Sonntag, 7. Juni 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

06. April 2018 Hartmannbund fordert bundesweit einheitliche PJ-Aufwandsentschädigung

Eine faire Entlohnung ihrer Leistungen im Krankenhaus während des Praktischen Jahres (PJ), das wäre für die Medizinstudierenden im Hartmannbund eine bundesweit einheitliche Aufwandsentschädigung in Höhe des BAföG-Satzes – aktuell 735 Euro. Und für diese Forderung treten die jungen Nachwuchsmediziner seit geraumer Zeit energisch ein. Doch welche Lehrkrankenhäuser zahlen eigentlich (inzwischen) eine Aufwandsentschädigung? Und wenn, in welcher Höhe? Und wer sitzt die berechtigten Forderungen der Medizinstudierenden weiterhin völlig unbeeindruckt aus? Antworten auf diese Frage gibt jetzt die brandaktuelle „PJ-Liste“ des Hartmannbundes.
Die Liste gewährt Aufschluss über die „Zahlungsmoral“ von 768 Lehrkrankenhäusern in Deutschland und bietet z.B. Einblicke in gebotene Sachleistungen der Kliniken – alles in allem eine hervorragende Orientierungshilfe bei der Suche nach PJ-Stellen.

„Die Liste soll aber nicht nur Entscheidungshilfe sein, sie soll auch den Druck auf diejenigen Lehrkrankenhäuser erhöhen, die es noch immer nicht für notwendig halten, die von den Studierenden im Praktischen Jahr erbrachten Leistungen, angemessen zu würdigen. Hier wollen wir den Finger in die Wunde legen“, sagte Christian Wolfram, Vorsitzender des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund, bei der Vorstellung der Liste in Berlin. Zwar sei gegenüber der Erhebung im Jahr 2015 ein leicht positiver Trend erkennbar – so ist z.B. der Anteil der Lehrkliniken, die mehr als 400 Euro zahlen um gut vier Prozent gestiegen – noch sei aber echtes Licht am Ende des Tunnels nicht erkennbar. Vor allem, dass noch immer 147 Kliniken überhaupt keine Aufwandsentschädigung zahlten, sei Ansporn genug, weiterhin entschlossen für das Anliegen einer fairen Aufwandsentschädigung zu streiten, betonte Wolfram. Bestärkt sehen sich die Medizinstudierenden nicht zuletzt auch dadurch, dass nicht nur der Hartmannbund, sondern auch der Deutsche Ärztetag bereits 2014 den Gesetzgeber und die verantwortlichen Ausbildungsstätten, Universitätskliniken und Krankenhäuser aufgefordert hatte, allen Studierenden eine entsprechende Entschädigung zu zahlen.

Dass gerade in attraktiven Metropolen wie zum Beispiel Berlin (39 von 43 Lehrkrankenhäusern zahlen gar nichts) oder München (36 von 60) häufig überhaupt keine Aufwandsentschädigung gezahlt würde, dokumentiert nach Wolframs Überzeugung einen Teil des Dilemmas: „Die Bezahlung im PJ ist häufig leider noch immer eine Frage von Angebot und Nachfrage. Dort, wo es einen erkennbaren Andrang bei der Bewerbung um PJ-Plätze gibt, sitzen die Kliniken das Thema Vergütung aus, dort wo Mangel herrscht, ist die Bereitschaft zu zahlen deutlich höher.“ Ziel müsse es deshalb vorrangig sein, hier nicht Marktmechanismen regieren zu lassen, sondern das Bewusstsein der Krankenhäuser dafür zu wecken, dass die Leistung der PJ-Studierenden während ihres Aufenthalts in der Klinik eine faire Bezahlung wert ist. Dafür gelte es weiter zu kämpfen.

Die PJ-Aufwandsentschädigungsliste finden Sie unter: http://www.hartmannbund.de/index.php?id=922

Quelle: Hartmannbund


Das könnte Sie auch interessieren

Primäre Studienendpunkte: Gesamtüberleben oder progressionsfreies Überleben - gibt es einen Goldstandard?

Anerkanntes Ziel einer Therapie von Krebspatienten ist die Verbesserung des Überlebens und der Lebensqualität. Historisch gesehen gilt die Gesamtüberlebenszeit (OS = overall survival) als der wichtigste primäre klinische Endpunkt einer Studie. Doch das Gesamtüberleben als primärer Studienendpunkt unterliegt nicht zuletzt aufgrund der Fortschritte, die in letzten Jahren in der Krebstherapie erzielt wurden, gewissen Einschränkungen. So können...

Typ-2-Diabetes-Risiko senken – weniger Krebsgefahr

Typ-2-Diabetes-Risiko senken – weniger Krebsgefahr
© Fotolia / oneinchpunch

Der Weltgesundheitstag am 7. April 2016 stellt das Thema Diabetes in den Mittelpunkt. In Deutschland sind fast 7,3 Millionen Menschen von dieser Krankheit betroffen. Insbesondere Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigen Typ-2-Diabetes. Typ-2-Diabetiker haben zudem ein erhöhtes Krebsrisiko. Ein ungesunder Lebensstil kann jedoch nicht nur zu Diabetes führen, er ist auch grundsätzlich ein Risikofaktor für verschiedene Krebserkrankungen. Die Deutsche Krebshilfe...

Weltkindertag: Deutsche Krebshilfe ruft zu aktivem Lebensstil auf

Weltkindertag: Deutsche Krebshilfe ruft zu aktivem Lebensstil auf
© Sabphoto / Fotolia.com

In der Schule, vor dem Smartphone oder am Computer: Die Liste sitzender Aktivitäten von Jugendlichen ist lang. Fast die Hälfte ihrer Wachzeit – knapp sieben Stunden pro Tag – verbringen Schüler heutzutage sitzend oder liegend. Je mehr die jungen Menschen sitzen, desto riskanter ist auch ihr Gesundheitsverhalten: Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) im Rahmen des von der Deutschen Krebshilfe geförderten...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Hartmannbund fordert bundesweit einheitliche PJ-Aufwandsentschädigung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO20 Virtual
  • Immuntherapie mit Pembrolizumab setzt sich bei verschiedenen onkologischen Indikationen weiter durch
  • mSCLC: Patienten profitieren bereits in der Erstlinie von der Ergänzung der Chemotherapie mit Pembrolizumab
  • mRCC-Erstlinientherapie: Kombination Pembrolizumab + Axitinib toppt Sunitinib auch im Langzeitverlauf
  • mRCC: Pembrolizumab + Lenvatinib zeigen vielversprechende Anti-Tumoraktivität nach Versagen einer Checkpoint-Inhibition
  • KEYNOTE-054-Studie: Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verbessert beim Melanom auch im verlängerten Follow-up das RFS
  • MSI-H CRC: Pembrolizumab verdoppelt PFS im Vergleich zur Chemotherapie
  • Rezidiviertes Ovarialkarzinom: Trend zu besserem Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei höherer PD-L1-Expression
  • r/r cHL: Pembrolizumab auf dem Weg zum Therapiestandard nach autoSCT sowie für Patienten, die keine autoSCT erhalten können
  • mCRPC: Pembrolizumab in Kombination mit Enzalutamid nach Enzalutamid-Resistenz wirksam und sicher
  • r/m HNSCC: Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab mono und in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie verlängert PFS2

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden