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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

26. April 2018 Digitalisierung im Gesundheitswesen

Droht uns der digitale Kontrollverlust? Wird Medizin immer unpersönlicher? Welche Chancen bietet die fortschreitende Vernetzung im Gesundheitswesen? Die Frühjahrstagung 2018 der Healthcare Frauen e.V. (HCF) am 16. und 17. April in Frankfurt stand ganz im Zeichen der Digitalisierung. Das Businessnetzwerk rief zur Etablierung einer digital culture auf, die Unternehmen zukunftsfähig im Zeitalter der Digitalisierung mache.
Rund 100 weibliche Führungskräfte aus der Gesundheitsbranche im deutschsprachigen Raum trafen sich, um sich nicht nur mit den technologischen Veränderungen, sondern vor allem mit dem daraus resultierenden Kulturwandel zu beschäftigen. Tatsächlich stehen Unternehmen im Healthcare-Bereich – seien es Kliniken, Krankenkassen, Praxen oder die Pharmaindustrie – vor den größten Umbrüchen seit der Industriellen Revolution. Doch die digitale Um- und Nachrüstung interner Prozesse und Systeme bringt nicht nur Effizienzsteigerung mit sich, sondern auch Verunsicherung bei der Belegschaft. Die HCF-Mitglieder tauschten sich bei ihrem zweitägigen Zusammentreffen über die gelebte Nutzung digitaler Medien aus, über Erfahrungen und Herausforderungen. „Es gilt, den technologischen Wandel anzunehmen und gleichzeitig zu lernen, damit umzugehen“, sagt Susanne Jurasovic vom HCF-Vorstand. „Mit der Digitalisierung verändert sich auch die Unternehmenskultur. Der Wandel erfordert bei Mitarbeitern und Führungskräften nicht nur digitale Kompetenz, sondern auch Achtsamkeit und ein Bewusstsein für Chancen und Risiken. Mit anderen Worten: Wir müssen eine digitale Kultur etablieren.“

Digital Culture als Basis für Agilität in Unternehmen

Als Keynote Speaker am ersten Tag trennte Dr. Jan Kalbitzer, Psychiater und Leiter des Zentrums für Internet und seelische Gesundheit an der Berliner Charité, irrationale Ängste von berechtigten Sorgen, lieferte Anreize zur kritischen Selbstbeobachtung und machte Vorschläge für einen gesunden Umgang mit digitalen Medien. Ein klares Bewusstsein für eigene Verhaltensmuster sei der Schlüssel zum förderlichen Online-Selbstmanagement. Ob „entgrenztes“ Arbeiten, Informationsflut, Datenschutz oder Meinungsbildung im Netz – HCF-Mitglieder, Gäste und Referenten tauschten sich zu etlichen Aspekten der Digitalisierung aus und nutzten die Businessplattform zum Netzwerken.

Der zweite Tag des Zusammentreffens blieb den HCF-Mitgliedern vorbehalten, die hier u.a. einen neuen Vorstand wählten. Der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen, da waren sich die Businessfrauen einig, liegt in der Entwicklung einer digital culture. Sie sei die Voraussetzung für eine agile Organisation. „Die Digitalisierung bietet neue Formen der Zusammenarbeit wie z.B. die konzernweite interdisziplinäre Teamarbeit“, so Monika Tiedemann, Geschäftsführerin von Protina Pharmazeutische GmbH, die während der Mitgliederversammlung als Beispiel für „agile Leuchttürme“ aus ihrem Unternehmensalltag berichtete. „Der Wandel wirkt sich auf alle Bereiche aus – ob Wissensmanagement, Kommunikation oder Produktion. Unternehmen müssen durch eine neue Wertekultur ein verändertes Verständnis für die anstehenden Aufgaben schaffen. Es ist für alle Beteiligten ein permanenter Lernprozess.“ Protina nutzt dafür Tools wie Workshops, Schnuppertage und regelmäßige kurze Update-Meetings. Es sei Zeit für eine neue Managementkultur, in der Professionalität und Menschlichkeit miteinander verknüpft werden, so Tiedemann. Werte wie Commitment, Offenheit und Mut, alte Strukturen aufzubrechen, spielten dabei eine zentrale Rolle.

Quelle: Healthcare Frauen e.V. (HCF)


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