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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

14. August 2018 Altenpflege-Anbieter dringen auf mehr ausländische Fachkräfte

Damit Pflegebedürftige in der alternden Gesellschaft gut betreut werden, soll mehr Geld fließen - doch woher kommen dringend gesuchte Mitarbeiter? Aus dem Arbeitgeberlager kommen nun eigene Vorschläge.
Im Kampf gegen die Personalnot in der Pflege fordern private Altenpflege-Anbieter eine Offensive für Weiterbildung und mehr ausländische Fachkräfte. In einem Pilotprojekt sollten vom Bund koordiniert in 2 Jahren bis zu 15.000 qualifizierte Mitarbeiter aus dem Ausland gewonnen werden, schlug der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) vor. Wer binnen 6 Monaten als Fachkraft anerkannt sei und einen Arbeitsvertrag habe, müsse dann auch ein Bleiberecht in Deutschland erhalten.

Daneben sollten 15.000 bisherige Pflege-Hilfskräfte weitergebildet werden. So könnten die von der großen Koalition angestrebten 13.000 zusätzlichen Stellen in der Altenpflege zügig besetzt werden. Ein solches Programm dürfte rund 36 Millionen Euro kosten.

Insgesamt sind in der Alten- und Krankenpflege 35.000 Stellen für Fachkräfte und Helfer offen. Die Bundesregierung hat deswegen auch eine „Konzertierte Aktion" für mehr Pfleger gestartet. Arbeitgeber und Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände und Kirchen, Krankenkassen und Betroffenenverbände sollen dabei bis Mitte nächsten Jahres Vorschläge erarbeiten, wie der Beruf attraktiver werden kann.

Der Arbeitgeberverband, der nach eigenen Angaben die umsatzstärksten privaten Altenpflege-Unternehmen mit 40.000 Beschäftigten vertritt, warnte zugleich vor Kostensteigerungen durch Pläne der Politik. Die Koalition will durchsetzen, dass in der Pflege mehr Tarifverträge gelten. Wenn man mehr Personal und bessere Bezahlung wolle, drohten Steigerungen der monatlich von den Betroffenen selbst zu zahlenden Kostenanteile. Pflege müsse für die Familien aber bezahlbar bleiben.

Wenn die Politik eine Absicherung nach unten auch für Fachkräfte erreichen wolle, könnte dies über eine Kommission geregelt werden, die schon einen Mindestlohn für Pflege-Hilfskräfte bestimmt hat. Diese Untergrenze soll bis 2020 auf 11,35 Euro pro Stunde im Westen und 10,85 Euro im Osten steigen. Dies liegt über dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn, der bis 2020 auf 9,35 Euro steigen soll.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer sprach sich für einen Einsatz von Pflegerobotern vor allem in der Altenpflege aus und forderte die Bundesregierung zu Modellprojekten auf. Sie könnten Pflegekräfte im Krankenhaus und Altenheim entlasten, aber nicht ersetzen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Einsatzmöglichkeiten könnten zum Beispiel autonom fahrende Wagen sein, die Pflegeutensilien zum Pfleger oder eine Blutprobe ins Labor bringen können. Auch fürs Anheben von Patienten gebe es bereits technische Lösungen.

Quelle: dpa


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