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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
12. Oktober 2018

Pflegende Angehörige zunehmend im Fokus der Politik weltweit

Weltweit steigt die Zahl der Pflegebedürftigen und mit ihr auch die Zahl der pflegenden Angehörigen. Aus einer jetzt veröffentlichten und von der Initiative Embracing Carers unterstützten Untersuchung der International Alliance of Carer Organizations (IACO) geht hervor, dass Regierungen weltweit die Bedeutung der pflegenden Angehörigen zunehmend erkennen und verbesserte Rahmenbedingungen zu ihrer Unterstützung schaffen. Allein in Deutschland kümmern sich über 3,2 Millionen Menschen unentgeltlich um Angehörige oder Bekannte.
Der Bericht untersucht die Unterstützungsleistungen, die pflegenden Angehörigen in den Ländern Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Australien, Kanada, Indien und den USA zur Verfügung stehen und wird unterstützt von Embracing Carers. Embracing Carers ist eine internationale Initiative, die 2017 von Merck, in Zusammenarbeit mit führenden Pflege-Organisationen, unter anderem der IACO, gegründet wurde. Ziel der Initiative ist es, das Bewusstsein für die häufig zu wenig beachteten Bedürfnisse von pflegenden Angehörigen zu steigern, die gesellschaftliche Diskussion weiterzuführen sowie entsprechende Unterstützungsmaßnahmen auszubauen.
 
Aus den Ergebnissen leitet die Organisation sechs zentrale Handlungsfelder ab, die die Situation pflegender Angehöriger entscheidend verbessern können: die gesetzliche Anerkennung der pflegenden Angehörigen durch den Staat, eine gesetzlich geregelte finanzielle Unterstützung und geregelte Rentenzuschüsse, gesonderte Arbeitsvereinbarungen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, die Möglichkeit einer temporären oder längerfristigen Freistellung von der Arbeit sowie den Zugang zu Informationen und entsprechenden Pflegekursen.  
     
In Deutschland sind einige der Vorschläge durch verschiedene Reformgesetze bereits umgesetzt, insbesondere durch das Pflegezeitgesetz, das Familienpflegezeitgesetz und die Pflegestärkungsgesetze I, II und III, oder sie werden aktuell diskutiert.
Ein Blick auf die aktuelle Situation in Deutschland zeigt, dass pflegende Angehörige bereits staatliche Unterstützung erhalten. Dazu zählt:
 
  • Pflegegeld oder Sachleistungen wie ambulante Pflege für Pflegebedürftige.(1)
  • Beitragsunabhängige Rentengutschriften, Unfallversicherung und Arbeitslosenversicherung für anerkannte pflegende Angehörige.(2)
  • Finanzielle Unterstützung für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege zur Entlastung pflegender Angehöriger.(3)
  Der Bericht macht dennoch deutlich, dass pflegende Angehörige auch in Deutschland trotz der gesetzlichen Anerkennung ihres Status immer noch häufig mit bürokratischen Hürden zu kämpfen haben, um Unterstützung bei der Pflege zu erhalten.
 
„Zum ersten Mal liegt nun mit dem Global-State-of-Care-Bericht eine detaillierte Untersuchung über die weltweite Unterstützung von pflegenden Angehörigen mit besonderem Fokus auf den Ländern Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Spanien, Großbritannien sowie den USA, vor“, sagt Nadine Henningsen, Vorsitzende des IACO-Vorstands. „Mit dem Bericht wollen wir politische Entscheider, Regierungen und internationale Gesundheitsorganisationen erreichen und ihnen die Möglichkeit geben, von weltweit bewährten Praktiken zu lernen, die auch in andere Gesundheitssysteme integriert werden könnten, um bessere Unterstützung und Anerkennung von pflegenden Angehörigen zu erreichen.“      
 
Die Pflege eines Angehörigen kann sehr erfüllend sein, ist aber auch belastend
Die Embracing Carers Initiative belegt in einer Studie von 2017, dass pflegende Angehörige oft unter den mit ihrer Aufgabe verbundenen körperlichen, seelischen und finanziellen Belastungen leiden. Für Deutschland ergab die Studie:
 
  • 62% der Befragten geben an, keine Zeit für eigene Arztbesuche zu haben.
  • 43% leiden an depressiven Verstimmungen und mehr als ein Drittel hat bereits Hilfe wegen psychischer Probleme in Anspruch genommen.
  • Über die Hälfte der pflegenden Angehörigen hat das Gefühl, dass ihre persönlichen Beziehungen unter ihren vielfältigen Verpflichtungen leiden und sie deutlich weniger Zeit mit dem Partner oder der Familie verbringen.
  • Die Studie zeigt zudem, dass jeder Fünfte mit negativen Auswirkungen auf seine Karriere rechnet und die finanzielle Absicherung für sich und seine Familie gefährdet sieht.
Für die Studie wurden 3.516 unbezahlte Pflegekräfte in sieben Ländern befragt.
 
„Die Pflege durch Angehörige hat sich weltweit zu einem der wichtigsten sozial- und wirtschaftspolitischen Themen entwickelt“, sagt Stecy Yghemonos, Geschäftsführer von Eurocarers. „Der Global-State-of-Care-Bericht verdeutlicht, dass Regierungen und Länder weltweit langsam damit beginnen, Maßnahmen aufzusetzen, um pflegende Angehörige zu unterstützen. Trotzdem bleiben viele politische Initiativen zu häufig zersplittert und wir hoffen, dass der Bericht dazu beitragen wird, dringend benötigte und koordinierte Maßnahmenpakete zu entwickeln, um pflegende Angehörige weltweit zu unterstützen. Pflege-Organisationen auf der ganzen Welt werden sich weiterhin für Veränderungen der Regierungspolitik einsetzen, die die Anliegen und Herausforderungen unbezahlter Pflegender berücksichtigen. Der Global-State-of-Care-Bericht ist ein großartiges Instrument, das uns hilft, diese Veränderungen zu erreichen.“
 
Quelle: International Alliance of Carer Organizations (IACO)
Literaturhinweise:
(1) GBE Kompakt. (2015). GBE kompakt 3-2015: Pflegende Angehörige – Deutschlands größter Pflegedienst. Seite 2. https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsK/2015_3_pflegende_angehoerige.pdf?__blob=publicationFile
 (Zugriffsdatum: 16. July 2018)
 
(2) Europäische Kommission, Deutschland _ Leistungen bei Pflegebedürftigkeit http://ec.europa.eu/social/main.jsp?langId=de&catId=1111&intPageId=4548&. (Zugriffsdatum: 16 July 2018)
 
(3) GBE Kompakt. (2015). GBE kompakt 3-2015: Pflegende Angehörige – Deutschlands größter Pflegedienst. Seite 2. https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsK/2015_3_pflegende_angehoerige.pdf?__blob=publicationFile (Zugriffsdatum: 16. July 2018)



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