Sonntag, 26. Mai 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

08. August 2018 Erfolgsorientierte Preismodelle für Arzneimittel gefordert

Der Chef des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck, Stefan Oschmann, fordert neue erfolgsabhängige Bezahlmodelle für Arzneien. Im Gesundheitssystem herrsche noch ein "altes, überkommenes Denken", bei dem etwa pro Tablette oder Injektion vergütet werde, sagte Oschmann am Mittwoch dem "Handelsblatt". "Ärzte und Kliniken werden dafür bezahlt, was sie tun, und nicht dafür, was sie erreichen", kritisierte er. Neue Modelle könnten die Erstattung von Therapien an den Behandlungserfolg bei Patienten koppeln. "Die Vergütung sollte sich viel mehr daran orientieren, was dabei herauskommt."
Gerade in den USA gibt es eine Debatte über hohe Medikamentenpreise. Präsident Donald Trump hatte internationale Pharmariesen verbal attackiert. Konzerne wie Pfizer, Novartis, Bayer und Merck hatten daraufhin dort auf Preiserhöhungen verzichtet. Oschman, der auch Präsident des europäischen Pharmaverbands Efpia ist, monierte, dass Medikamente zu Unrecht als Kostentreiber im Gesundheitssystem gälten. "In Europa sind die Ausgaben für Arzneimittel in den letzten Jahren nur leicht oberhalb der Inflationsrate gewachsen."

Erfolgsorientierte Preismodelle für Medikamente könnten der Pharmabranche bei der Akzeptanz für teure Therapien helfen, bei denen oft Tausende Euro an Behandlungskosten pro Monat anfallen. Das Gesundheitssystem wiederum könnte effizienter werden, indem die Krankenkassen nur die Kosten für wirksame Arzneien übernehmen. Jedoch sind die Hürden hoch, etwa weil der konkrete medizinische Erfolg schwer zu messen und der bürokratische Aufwand hoch ist. Oschmann meinte, der Preis etwa für wirksame Krebsmedikamente müsse sich daran orientieren, "wie viel besser das Mittel im Vergleich zu bestehenden Therapieoptionen ist." Krankenkassen äußerten sich gegenüber dem "Handelsblatt" zurückhaltend zu dem Vorstoß.

Quelle: dpa


Das könnte Sie auch interessieren

Gesundheitsversorgung auf dem Land – weite Wege, lange Wartezeiten

Gesundheitsversorgung auf dem Land – weite Wege, lange Wartezeiten
Krebsinformationsdienst, DKFZ

Eine repräsentative Umfrage* vom Dezember 2017 hat gezeigt: Die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen weist aus Sicht vieler Befragter Defizite auf. Bemängelt wurden lange Wartezeiten auf Arzttermine, weite Wege und weniger Informationsmöglichkeiten. Auch für Krebspatienten und ihre Angehörigen kann diese Situation belastend sein. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ersetzt keinen Arzttermin, er bietet aber Antworten auf...

DEGUM-Experten fordern Ultraschall der Eierstöcke als Kassenleistung

DEGUM-Experten fordern Ultraschall der Eierstöcke als Kassenleistung
© CLIPAREA.com / fotolia.com

Um harmlose Eierstockzysten von bösartigem Eierstockkrebs zu unterscheiden, verwenden Ärzte das Ultraschallverfahren. Zysten und Krebsgeschwülste bilden im sonografischen Bild bestimmte Muster, die ein erfahrener Fachmann unterscheiden kann. Für ein hohes Qualitätsniveau der Untersuchung setzt sich die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) ein. Sie fordert, dass der Ultraschall der Eierstöcke eine Kassenleistung wird – auch...

Männer sind Vorsorgemuffel bei Krebsfrüherkennung

Männer sind Vorsorgemuffel bei Krebsfrüherkennung
© deagreez / Fotolia.com

In Deutschland geht nur gut jeder neunte Mann zur Prostatakrebsvorsorge. 4,65 Millionen und zwar 11,7 Prozent aller anspruchsberechtigten Bürger nahmen im Jahr 2014 die kostenlose Früherkennungsuntersuchung wahr, wie die BARMER GEK zum Weltmännertag am 3. November mitteilt. Damit bleiben Männer Präventionsmuffel. Denn im Jahr 2010 absolvierten 11,41 Prozent den Check. „Eine Krebsvorsorgeuntersuchung kann Leben retten. Je früher Krebs erkannt wird, desto...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Erfolgsorientierte Preismodelle für Arzneimittel gefordert"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.