Montag, 27. Mai 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

26. Juni 2018 Hebammenverband fordert langfristige Lösung bei Haftpflicht für Hebammen

Am 01. Juli 2018 steigt die Haftpflichtprämie für freiberuflich in der Geburtshilfe tätige Hebammen auf jährlich 8.174 Euro. Die betroffenen rund 2.600 freiberuflichen Hebammen begleiten 21% aller Geburten in Deutschland – in Kliniken als Beleghebammen, in Geburtshäusern und zu Hause. Eine Ausgleichszahlung der Krankenkassen in Form eines Sicherstellungszuschlags mildert diese finanzielle Belastung der Hebammen.
Seit Einführung der Ausgleichszahlung steigt die Anzahl der außerklinisch von Hebammen begleiteten Geburten sogar wieder leicht an. Nach Einschätzung des Deutschen Hebammenverbands (DHV) besteht jedoch immer noch eine Lücke. Es wurden bis heute nach Berechnungen des Verbands erst rund die Hälfte der Versicherungskosten an Hebammen erstattet. Der DHV begrüßt deshalb die von der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) geforderte Überprüfung des Zuschlags und fordert weiterhin eine langfristige politische Lösung, beispielsweise durch einen Haftungsfonds.

„Der Sicherstellungszuschlag bedeutet eine Entlastung für Hebammen in der Geburtshilfe. Er ist für uns jedoch nur eine Zwischenlösung“, meint Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands. Von Juli 2015 bis April 2018 wurden nach Aussage der Bundesregierung 20,56 Mio. Euro Zuschlag an 3.040 Hebammen ausgezahlt. Der DHV geht jedoch auf Basis der bei ihm rund 2.600 mit Geburtshilfe versicherten Hebammen davon aus, dass der bisher ausbezahlte Zuschlag nur rund die Hälfte der Kosten abdeckt. Der Eigenanteil von Hebammen steigt mit jeder Erhöhung der Haftpflichtkosten und die Beantragung ist mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden. Der Deutsche Hebammenverband begrüßt deshalb die aktuell von der Gesundheitsministerkonferenz beschlossene Überprüfung des Sicherstellungszuschlags. Ursula Jahn-Zöhrens, Präsidiumsmitglied und Beirätin für den Freiberuflichenbereich beim DHV, fordert: „Wir benötigen eine tragfähige langfristige Lösung beispielsweise durch einen Haftungsfonds, der die Kosten auf mehr Schultern verteilt. Nur so können wir die sich immer weiter nach oben drehende Preisspirale und die damit einhergehende finanzielle Belastung der Kolleginnen endgültig stoppen.“

Der Deutsche Hebammenverband e. V. (DHV) bietet seinen Mitgliedern die einzige in Deutschland verfügbare Gruppenhaftpflichtversicherung für Hebammen an. Der bestehende Vertrag gilt bis Juli 2021. Der Beitragssatz steigt für freiberuflich in der Geburtshilfe tätige Hebammen jedes Jahr weiterhin an. Ab dem 01.07.2019 wird er 8.664 Euro jährlich betragen und ab dem 01.07.2020 insgesamt 9.098 Euro jährlich. Da die Folgekosten für Geburtsschäden weiter steigen, beträgt die Deckungssumme inzwischen zehn Millionen Euro für jeden einzelnen Fall. Für Hebammen, die keine Geburtshilfe anbieten, steigen die Prämien nicht. Hebammenschülerinnen und -studentinnen sind prämienfrei versichert.

Quelle: Deutscher Hebammenverband e. V.


Das könnte Sie auch interessieren

„du bist kostbar“

Aufgrund der zunehmend verbesserten Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren nimmt die Zahl der Menschen mit Krebs, die geheilt werden oder lange mit der Erkrankung leben können, stetig zu. „Dennoch erleben Menschen, die von Krebs betroffen sind, die Krankheit meist als tiefen Eingriff ins Leben. Mit den Ärzten bespricht man die medizinischen Behandlungsschritte, doch die Angst bleibt und es stellen sich häufig viele weitere Fragen. Wir beantworten diese...

Sächsische Krebsgesellschaft e.V.: „Aktiv gegen Krebs“

Das Vermitteln von Wissen zum Thema Krebs versteht die Sächsische Krebsgesellschaft e.V. (SKG) als ihre vordringlichste Aufgabe. Das betrifft das Wissen der Betroffenen, also der an Krebs erkrankten Menschen, die sich in allen
Fragen rund um ihre Erkrankung an die SKG wenden können, wie auch das Wissen der Bevölkerung. "Wir wollen vermitteln, dass man mit Krebs leben kann", erklärt Professor Dr. Ursula Froster, Vorstandsvorsitzende der SKG.

40 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs

40 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs
© kuznetsov_konsta / Fotolia.com

Am 26. August 2016 begeht die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) im Rahmen ihrer Bundestagung ihr 40-jähriges Jubiläum. Als einer der größten und ältesten Krebs-Selbsthilfeverbände Deutschlands leistet sie unverzichtbare Hilfe für Betroffene und beeinflusst aktiv politische Entscheidungsprozesse im Gesundheitswesen. Dort tritt sie für die Bedürfnisse von Betroffenen ein – dass Patienten heute wesentlich mehr Recht auf Mitsprache...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Hebammenverband fordert langfristige Lösung bei Haftpflicht für Hebammen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.