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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

28. Mai 2018 Debatte um neue Regeln zur Organspende nimmt Fahrt auf

Nach dem Negativ-Rekord bei Organspenden mehren sich die Stimmen, die eine Neuregelung nach dem Vorbild europäischer Nachbarstaaten fordern. Zuletzt wurde in den Niederlanden die sogenannte Widerspruchslösung eingeführt: Jeder der nicht widerspricht, kommt nach dem Tod als Organspender in Frage.
"Aus medizinischer Sicht, vor allem aber aus Sicht der vielen schwerkranken Patienten auf der Warteliste, wäre eine solche Regelung der Idealfall", sagte Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, vor dem Tag der Organspende am kommenden Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Für eine Widerspruchslösung kämpft auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach. "Für mich ist das ganz klar die Lösung, die ich bevorzuge – als Politiker und als Arzt", sagte er der dpa. "Wir könnten damit so vielen Menschen den Tod ersparen oder ein besseres Leben
ermöglichen."

Kritisch steht der Idee Rolf Henke gegenüber, der Vorsitzende der Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund. Das Transplantationswesen lebe von Vertrauen – ob eine Widerspruchslösung das Vertrauen stärkt, bezweifelt er: "Es ist eher das Gegenteil zu befürchten." Man müsse die Menschen überzeugen und die Strukturen verbessern.

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hatte die Zahl der Organspender im vergangenen Jahr mit 797 einen Tiefpunkt erreicht.

Quelle: dpa


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