Dienstag, 19. März 2019
Navigation öffnen

Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

07. Juni 2018 Medikamentöse Versorgung bei rheumatoider Arthritis

Mit welchen Medikamenten werden Patienten behandelt, bei denen erstmals eine rheumatoide Arthritis (RA) festgestellt wurde? Diese Frage untersucht eine Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) zum ersten Mal für ganz Deutschland.
Bei der Therapie der RA ist die frühzeitige Kontrolle der zugrundeliegenden Entzündung von zentraler Bedeutung. Entzündungshemmende Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der DMARDs (engl. disease-modifying antirheumatic drugs) nehmen daher eine Schlüsselrolle bei der Therapie ein. Die Zi-Studie mit Daten aus den Jahren 2009 bis 2015 zeigt, dass bei etwa 44% der RA-Patienten im ersten Jahr nach Diagnosestellung DMARDs eingesetzt werden. Jüngere Patienten erhalten dabei in knapp 53% der Fälle DMARDS, während ältere Patienten bevorzugt Glukokortikoide erhalten.

Ein weiterer Unterschied wird bei den verschiedenen Untergruppen der RA deutlich. Während 70% der Patienten mit seropositiver RA eine DMARD-Verordnung erhalten, liegt die DMARD-Verordnungshäufigkeit für Patienten mit seronegativer RA bei 37%.

Bei gemeinsamer Betreuung neu erkrankter RA-Patienten durch Rheumatologen und Hausärzte wird eine sehr hohe Versorgungsrate mit DMARDs von fast 80% erreicht. Dies zeigt: Je früher ein Rheumatologe in die Behandlung eingebunden wird, desto eher kommen DMARDs zum Einsatz.

RA ist eine chronische, systemische Autoimmunerkrankung, die durch eine Entzündung der Gelenkinnenhäute (Synovialitis) gekennzeichnet ist. Unzureichend behandelt, führt die Erkrankung zu einer fortschreitenden Schädigung der Gelenkstrukturen einschließlich einer Organbeteiligung. Mit einer RA geht ein erhöhtes Risiko für zahlreiche Begleiterkrankungen einher, insbesondere für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine weitere vor kurzem im Versorgungsatlas veröffentlichte Studie der Zi-Wissenschaftler hatte gezeigt, dass in Deutschland mit 1,2% der erwachsenen Bevölkerung mehr Menschen von RA betroffen sind als bisher angenommen. Diese Entwicklung deckt sich mit Ergebnissen einer zeitgleich veröffentlichten amerikanischen Studie, die für die USA zu gleichen Erkenntnissen gekommen ist. Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 80 je 100.000 Personen neu an RA.

Die Studie basiert auf den bundesweiten vertragsärztlichen Arzneiverordnungsdaten für die Jahre 2009 bis 2015. Es wurden dabei alle gesetzlich krankenversicherten Patienten im Alter von 15 bis 79 Jahren erfasst, die im Untersuchungszeitraum mindestens einen Arztkontakt hatten, unabhängig davon, ob Arzneimittel verordnet wurden oder nicht.

Quelle: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland


Das könnte Sie auch interessieren

Ein Zebra erobert die sozialen Medien

Ein Zebra erobert die sozialen Medien
© #zebrasNETfinden

Mehr Aufmerksamkeit für Neuroendokrine Tumoren (NET) und die Förderung der Früherkennung – das war Ziel der Awareness-Aktion #zebrasNETfinden, die im Rahmen des internationalen NET Cancer Days am 10. November stattfand. Mit Infoständen in sieben deutschen Städten und einer Foto-Aktion in den sozialen Medien konnte die Kampagne eine Vielzahl von Menschen auf Symptome und Therapiemöglichkeiten dieser seltenen Krebserkrankung aufmerksam machen.

Schmerzmittel Methadon ist kein Krebsheilmittel - keine falschen Hoffnungen wecken

Schmerzmittel Methadon ist kein Krebsheilmittel - keine falschen Hoffnungen wecken
@ efmukel / Fotolia.com

Das Opioid Methadon sollte nicht zur Tumortherapie eingesetzt werden. Die derzeit vorliegenden Daten aus Labor- und Tierversuchen sowie einer Studie mit 27 Krebspatienten reichen nicht aus, um eine Behandlung zu rechtfertigen. Einige Medienberichte wecken dennoch bei an Leukämie oder Hirntumor erkrankten Patienten die falsche Hoffnung auf Heilung. Methadon ist zur Behandlung starker Schmerzen zugelassen und ein etabliertes Medikament in der Schmerztherapie bei Krebserkrankten. Darauf...

Frauenärzte der GenoGyn fordern Maßnahmen gegen riskanten Alkoholkonsum

Frauenärzte der GenoGyn fordern Maßnahmen gegen riskanten Alkoholkonsum
© karepa / Fotolia.com

Beim Alkoholkonsum belegt Deutschland im weltweiten Vergleich stets Spitzenplätze: Rund zehn Liter reinen Alkohols werden hierzulande nach aktuellen Informationen des Bundesgesundheitsministeriums jedes Jahr pro Kopf getrunken und verursachen alljährlich volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von 26,7 Milliarden Euro. „Obwohl Erkenntnisse über das Suchtpotenzial von Alkohol in der Gesellschaft inzwischen hinlänglich verbreitet sind, finden Bier, Wein und...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Medikamentöse Versorgung bei rheumatoider Arthritis"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.