, kann vielfach eine Diabetes-Erkrankung verhindern und hilft damit, die gefürchteten Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Besonders die Hausärzte müssten für dieses Thema sensibilisiert werden, um bereits bei ersten Anzeichen eines erhöhten Blutzuckerspiegels gemeinsam mit dem Patienten Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Diese müssen explizit nicht die Gabe von Medikamenten einschließen, sondern sollten im Sinne des „DAK-Versorgungskonzepts Diabetes“ vor allem moderne Ansätze der Ernährungsberatung und Bewegungsförderung umfassen. Auch der Einsatz einer App wäre denkbar. Die Prognose des Versorgungsreports: Es ließen sich in den kommenden 50 Jahren bei wissenschaftlich gestützten Annahmen zur Wirksamkeit und Teilnahmebereitschaft 31.000 Niereninsuffizienzen verhindern. Die Fälle von diabetischem Fuß gingen um 29.000 zurück, diabetesbedingte Augenerkrankungen um 15.000, ischämische Herzerkrankungen um 39.000 und Schlaganfälle um 11.000.

Nicht nur die Patienten selbst würden hier profitieren, auch das Gesundheitswesen selbst könnte effizienter und somit leistungsfähiger werden. Die jährlichen Kosten für ein solches Programm beliefen sich auf etwa 200 Millionen Euro. Dem gegenüber stünden jedoch erhebliche Einsparungen. So würden alleine die eingesparten Versorgungskosten für die 31.000 vermiedenen diabetesbedingten Nierenerkrankungen diese 200 Millionen Euro übersteigen.

Der Fokus des Versorgungsreports 2018 liegt auf dem Diabetes mellitus Typ 2, da dieser sich durch frühzeitige Gegenmaßnahmen eindämmen und manchmal sogar heilen lässt. Typ 1-Diabetes ist dagegen eine bisher nicht heilbare Autoimmunerkrankung. Das DAK-Versorgungskonzept Prädiabetes wäre rasch in der Regelversorgung umsetzbar und könnte laut DAK-Versorgungsreport dazu beitragen, den Vormarsch des Diabetes zu bremsen. Im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien wird die Formulierung einer Nationalen Diabetes-Strategie erwähnt. Die DAK-Gesundheit begrüßt dies ausdrücklich und sieht großes Potenzial in der Etablierung gemeinsamer Präventionsstrategien, die dann bestenfalls im gesamten Verband der Ersatzkassen umgesetzt werden müssten.

Quelle: DAK-Gesundheit


Das könnte Sie auch interessieren

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

In Deutschland erkranken jährlich circa 9000 Menschen an Leberkrebs – und die Häufigkeit der Erkrankung nimmt deutlich zu. In den vergangenen 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen verdoppelt. Ein gängiges Verfahren zur Diagnose dieser Erkrankung ist die Ultraschalluntersuchung: Mithilfe der modernen Sonografie lässt sich gutartiges Gewebe sehr exakt von bösartigem unterscheiden. Wenn die Ultraschalldiagnostik mit speziellen Bluttests kombiniert wird,...

Personalisierte Medizin in der Onkologie: Behandlung bestmöglich auf den Patienten zuschneiden

Medikamente möglichst maßgeschneidert auf die spezifischen Merkmale einer Krankheit zuzuschneiden und diese gezielt bei jenen Patienten einzusetzen, denen sie am besten helfen, lautet das Credo der Personalisierten Medizin. Dank vertiefter Kenntnisse über die molekularbiologischen Ursachen von Krankheiten gibt es heute bereits eine Reihe von innovativen diagnostischen Tests, durch die Patienten identifiziert werden können, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine...

Künstlerische Therapien in der Krebsbehandlung

Künstlerische Therapien in der Krebsbehandlung
© ChenPG / Fotolia.com

Viele Krebspatienten schöpfen durch Musik, Malen oder andere künstlerische Tätigkeiten neue Kraft. Doch lange Zeit reichte der wissenschaftliche Kenntnisstand nicht aus, um die Wirkung von Musik- oder Kunsttherapien zu belegen. Erst in den letzten Jahren wurden hierzu vermehrt psychoonkologische Studien durchgeführt, in denen es gelang, die Steigerung des Wohlbefindens von Patienten durch künstlerische Betätigungen nachzuweisen.

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs
© Merck Serono

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute bekannt gegeben, dass es sich auch in diesem Jahr an der Aktionswoche zu Kopf-Hals-Krebs beteiligt. Diese wird zum vierten Mal von der Europäischen Kopf-Hals-Gesellschaft (engl.: European Head and Neck Society, EHNS) initiiert und findet vom 19. bis 23. September 2016 statt. Im Rahmen der europaweiten Aktivitäten veranstalten mehrere deutsche Kliniken und Kopf-Hals-Zentren Patiententage und bieten...

Schmerzmittel Methadon ist kein Krebsheilmittel - keine falschen Hoffnungen wecken

Schmerzmittel Methadon ist kein Krebsheilmittel - keine falschen Hoffnungen wecken
@ efmukel / Fotolia.com

Das Opioid Methadon sollte nicht zur Tumortherapie eingesetzt werden. Die derzeit vorliegenden Daten aus Labor- und Tierversuchen sowie einer Studie mit 27 Krebspatienten reichen nicht aus, um eine Behandlung zu rechtfertigen. Einige Medienberichte wecken dennoch bei an Leukämie oder Hirntumor erkrankten Patienten die falsche Hoffnung auf Heilung. Methadon ist zur Behandlung starker Schmerzen zugelassen und ein etabliertes Medikament in der Schmerztherapie bei Krebserkrankten. Darauf...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Neues Präventionskonzept für Prädiabetes entwickelt"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich