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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

20. Juni 2018 Krankenkassen für ausgedehntere Praxis-Öffnungszeiten

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) werben für ausgedehntere Praxis-Öffnungszeiten abends und am Wochenende, damit Kassenpatienten leichter an Termine kommen. Ärzte könnten mehr Sprechstunden zu Zeiten anbieten, in denen sie es bisher nicht tun, sagte Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandschef des GKV-Spitzenverbands, am Dienstag im brandenburgischen Kremmen. So könnte Ärzten zum Beispiel ermöglicht werden, samstags von 7.00 bis 19.00 Uhr Sprechstunden anzubieten statt wie bisher bis 14.00 Uhr. Dafür seien dann auch Verbesserungen bei der Vergütung vorstellbar.
Die große Koalition plant zur Verkürzung von Wartezeiten, die vorgeschriebenen Mindest-Sprechstunden für gesetzlich Versicherte von 20 auf 25 pro Woche zu erhöhen. Die Kassen unterstützen dies. Sie sehen Forderungen der Ärzte nach entsprechend mehr Geld aber "sehr kritisch", wie von Stackelberg bekräftigte. Da die GKV 90% der Bevölkerung versichere, sei auch zu erwarten, dass Ärzte diesen Patienten den überwiegenden Teil der Sprechstundenzeit zur Verfügung stellten.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sagte: "Alle Überlegungen in Richtung zusätzlicher ärztlicher Leistung sind absurd, solange schon jetzt 10 bis 20% der erbrachten Leistungen nicht bezahlt werden." Zudem spiele auch bei jungen Medizinern eine "funktionierende Work-Life-Balance" (ein ausgewogenes Verhältnis von privaten und beruflichen Interessen) eine zunehmend wichtigere Rolle – wie in der gesamten Gesellschaft auch.

Offen sind die Kassen für mehr Sprechstunden ohne Anmeldung bei Fachärzten. Wenn sich Patienten ganz neu oder erstmals seit längerem an eine Facharztpraxis wenden, seien Anreize denkbar, damit sie nicht erst so spät einen ersten Termin bekommen wie bisher oft üblich, sagte von Stackelberg.

Quelle: dpa


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