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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

17. Mai 2018 Serbische Medien: Bevölkerung erkrankt vermehrt an Krebs durch alte Nato-Uranbomben

Während des EU-Westbalkangipfels ist in Serbien die Diskussion über Gesundheitsschäden uranhaltiger Munition bei der Bombardierung des früheren Jugoslawiens durch die Nato im Jahr 1999 wieder aufgeflammt. "Uran mäht die Serben nieder", titelte die Regierungszeitung "Novosti" am Donnerstag in Belgrad.
Die als Sprachrohr der Regierung geltende Boulevardzeitung "Informer" schrieb auf der Titelseite: "Die Nato hat absichtlich Krebs quer durch Serbien gesät." Hintergrund ist die Behauptung des US-Botschafters, Kyle Scott, der drastische Anstieg von Krebsfällen in Serbien hänge nicht mit den Nato-Bomben, sondern mit dem ungesunden Lebensstil der Serben und rückständiger Medizin zusammen.

Die Nato habe bei ihrem zweieinhalb-monatigen Bombardement Munition mit zehn Tonnen abgereicherten Urans abgeworfen, "was zum drastischen Anstieg tödlicher Krankheiten geführt hat, unter dessen Folgen noch viele zukünftige Generationen leiden müssen", schrieb "Novosti" weiter. Das serbische Parlament hatte bereits vor Tagen mitgeteilt, eine staatliche Kommission werde wissenschaftliche Beweise für einen drastischen Anstieg der Todesfälle und Sterilität bei Männern durch die Nato-Munition sammeln. Auf dieser Basis könne das Balkanland dann die Länder, die an der Bombardierung beteiligt waren, auf Entschädigungen in Millionenhöhe verklagen.

Der US-Botschafter in Serbien hatte behauptet, internationale Organisationen hätten klar festgestellt, dass abgereichertes Uran, das für panzerbrechende Waffen eingesetzt werde, nicht zu den behaupteten Gesundheitsschäden führen würde. Vielmehr sorgten die veraltete und ungenügende medizinische Versorgung in Serbien sowie die kaum kontrollierte wilde Entsorgung uranhaltiger Abfälle im Land für die Probleme. Die Nato hatte das damals noch aus Serbien und Montenegro bestehende Jugoslawien bombardiert, um das Militär zum Rückzug aus der nur noch von Albanern bewohnten Provinz Kosovo zu zwingen.

Quelle: dpa


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