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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

30. Juli 2018 Digitale Krankschreibung: TK-Pilotprojekt startet am UKSH

Startschuss der digitalen Krankschreibung in Kiel: Die Mitarbeiter des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) müssen ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung künftig nicht mehr persönlich bei ihrem Arbeitgeber vorlegen oder per Post verschicken. Die Übermittlung der TK-Versicherten erfolgt ab sofort digital. Damit setzen die Techniker Krankenkasse und das UKSH weiter auf ihre digitale Agenda. Im vergangenen Herbst hat die TK bereits den elektronischen Versand des gelben Scheins an die Krankenkasse ermöglicht. Jetzt startet die Erweiterung um die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) für den Arbeitgeber als Pilotprojekt am Klinikum.
Vereinfachung und Beschleunigung durch neues Verfahren

Die TK geht bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen vorweg und setzt sich die Umsetzung innovativer Ideen zum Ziel. "Die eAU bietet allen Beteiligten schnellere und transparentere Prozesse und sorgt für weniger Bürokratie. Sie ist ein gutes Beispiel für echte Vereinfachung und Beschleunigung durch die Möglichkeiten der Digitalisierung. Den Weg der Digitalisierung werden wir konsequent weiter gehen, um die sich bietenden Chancen für ein besseres Gesundheitswesen nutzen zu können", sagte Thomas Ballast, stellvertretender TK-Vorstandsvorsitzender TK, am Freitag anlässlich der Vorstellung des Projektes am UKSH in Kiel.

"Ziel ist das tastaturlose Krankenhaus"

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) geht mit der Projektteilnahme einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung. Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH: "Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung passt hervorragend in die digitale Agenda des UKSH. Unser Ziel ist das tastaturlose Krankenhaus und die Befreiung aller Mitarbeiter und Patienten von überflüssiger Bürokratie. So gewonnene Zeit können wir in die weitere Steigerung der Attraktivität des UKSH investieren."

Neben einer zeitlichen Entlastung für die UKSH Beschäftigten und die Mitarbeiter in der Personalabteilung aufgrund der Einsparung von administrativen Vorgängen, können durch den elektronischen Versand zukünftig auch Millionen ausgedruckter Blätter vermieden werden. Außerdem minimieren sich Unklarheiten bei unleserlichen Bescheinigungen und es sollen weniger Anfragen beim Arzt wegen fehlender Krankmeldungen eingehen.

So funktioniert die elektronische Übermittlung an den Arbeitgeber

Stimmt der Patient in der Arztpraxis einer elektronischen Übermittlung der Krankmeldung zu, kann der Arzt mit nur einem Klick im Praxisverwaltungssystem diese über den sicheren und vom Landesdatenschutz geprüften und zertifizierten SafeMail-Dienst der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVHS) oder dem bundesweiten Kommunikationsdienst KV-Connect an die TK übermitteln. Die Mitarbeiter des UKSH brauchen sich dann nur noch mündlich bei ihrem Arbeitgeber krankmelden und können sich voll und ganz auf ihre Genesung konzentrieren. Die Personalabteilung des UKSH fordert dann die Daten der Krankmeldung bei der TK elektronisch ab. Dabei erfährt das UKSH als Arbeitgeber natürlich nichts über die Diagnose der Mitarbeiter. Der Datenaustausch zwischen den Arbeitgebern und der TK erfolgt nach den bestehenden Regelungen durch eine gesicherte und verschlüsselte Datenübertragung.
Neben den TK-Versicherten am UKSH haben auch Mitarbeiter der TK aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, an dem Pilotprojekt teilzunehmen. Voraussetzung ist, dass auch der zuständige Arzt bei dem elektronischen Verfahren mitmacht. Das UKSH und die TK erreichen mit dem Projekt gemeinsam rund 9.500 Arbeitnehmer.

Auch den Versichertendurchschlag der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung möchte die TK zukünftig den Versicherten elektronisch zur Verfügung stellen. So würden alle drei Zettel der Krankschreibung – für die Krankenkasse, den Arbeitgeber und den Versicherten – digitalisiert.

Quelle: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein


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