Mittwoch, 17. Juli 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

11. Juli 2018 DBfK Nordwest: Kritik an Akademisierung der Pflegeberufe unangebracht

Seit den 90er Jahren hat sich die Zahl pflegewissenschaftlicher Studiengänge in Deutschland rasant entwickelt. Mittlerweile bieten gut 80 Hochschulen in knapp 150 unterschiedlichen Pflegestudiengängen akademische Entwicklungsangebote für Pflegefachpersonen. Die akademisch ausgebildeten Pflegefachpersonen sind fester Bestandteil der Versorgungs- und Betreuungsstrukturen in Deutschland.
Vor diesem Hintergrund ist es nahezu ein Affront, wenn Standesvertreter anderer akademischer Gesundheitsfachberufe der Pflege vorschreiben möchten, welchen Weiterbildungsbedarf Pflegefachpersonen haben – so geschehen bei der Kammerversammlung der Ärztekammer Westfalen-Lippe, die ihrerseits die zunehmende Akademisierung der Pflegeberufe kritisiert hat. „Mit entsprechender Verwunderung haben wir die Berichterstattung zur jüngsten Kammerversammlung der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) zur Kenntnis genommen. Die hier geäußerte Kritik an der akademischen Entwicklung der Pflegeberufe zeugt von großer Unkenntnis der Sachlage“, sagt Martin Dichter, Vorsitzender des DBfK Nordwest.

Neben Studiengängen in den Bereichen Pflegewissenschaft, Pflegepädagogik und Pflegemanagament sind mittlerweile auch in Deutschland primärqualifizierende Pflegestudiengänge etabliert. Die akademische Qualifikation von Pflegenden und die Integration dieser in die klinische Pflege werden unter anderem vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen sowie dem Medizinischen Fakultätentag gefordert. Im Ergebnis sichern heute bereits zahlreiche akademisch qualifizierte Pflegende als klinische Pflegeexperten im jeweiligen Pflegeteam, als Wundexperten sowie im Rahmen pflegerischer Konsiliardienste, in der Beratung und im klinischen Fallmanagement eine evidenzbasierte Pflege.

Die Tätigkeit von akademisch ausgebildeten Pflegenden in Leitungsfunktionen ist auch Ausdruck eines über Jahrzehnte entstandenen Nachholbedarfs in diesem Bereich. Vergleiche zwischen den Führungsstrukturen der Ärzteschaft und der Pflege sind nicht zielführend und eher angetan, die in der Krankenhauspraxis vertrauensvoll zusammenarbeitenden Berufsgruppen zu spalten. „Mir ist kein Krankenhaus in Deutschland bekannt, in dem die Anzahl akademisch ausgebildeter Pflegender im Management die Zahl von Oberärzten und Chefärzten übersteigt“, so Dichter.

Aus Sicht des DBfK Nordwest erscheint auch die Unterteilung von Aufgaben im Rahmen der Gesundheitsversorgung in ärztliche und nicht ärztliche Aufgaben nicht mehr zeitgemäß. „Als Berufsverband setzen wir uns für eine Überprüfung und Anpassung der Aufgabenverteilung im Gesundheitswesen ein. Schon heute sind es Pflegefachpersonen, die als Wundexperten chronische Wunden mit hoher Kompetenz versorgen, ein Delirrisiko von Menschen mit Demenz diagnostizieren und entsprechende Maßnahmen zur Vermeidung eines Delirs einleiten sowie komplexe Beatmungsregime auf Intensivstationen steuern“, sagt Dichter. Von daher ist es schlicht angemessen, wenn Pflegenden diese Aufgaben zugeschrieben werden.

Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest e.V.


Das könnte Sie auch interessieren

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Aktuelle Studien belegen: Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs profitieren von  guter Gesundheitsinformation und Aufklärung. Ängste und Sorgen nehmen ab, die Lebensqualität steigt. Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) informiert Betroffene und Angehörige seit 30 Jahren rund um das Thema Krebs. Bei 50 Prozent aller Anfragen zu Tumorlokalisationen steht das Thema Brustkrebs im Vordergrund.

Was hilft Kindern mit Krebs und deren Eltern?

Was hilft Kindern mit Krebs und deren Eltern?
© Frantab / Fotolia.com

Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, verändert sich in einem Augenblick das gesamte Leben der Familie – Gefühle, Gedanken, der Alltag. Für die Eltern krebskranker Kinder ist es eine große Belastung, sich in der neuen Lebenssituation mit den Unsicherheiten und Verlustängsten zurechtzufinden. In dieser schwierigen Situation gibt es viele unterstützende Angebote. Das ONKO-Internetportal stellte in seinem Monatsthema eine Auswahl davon vor.

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu
© Expensive / fotolia.com

Eine Krebserkrankung hinterlässt Spuren, körperliche und seelische. Für Patientinnen ist es manchmal schwer, über ihre Empfindungen und Ängste zu sprechen. Umso belastender kann es sein, die mit der Krankheit häufig einhergehende Beeinträchtigung der Sexualität in Worte zu fassen. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet Unterstützung an – auch bei Fragen, die viele als heikel empfinden.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"DBfK Nordwest: Kritik an Akademisierung der Pflegeberufe unangebracht"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren