Mittwoch, 17. Juli 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

18. September 2018 Personaluntergrenzen nicht mit tatsächlichem Personalbedarf gleichsetzen

Der Marburger Bund sieht die Vorgabe von Pflegepersonaluntergrenzen für das Jahr 2019 durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) als einen konkreten Anfang, um dem Handeln der Selbstverwaltung Antrieb zu verleihen. Insofern begrüßt der Verband der angestellten Ärztinnen und Ärzte die Ersatzvornahme als Ausdruck des politischen Handlungswillens, die Personalsituation in den Krankenhäusern verbessern zu wollen.
Die Verordnung selbst weise allerdings auf die unzureichende Datenlage für die Berechnung von Untergrenzen hin. Deshalb bestehe die Gefahr, dass sich die in dieser Verordnung temporär festgelegten Personaluntergrenzen fälschlicherweise als tatsächlicher Personalbedarf verfestigen könnten, mahnt der MB in seiner Stellungnahme zum Referentenentwurf des BMG für eine Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung.

Die in der Verordnung festgelegten Pflegepersonaluntergrenzen könnten nur Aufschluss über die in den Krankenhäusern derzeit herrschenden ökonomisch optimierten, jedoch pflegetechnisch völlig unzureichenden Personalkonstellationen geben. Eine der wesentlichen Ursachen für eine mangelhafte Personalausstattung seien aber gerade die Fehlanreize und Risiken des durchgängig leistungsorientierten und pauschalierten Vergütungssystems.

Zweifelhaft sei zudem, ob der bürokratische Umsetzungsaufwand für eine temporäre, sprich einjährige „Interimslösung“ als verhältnismäßig gelten könne. „Die Ersatzvornahme löst das Problem der auf dem Arbeitsmarkt fehlenden Pflegekräfte nicht. Hier müssen aber parallel Maßnahmen eingeleitet werden um zu vermeiden, dass entweder nicht ausreichend qualifiziertes Personal eingesetzt oder das Personal aus anderen Abteilungen abgezogen wird“, fordert der Marburger Bund.

Die Stellungnahme des Marburger Bundes zum Referentenentwurf der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung finden Sie unter http://www.marburger-bund.de.

Quelle: Marburger Bund Bundesverband


Das könnte Sie auch interessieren

Was verstehen Ärzte unter „Therapielinien“?

Die Behandlung von Krebs richtet sich nach Art und Stadium der Erkrankung sowie dem individuellen Befinden des Patienten. Neben der Operation und der Strahlentherapie ist die medikamentöse Therapie eine wichtige Option. Wann welche Maßnahmen zum Einsatz kommen sollten, wird in ärztlichen Leitlinien festgehalten. Welche Medikamente zu welchem Zeitpunkt am wirksamsten und verträglichsten sind, wird zuvor in klinischen Studien untersucht. Basierend auf den Ergebnissen...

Übergewicht als Krebsrisiko

Übergewicht als Krebsrisiko
© Creativa Images / fotolia.com

Fettleibigkeit könnte bald dem Rauchen den ersten Rang als Hauptursache für Krebs ablaufen. Denn während die Anzahl der Krebserkrankungen aufgrund von Tabakkonsum in Deutschland stetig sinkt, nimmt die Zahl übergewichtiger Menschen mit Krebs statistisch gesehen zu. Auf die Entstehung aller Krebskrankheiten gerechnet hat die Fettleibigkeit einen Anteil von schätzungsweise 16%. Würden alle Menschen das Normalgewicht einhalten, könnten allein in Deutschland...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Personaluntergrenzen nicht mit tatsächlichem Personalbedarf gleichsetzen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich