Sonntag, 26. Mai 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

22. März 2018 Experten diskutieren Alternativen zur Bluttransfusion und Patientenblut-Management

Millionen Menschen weltweit verdanken ihr Leben einer Bluttransfusion mit gespendetem Blut. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse bewerten den Einsatz von Blutpräparaten neu. Deshalb haben Kliniken Programme – bezeichnet als Patient Blood Management (PBM) – aufgelegt. Häufig sind es medizinische und organisatorische Konzepte, die Bluttransfusionen vermeiden sollen. Ob aber die Inhalte dieser PBM-Programme für Patienten tatsächlich besser sind als die bisherigen Transfusionsstrategien diskutieren Experten auf einer internationalen Konferenz diskutiert, die vom 24. bis 25. April in Frankfurt stattfindet. Ihre Ergebnisse sollen erstmals in einem Konsensuspapier veröffentlicht werden.
Laut der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) sind und bleiben Transfusionen in der Behandlung von bestimmten Krankheitsbildern, bei schweren Operationen, Verletzungen mit hohem Blutverlust und anderen medizinischen Notfällen unverzichtbar. „Nach wie vor gilt: Blut rettet Leben. Der medizinisch korrekte Einsatz des kostbaren Spenderblutes ist eine ethische Verpflichtung für jeden Arzt.“ betont Prof Harald Klüter, 1. Vorsitzender der DGTI. „Bisher gibt es keine verlässlichen Methoden, die Transfusionen mit Fremdblut vollständig ersetzen können“, sagt der Transfusionsmediziner. Während sich die Bluttransfusion über viele Jahrzehnte als sicheres Verfahren etabliert hat, herrscht über die Methoden des PBM bisher noch kein wissenschaftlicher Konsens. „Viele Ansätze des PBM sind möglicherweise bislang wissenschaftlich nicht ausreichend überprüft; sowohl Über- als auch Untertransfusionen und alternative Behandlungsstrategien können mit Nebenwirkungen und Komplikationen für den Patienten verbunden sein“, sagt Prof Erhard Seifried aus Frankfurt.

Eine internationale Konferenz in Frankfurt hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst viel Klarheit zur Bedeutung von Bluttransfusionen bzw. alternativen Methoden zur Behandlung der Anämie (Blutarmut) zu schaffen. Vom 24. bis 25. April präsentieren renommierte Experten aus aller Welt die aussagekräftigsten Ergebnisse von Studien, die die Methoden des PBM untersucht haben. Ein Panel aus unabhängigen Experten wird diese beurteilen. Die Studien und Referenten wurden nach einem strengen wissenschaftlichem Verfahren ausgewählt, um mögliche Interessenkonflikte zu vermeiden und eine ergebnisoffene Diskussion zu fördern. „Unser Ziel ist eine neutrale und wissenschaftlich fundierte Bewertung der Studienlage, die klären soll, welche Behandlung für welchen Patienten die beste ist“, sagt Seifried. Am Ende der Konferenz soll ein Konsensuspapier stehen, das die Empfehlungen der Konferenzteilnehmer zum PBM zusammenfasst. Über die wichtigsten Ergebnisse berichten Experten auf einer abschließenden Pressekonferenz am 25. April in Frankfurt.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI)


Das könnte Sie auch interessieren

Typ-2-Diabetes-Risiko senken – weniger Krebsgefahr

Typ-2-Diabetes-Risiko senken – weniger Krebsgefahr
© Fotolia / oneinchpunch

Der Weltgesundheitstag am 7. April 2016 stellt das Thema Diabetes in den Mittelpunkt. In Deutschland sind fast 7,3 Millionen Menschen von dieser Krankheit betroffen. Insbesondere Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigen Typ-2-Diabetes. Typ-2-Diabetiker haben zudem ein erhöhtes Krebsrisiko. Ein ungesunder Lebensstil kann jedoch nicht nur zu Diabetes führen, er ist auch grundsätzlich ein Risikofaktor für verschiedene Krebserkrankungen. Die Deutsche Krebshilfe...

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu
© Expensive / fotolia.com

Eine Krebserkrankung hinterlässt Spuren, körperliche und seelische. Für Patientinnen ist es manchmal schwer, über ihre Empfindungen und Ängste zu sprechen. Umso belastender kann es sein, die mit der Krankheit häufig einhergehende Beeinträchtigung der Sexualität in Worte zu fassen. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet Unterstützung an – auch bei Fragen, die viele als heikel empfinden.

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

In Deutschland erkranken jährlich circa 9000 Menschen an Leberkrebs – und die Häufigkeit der Erkrankung nimmt deutlich zu. In den vergangenen 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen verdoppelt. Ein gängiges Verfahren zur Diagnose dieser Erkrankung ist die Ultraschalluntersuchung: Mithilfe der modernen Sonografie lässt sich gutartiges Gewebe sehr exakt von bösartigem unterscheiden. Wenn die Ultraschalldiagnostik mit speziellen Bluttests kombiniert wird,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Experten diskutieren Alternativen zur Bluttransfusion und Patientenblut-Management"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.