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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

05. Oktober 2018 Lebensqualität von Stoma-Trägern weiter sichern

Die Initiative „Faktor Lebensqualität“ warnt vor einem Qualitätseinbruch bei der Stoma-Versorgung in Deutschland. „Die Krankenkassen versuchen leider weiter, die Kosten in diesem Bereich zu senken. Das gefährdet das Patientenwohl erheblich und sollte von Politik und Gesellschaft nicht hingenommen werden“, sagt Norbert Schütze, Sprecher der Initiative „Faktor Lebensqualität“, anlässlich des 25. Welt-Stoma-Tages. Mit dem alle drei Jahre stattfindenden Welt-Stoma-Tag, dieses Jahr am 6. Oktober, soll weltweit ein Bewusstsein für die Lebenssituation betroffener Patienten geschaffen werden.
Die Initiative „Faktor Lebensqualität“ kritisiert, dass mehrere Krankenkassen durch Ausschreibungen versuchen, die Preise zu senken - dies auf Kosten der Versorgungs-Qualität. „Obwohl der Gesetzgeber dies mit dem Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz ausdrücklich unterbinden wollte, wird weiter versucht, durch Ausschreibungen und Änderungen bei der Dienstleistungsqualität Kosten einzusparen“, so Schütze. „Dies ist ein Eingriff in  die Lebensqualität von Stoma-Trägern, der unbedingt abgewehrt werden muss.“

Die Initiative „Faktor Lebensqualität“ informiert auf der Webseite www.faktor-lebensqualitaet.de ausführlich über das Thema und stellt verschiedene Service-Angebote zur Verfügung.  

Hintergrund

Menschen mit einem künstlichen Darm- oder Blasenausgang benötigen Hilfsmittel. Hilfsmittel-Leistungserbringer versorgen Betroffene mit den medizinisch erforderlichen Produkten und beraten bei der richtigen Anwendung. Krankenkassen versuchen im Bereich der Stomaversorgung, aber auch in weiteren nicht-standardisierbaren Versorgungsbereichen, Leistungen auszuschreiben, um sie an den günstigsten Anbieter zu vergeben. Die Initiative „Faktor Lebensqualität“ sieht darin einen Verstoß gegen das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG). Demnach sind Ausschreibungen untersagt, wenn Hilfsmittel individuell angefertigt werden müssen oder die Versorgung mit einem hohen Dienstleistungsanteil verbunden ist. Dies trifft nach Ansicht der Initiative „Faktor Lebensqualität“ regelmäßig auf die Stoma-Versorgung zu. Kritisch sieht die Initiative auch, dass in laufenden Debatten die Dienstleistungsanforderungen an eine  Versorgung mit Stoma-Produkten infragegestellt werden – um diese in der Konsequenz schließlich „ausschreibungsfähig zu machen“.

Der Welt-Stoma-Tag wurde von der Internationalen Stomavereinigung IOA (International Ostomy Association) 1991 eingeführt, seit 1993 findet er alle drei Jahre am ersten Sonnabend  im Oktober statt. Das Ziel des Tages ist, das Stoma-Tragen zu enttabuisieren und auf die Lebenssituation von Stoma-Trägern aufmerksam zu machen.

Quelle: Initiative Faktor Lebensqualität


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