Dienstag, 26. März 2019
Navigation öffnen

Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

16. August 2018 Vier von zehn Deutschen konsultieren Google bei Gesundheitsproblemen

Wenn es darum geht, sich über Gesundheitsvorsorge, Krankheitssymptome oder Behandlungsmöglichkeiten zu informieren, sind Ärzte für die Mehrheit der Deutschen (55%) nach wie vor die erste Adresse. Knapp vier von zehn Befragten (39%) konsultieren allerdings bei medizinischen Fragen „Dr.Google“ und suchen online nach Lösungen. An dritter Stelle (35%) folgt der Rat von Familie und Freunden. Knapp jeder Dritte (32%) fragt laut einer internationalen Studie des Markt- und Sozialforschungsinstituts Ipsos den Apotheker.
In den 27 befragten Ländern gibt es durchaus Unterschiede. So zeigt sich, dass in Japan bereits jeder zweite (48%) auf den medizinischen Rat von Google & Co. vertraut, während nur jeder fünfte (22%) den Arzt konsultiert. Noch vor dem Arzt suchen 30% der Japaner Rat bei Online Enzyklopädien wie Wikipedia.

Online-Communities als Ratgeber nicht überall gefragt

Online Communities oder Foren nutzen im weltweiten Durchschnitt und auch in Deutschland nur sechs von zehn (14%) Befragten, während Indien (21%), Südkorea (22%), Saudi Arabien (23%), die Türkei (23%) und Südafrika (24%) bei diesem Kanal überdurchschnittlich vertreten sind, wenn es um medizinischen Rat geht.
Während digitale Sprachassistenten wie Alexa oder Siri in Deutschland so gut wie gar nicht (3%) bei medizinischen Fragen herangezogen werden, ist man in China (16%), Indien (14%) der Türkei (13%) und Malaysia (12%) diesbezüglich aufgeschlossener.

Telemedizin für Deutsche noch keine Lösung

Wenn ein Arzt nicht persönlich erreichbar ist, kommt die Telemedizin zum Tragen, bei der Patienten von einem Arzt per Kommunikation über Computer, Tablet oder Smartphone betreut werden. Gerade vor dem Hintergrund der sinkenden Arztdichte in ländlichen Gebieten wäre die Telemedizin auch für Deutschland eine Alternative. Die Ergebnisse legen nahe, dass dafür noch einige Aufklärungsarbeit erforderlich scheint. Bislang haben nur 6% der Deutschen Telemedizin schon einmal ausprobiert. Damit liegen sie unterhalb des weltweiten Durchschnitts (10%). In Deutschland überwiegt noch die Anzahl der Verweigerer, die Telemedizin noch die praktiziert haben, es aber auch nicht planen (40%), gegenüber denjenigen, die Interesse an einem Versuch hätten (30%). Jeder Vierte (25%) ist sich nicht sicher in dieser Frage.
Im Europa-Vergleich sind die Erfahrungen mit Telemedizin weit weniger verbreitet (Belgien 2%, Serbien 3%, Frankreich Spanien und Ungarn je 4%, die es schon genutzt haben), als in Schwellenländern Asiens und des Mittleren Ostens (Saudi Arabien 31%, Indien 27%, China 24%), wo medizinisch geschultes Personal oft nur in den Ballungszentren zu finden ist.

Methode:

Die Ergebnisse stammen aus zwei Umfragen, die über das Ipsos Online Panel System durchgeführt wurden. Befragung A vom 20. April bis zum 4. Mai 2018 unter 20.767 Personen in 27 Ländern durchgeführt: Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Peru, Polen, Russland, Saudi Arabien, Serbien, Südafrika, Südkorea, Spanien, Schweden, Türkei, Ungarn, USA. Befragung B wurde vom 25. Mai bis zum 8. Juni unter 23.249 Personen in 28 Ländern durchgeführt. Die Länder waren die gleichen wie bei Befragung A, plus Kolumbien. Alle Befragten waren zwischen 16 und 64 Jahren alt, in Kanada und den USA 18-64.

Es wurde eine Gewichtung der Daten vorgenommen, um die demografischen Merkmale auszugleichen und damit sicherzustellen, dass die Stichprobe die aktuellen offiziellen Strukturdaten der erwachsenen Bevölkerung eines jeden Landes widerspiegelt. 17 der untersuchten Länder stellen jeweils repräsentative Stichproben dar (Argentinien, Australien, Belgien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Italien, Japan, Polen, Serbien, Südkorea, Spanien, Schweden und USA).

Brasilien, Chile, China, Indien, Malaysia, Mexiko, Kolumbien, Peru, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika und die Türkei repräsentieren eine nationale Stichprobe, welche eher die wohlhabende und gut vernetzte Bevölkerung abbildet. Gerade diese Bevölkerungsgruppe nimmt in den genannten Ländern jedoch eine wichtige gesellschaftliche Rolle ein.

Quelle: Ipsos GmbH


Das könnte Sie auch interessieren

Weltkindertag: Deutsche Krebshilfe ruft zu aktivem Lebensstil auf

Weltkindertag: Deutsche Krebshilfe ruft zu aktivem Lebensstil auf
© Sabphoto / Fotolia.com

In der Schule, vor dem Smartphone oder am Computer: Die Liste sitzender Aktivitäten von Jugendlichen ist lang. Fast die Hälfte ihrer Wachzeit – knapp sieben Stunden pro Tag – verbringen Schüler heutzutage sitzend oder liegend. Je mehr die jungen Menschen sitzen, desto riskanter ist auch ihr Gesundheitsverhalten: Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) im Rahmen des von der Deutschen Krebshilfe geförderten...

8. Krebsaktionstag – Gemeinsam gegen Krebs

8. Krebsaktionstag – Gemeinsam gegen Krebs
© Olivier Le Moal / Fotolia.com

Der Krebsaktionstag findet alle zwei Jahre am letzten Kongresstag des Deutschen Krebskongresses in Berlin statt und wird von der Stiftung Deutsche Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Berliner Krebsgesellschaft e. V. organisiert. Krebsexperten treffen, Wissen erweitern, Selbsthilfegruppen kennenlernen: Der 8. Krebsaktionstag bietet Ihnen aktuellste Informationen rund um das Thema Krebs. Betroffene, Angehörige und Interessierte sind herzlich eingeladen, an der...

Vor der Darmspiegelung ist „Abführen an zwei Tagen“ am effektivsten

Vor der Darmspiegelung ist „Abführen an zwei Tagen“ am effektivsten
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Je sauberer der Darm, umso aussagekräftiger ist das Ergebnis einer Darmspiegelung zur Krebsvorsorge. Darauf weisen Experten im Vorfeld des Kongresses Viszeralmedizin 2016 in Hamburg hin. Um den Darm optimal für die „Koloskopie“ vorzubereiten, sollten Patienten auf zwei Tage verteilt eine Poly-Ethylen-Glykol-Lösung (kurz: PEG) als Abführmittel zu sich nehmen, so die Mediziner. Die Darmspiegelung gilt als eines der effektivsten Verfahren der Krebsvorsorge...

Starke Hilfe: 7,65 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

Starke Hilfe: 7,65 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie
© RTimages / Fotolia.com

Die Mitgliederversammlung des José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. beschließt eine Mittelauskehr für zahlreiche Forschungs- und Projekt-Förderungen. Der Geschäftsführende Vorstand Dr. Gabriele Kröner sagt dazu: „Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem. Dieses große Ziel unseres Initiator José Carreras streben wir mit der Förderung der medizinischen Forschung und Finanzierung von Infrastrukturprojekten an.“

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Vier von zehn Deutschen konsultieren Google bei Gesundheitsproblemen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.