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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

18. April 2018 Antibiotikaresistenz: Absichtserklärung reicht nicht

Jeder dritte Arbeitnehmer in Rheinland-Pfalz, der wegen einer Erkältung krankgeschrieben wird, erhält ein Rezept für ein Antibiotikum, so ein Ergebnis des TK-Gesundheitsreport 2017. Doch häufig ist das gar nicht notwendig, denn in der Regel sind es Viren, die für Husten, Schnupfen und Heiserkeit sorgen – und gegen diese Erreger helfen keine Antibiotika. Der hohe Antibiotikaverbrauch führt zu Resistenzen, also Bakterienstämmen, gegen die unter Umständen gar keine Antibiotika mehr wirken, und die insbesondere in Krankenhäusern Probleme bereiten.
Im Koalitionsvertrag haben die CDU und die SPD vereinbart, den Antibiotikaverbrauch weiter zu senken und sich für die Verhinderung von Resistenzen einzusetzen. "Wir begrüßen, dass dieses wichtige Thema Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden hat. Es darf aber jetzt nicht bei der Absichtserklärung bleiben. Gezielte Maßnahmen sind notwendig", erklärt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz.

 Dokumentationspflicht beim Antibiotikaeinsatz im Krankenhaus

"Die TK schlägt hierzu verschiedene Maßnahmen vor: Die Dokumentationspflicht beim Antibiotikaeinsatz in Krankenhäusern, die Konsultationspflicht der Krankenhausapotheke beim Einsatz von Antibiotika sowie ein verpflichtendes Eingangsscreening für Risiko-Patienten bei ausgewählten Eingriffen in Krankenhäusern", erläutert Simon.

Maßnahmen zur Verbesserung der Hygienestandards

Zudem sollte beim Investitionsprogramm für die Krankenhäuser anteilig eine Zweckbindung für Maßnahmen zur Verbesserung der Hygienestandards enthalten sein sowie mit Mitteln der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine bessere Aufklärung zur Hygiene und zur Infektionsprävention erfolgen, fordert Simon.

TK unterstütz Aktion Saubere Hände

"Es gibt viele Punkte, an den man ansetzen muss. Ganz wichtig ist beispielsweise auch die Händehygiene im ambulanten, stationären und im pflegerischen Bereich. Die TK unterstützt deshalb die Aktion Saubere Hände, an der sich mehr als die Hälfte der rheinland-pfälzischen Krankenhäuser beteiligt", sagt der TK-Landeschef. Experten gingen davon aus, dass sich alleine hierdurch ein Drittel der Klinikinfektionen verhindern ließen.

Quelle: Techniker Krankenkasse Landesvertretung Rheinland-Pfalz


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