Dienstag, 16. Juli 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

17. Juli 2018 Hartmannbund: Landarztquote wirkt nicht vor 2030

„Die Ärzteschaft ist gern bereit, sich an Lösungen für den Mangel an Ärzten in den niedersächsischen Regionen zu beteiligen, jedoch hat es die Politik versäumt, rechtzeitig die dafür nötigen Voraussetzungen zu schaffen.“ Das sagte die Vorsitzende des Hartmannbund-Landesverbandes Niedersaschen, Prof. Anke Lesinski-Schiedat, als Reaktion auf die Äußerungen des niedersächsischen SPD-Generalsekretärs Alexander Saipa, Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) solle seine Blockade gegenüber der Einführung einer Landarztquote überdenken.
„Eine solche Quote suggeriert zwar, dauerhaft das Problem fehlender Ärzte in strukturschwachen Regionen zu lösen, jedoch schafft sie erstens keine Anreize, und zweitens kann sie vor 2030 auch nicht wirken“, so Lesinski-Schiedat. "Studium und Facharztweiterbildung dauern mindestens elf Jahre, und der einzige Anreiz besteht darin, einen Studienplatz zu ergattern – das soll die Lösung aller Probleme sein? Davon wird weder die Niederlassung noch eine Region attraktiv. Die Versorgungsengpässe sind doch jetzt schon in einigen Gemeinden und Kommunen akut. Welche unmittelbaren Konzepte hat die Politik – auch um eine Kumulation der Probleme langfristig zu verhindern?" Die Einführung einer Vorabquote für Studienbewerber, die sich mit knapp 20 Jahren verpflichten sollen, elf oder zwölf Jahre später als selbständig tätiger Arzt in einer strukturschwachen Region tätig zu werden, werde jedenfalls nicht dazu führen, dass auch nur ein Arzt in den nächsten zehn Jahren als motivierter Landarzt arbeitet.

Stattdessen, so Lesinski-Schiedat, seien Anstrengungen zu unternehmen, die wirklich rasche und nachhaltige Ergebnisse erzielen, wozu zum Beispiel vor allem infrastrukturelle Investitionen in das Breitbandnetz, den Nahverkehr, in Schulen, Kitas und kulturelle Einrichtungen gehören. Diese Attraktivitätssteigerung kann zu einem Bevölkerungszuwachs führen, so dass dann ein selbstständig arbeitender niedergelassener Landarzt auch ausreichend zu tun hat.

Für eine langfristig bessere Prognose sei auch eine Erhöhung der Medizinstudienplätze denkbar, die über die Umwandlung von Teil- in Vollstudienplätze in Göttingen hinausgehen muss. Hier gilt es neben den schlichten Räumen auch ausreichend ärztliche Ausbilder einzustellen, um die steigende Studentenzahl gut auszubilden.

Die Politik muss dieses Problem endlich als eine gesamtgesellschaftliche, strukturelle Herausforderung anerkennen. „Die Politik muss Perspektiven für die niedersächsische Bevölkerung in den Regionen insgesamt schaffen, statt mit solchen Vorschlägen der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen“, stellte die Landesvorsitzende des Hartmannbundes klar. „Das Praxissterben ist Teil einer viel größeren Herausforderung. Der Hartmannbund und die Ärzteschaft haben bereits vor über zehn Jahren das Problem sterbender Regionen in die Politik kommuniziert: Es müssen nachhaltige Anreize geschaffen werden, die auch junge Ärzte motivieren, sich in ländlichen Regionen eine Existenz aufzubauen. Für diese Alternative müssen endlich die strukturpolitischen Voraussetzungen geschaffen werden."

Quelle: Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e. V.


Das könnte Sie auch interessieren

Starke Hilfe: 7,65 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

Starke Hilfe: 7,65 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie
© RTimages / Fotolia.com

Die Mitgliederversammlung des José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. beschließt eine Mittelauskehr für zahlreiche Forschungs- und Projekt-Förderungen. Der Geschäftsführende Vorstand Dr. Gabriele Kröner sagt dazu: „Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem. Dieses große Ziel unseres Initiator José Carreras streben wir mit der Förderung der medizinischen Forschung und Finanzierung von Infrastrukturprojekten an.“

„du bist kostbar“

Aufgrund der zunehmend verbesserten Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren nimmt die Zahl der Menschen mit Krebs, die geheilt werden oder lange mit der Erkrankung leben können, stetig zu. „Dennoch erleben Menschen, die von Krebs betroffen sind, die Krankheit meist als tiefen Eingriff ins Leben. Mit den Ärzten bespricht man die medizinischen Behandlungsschritte, doch die Angst bleibt und es stellen sich häufig viele weitere Fragen. Wir beantworten diese...

Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet

Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet
© Andrey Popov / fotolia.com

Der Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie 2018 wurde an die Psychologin Astrid Grossert-Leugger, Basel, verliehen. Die Preisträgerin erhielt die mit 2.500 € dotierte Auszeichnung für ihre Arbeit zum Thema „Web-Based Stress Management for Newly Diagnosed Patients with Cancer (STREAM): A Randomized, Wait‐List Controlled Intervention Study“. Die Preisverleihung erfolgte auf der 17. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie...

Wegweiser „Leben mit Krebs in Hessen“ hilft Betroffenen

Wegweiser „Leben mit Krebs in Hessen“ hilft Betroffenen
© Fotolia / fotomek

In Deutschland leiden aktuell 1,4 Millionen Menschen an Krebs und die Zahl der Neuerkrankungen steigt. In Hessen treten jährlich mehr als 35.000 neue Krebserkrankungen auf. Ermutigend ist, dass nach neuesten Studien die Rate der Langzeitüberlebenden ansteigt. Manche Krebsarten sind heute heilbar, andere können als chronische Erkrankung eingestuft werden. Auch die Chancen, mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung länger zu leben, sind in den letzten Jahren spürbar...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Hartmannbund: Landarztquote wirkt nicht vor 2030"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich