Dienstag, 25. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

14. Juni 2018 Urologen unterstützen Implementierung der HPV-Impfung für Jungen

Deutschlands Urologen haben lange darauf gewartet: Nun hat die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) am 5. Juni ihre Empfehlung zur HPV-Impfung für Jungen beschlossen. Danach empfiehlt die STIKO die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) für alle Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Zu einer Nachholimpfung wird bis zum Alter von 17 Jahren geraten. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. begrüßen diese Entscheidung uneingeschränkt und sichern der STIKO ihre volle Kooperation und Unterstützung bei der anstehenden Implementierungsphase der HPV-Jungenimpfung zu.
Mit medizinischen Fortbildungen zu HPV-bedingten Erkrankungen, Impfkursen und der Einrichtung von Jungensprechstunden in urologischen Praxen und Kliniken haben DGU und Berufsverband in der Vergangenheit bereits entsprechende Versorgungsstrukturen eingeführt. „Schon im Herbst 2018 werden die Verbände mit einer Urologischen Themenwoche zur HPV-Impfung für Jungen in Zusammenarbeit mit der STIKO die breite Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren“, sagt DGU-Pressesprecher Prof. Dr. Christian Wülfing.
 
Aus Sicht von DGU und Berufsverband war die jetzige Impfempfehlung für Jungen überfällig, um eine effektive impfmedizinische Präventionsstrategie gegen HPV-assoziierte Erkrankungen für beide Geschlechter zu etablieren. In Deutschland werden 1,6% aller Krebserkrankungen in Verbindung mit sogenannten Hochrisiko-HPV-Typen gebracht. Laut RKI entspricht dies 7.600 Krebspatientinnen und -patienten. „Angesichts unzureichender HPV-Impfquoten der Mädchen in Deutschland mit einer Durchimpfungsrate von 31% bei den 15-jährigen Mädchen und folglich einer unzureichenden Herdenschutzwirkung war zehn Jahre nach der STIKO-Empfehlung für eine alleinige Mädchenimpfung eine Überprüfung der wissenschaftlichen Literaturlage dringend notwendig“, sagt Prof. Dr. Peter Schneede, HPV-Experte der DGU. Danach ist es wissenschaftlich erwiesen, dass sich durch die HPV-Impfung von Kindern und Jugendlichen, optimalerweise vor Aufnahme der sexuellen Aktivitäten, nicht nur Gebärmutterhalskarzinome, sondern auch andere HPV-assoziierte Karzinome von Frauen und Männern effektiv verhindern lassen. Dazu gehören Krebserkrankungen von Vulva, Scheide, Penis, After, Mund, Rachen und Kehlkopf. „Zudem schützt die Impfung beide Geschlechter vor den wesentlich häufigeren Anogenitalwarzen. Diese sind zwar gutartig, aber hoch ansteckend, häufig wiederkehrend und für die Betroffenen äußerst unangenehm“, so der HPV-Experte des Berufsverbandes, Dr. Wolfgang Bühmann.
 
Die nun erweiterte STIKO-Empfehlung auf eine geschlechtsneutrale HPV-Impfung von Kindern und Jugendlichen deckt sich mit der Auffassung der DGU, die bereits seit 2013 in der S3-Leitlinie zur Impfprävention HPV-assoziierter Neoplasien (AWMF-Register Nr. 082/002, Stand 12/2013) von der Fachgesellschaft offiziell mit vertreten wurde. Eine öffentliche Empfehlung für die Jungenimpfung hatten die Fachgesellschaft und der Berufsverband der Deutschen Urologen 2016 abgegeben.
 
Mit Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 34/2018 Ende August wird die neue STIKO-Empfehlung offiziell. Danach hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) drei Monate Zeit, die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie zu prüfen, welche die Kostenübernahme von Impfungen durch die Gesetzliche Krankenversicherung regelt. Diese wird erwartet, da der G-BA üblicherweise den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission folgt. „Wir sind vorbereitet“, sagt Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Urologen. „Mit unseren Jungensprechstunden beim Urologen haben wir die notwendigen Versorgungsstrukturen geschaffen und können dazu beitragen, die männlichen Adoleszenten zu erreichen, sie aufzuklären und zu impfen und das nicht zuletzt mit Blick auf die Nachholimpfungen bis 17 Jahre.“ Mit zielgruppengerechter Online-Information auf www.jungensprechstunde.de und auf ihrer Homepage www.urologenportal.de sowie der bundesweit angelegten Urologischen Themenwoche zur HPV-Impfung werden Deutschlands Urologen die Implementierung der HPV-Impfung für Jungen nun weiter intensiv fördern.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU)


Das könnte Sie auch interessieren

Ein Zebra erobert die sozialen Medien

Ein Zebra erobert die sozialen Medien
© #zebrasNETfinden

Mehr Aufmerksamkeit für Neuroendokrine Tumoren (NET) und die Förderung der Früherkennung – das war Ziel der Awareness-Aktion #zebrasNETfinden, die im Rahmen des internationalen NET Cancer Days am 10. November stattfand. Mit Infoständen in sieben deutschen Städten und einer Foto-Aktion in den sozialen Medien konnte die Kampagne eine Vielzahl von Menschen auf Symptome und Therapiemöglichkeiten dieser seltenen Krebserkrankung aufmerksam machen.

Lungenkrebs: Experten fordern mehr Prävention

Lungenkrebs: Experten fordern mehr Prävention
© nerthuz / Fotolia.com

Ein Großteil der Lungenkrebserkrankungen wäre vermeidbar, insbesondere durch konsequente Tabak-Kontrollmaßnahmen. Der wichtigste Schlüssel auf dem Weg zur Präzisions-Medizin ist die molekulare Diagnostik, sie bildet die Basis für eine zunehmend individualisierte und damit wirksamere Therapie beim Lungenkrebs. Gezielte Screening-Programme bei Rauchern mit besonders hohem Lungenkrebs-Risiko könnten die Sterblichkeit deutlich senken. Multimodale...

Zielgerichtete Brustkrebstherapie ist erfolgreich

Brustkrebs kann jede Frau treffen. Eine von acht Frauen wird im Laufe ihres Lebens mit der Diagnose konfrontiert - allein in Deutschland sind das 72.000 Frauen im Jahr. Doch dank innovativer Forschung und Entwicklung wurden gerade in der Behandlung von Brustkrebs in den vergangenen Jahren große Fortschritte erreicht. Heute sind zielgerichtete Medikamente verfügbar, die die Überlebensaussichten von Frauen mit Brustkrebs entscheidend verbessern.

Filmstar unterstützt Patienten mit seltener Blutkrankheit in Regensburg

Filmstar unterstützt Patienten mit seltener Blutkrankheit in Regensburg
© UKR / Marion Schweiger

Der mehrfach preisgekrönte Schauspieler Adnan Maral, bekannt aus „Türkisch für Anfänger“, setzt sich als Schirmherr der Interessengemeinschaft „Sichelzellanämie“ für Patienten mit einer in Deutschland seltenen Bluterkrankung ein. Am vergangen Samstag war er auf dem „Patiententreffen Sichelzellerkrankungen“ in Regensburg vor Ort. Veranstalter war die Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Urologen unterstützen Implementierung der HPV-Impfung für Jungen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich