Mittwoch, 20. März 2019
Navigation öffnen

Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

12. März 2018 Grippewelle trifft Blutspende

Die aktuelle Erkältungs- und Grippewelle hat nun auch die Blutversorgung von Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen erwischt. Wer einen grippalen Infekt hat oder Antibiotika einnimmt, darf kein Blut spenden. Auch nach einer überstandenen Erkrankung muss eine Spendepause eingehalten werden. So kamen in den letzten Wochen deutschlandweit weniger Menschen zur Blutspende. Die Vorräte in den Depots werden knapp. Die Lage ist sehr angespannt.
„Täglich werden mehr Konserven verwendet, als wieder nachkommen, die Bestände an Blutprodukten sind geschmälert“, schildert Dr. med. José Rivero, Transfusionsmediziner und Vorstand des Haema Blutspendedienstes, die Situation. Er appelliert daher an alle gesunden Bürger, die nächste Blutspende nicht länger aufzuschieben: „Es besteht aktuell ein großer Bedarf an Blutspenden.“ Auch vor dem Hintergrund der nahenden Osterfeiertage und -ferien, sollte sich die Situation schnell wieder entspannen. Auch dann wird mit einer saisonal typisch geringen Zahl an Blutspendern gerechnet. Auf Grippewellen und Feiertage vorbereiten, können sich die Blutspendeeinrichtungen nur bedingt. Das Problem ist die begrenzte Haltbarkeit von Blutpräparaten. Je nach Art des Produkts können diese nur zwischen vier und 49 Tagen nach der Spende Patienten gegeben werden.
 
Angesprochen sind Spender aller Blutgruppen, außer B Rhesus positiv und AB Rhesus positiv. Hier ist die Situation unkritisch. Eine Besonderheit sind Menschen mit der Blutgruppe Null Rhesusfaktor negativ. Im Bereich der Blutspende und Transfusionsmedizin haben sie eine einzigartige Stellung. Das Blut der sogenannten Universalspender kann nicht nur für Patienten mit dieser, sondern im äußersten Notfall auch für Personen beliebiger anderer Blutgruppen eingesetzt werden. In Mitteleuropa haben lediglich 7% der Bevölkerung diese Blutgruppe.
 
Blut spenden kann jeder, der sich gesund fühlt, mindestens 18 Jahre alt ist und nicht weniger als 50 Kilogramm wiegt. Vorzulegen ist lediglich der gültige Personalausweis. Außerdem sollten Spender nicht mit leerem Magen kommen und im Vorlauf der Spende reichlich alkoholfreie Getränke zu sich nehmen – am besten Wasser, Tee oder Säfte. Die Spende an sich dauert ca. zehn Minuten, die Anmeldung und Untersuchung für Erstspender etwa 45 Minuten. Der Haema Blutspendedienst bietet dazu bundesweit in 35 festen Zentren und an zahlreichen mobilen Blutspendeterminen die Möglichkeit.

Im Schnitt 15.000 Blutspenden täglich sind notwendig, um den Bedarf an Blutprodukten in Deutschland zu decken. Rund zwei Drittel aller Menschen in der Bundesrepublik sind irgendwann in ihrem Leben auf Blutspenden oder daraus hergestellte Medikamente angewiesen. Doch nicht nur Kranken und Verletzten kommt der freiwillige Aderlass zugute. Neben des kostenlosen Gesundheitschecks und der labormedizinischen Untersuchung des Blutes erhält jeder Spender einen Nothilfepass mit Ausweisung der Blutgruppe. Studien belegen außerdem: Wer regelmäßig Blut spendet, senkt damit das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Jedem Haema-Blutspender wird zudem eine Aufwandsentschädigung gewährt.

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.haema.de oder telefonisch kostenfrei unter 0800/9779770.

Quelle: Haema Blutspendedienst


Das könnte Sie auch interessieren

40 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs

40 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs
© kuznetsov_konsta / Fotolia.com

Am 26. August 2016 begeht die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) im Rahmen ihrer Bundestagung ihr 40-jähriges Jubiläum. Als einer der größten und ältesten Krebs-Selbsthilfeverbände Deutschlands leistet sie unverzichtbare Hilfe für Betroffene und beeinflusst aktiv politische Entscheidungsprozesse im Gesundheitswesen. Dort tritt sie für die Bedürfnisse von Betroffenen ein – dass Patienten heute wesentlich mehr Recht auf Mitsprache...

Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben

Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Lange Zeit galt die Diagnose Lungenkrebs als sicheres Todesurteil. Dank neuer Diagnostik und personalisierter Behandlungsmethoden haben sich die Aussichten für Betroffene in den letzte fünf Jahren dramatisch verbessert, wie Experten auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Mailand erklärten. Wichtig sei, stets einen Lungenfacharzt in die Behandlung mit einzubeziehen, betont die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Patienten...

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen
© pathdoc / Fotolia.com

„Ich hatte große Träume für mein Leben, jetzt denke ich oft viel, viel kurzfristiger“, sagt die 25-jährige Studentin Mia*, die vor anderthalb Jahren an Krebs erkrankte. Nach der Diagnose musste sie ihr Studium unterbrechen, ihre Familienplanung in Frage stellen und auch mit ihrem Freundeskreis einen neuen Umgang finden. Sie ist eine von rund 15.000 jungen Menschen, die jährlich im Alter von 18 bis 39 Jahren die Diagnose Krebs erhalten.

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren
© Photographee.eu / fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt, ist noch keine 45 Jahre alt. Experten vermuten, dass viele der jungen Betroffenen erblich vorbelastet sind: Sie sind Trägerinnen eines oder mehrerer schädlich veränderter Gene, die den Tumor entstehen lassen. Die bereits bekannten Hochrisikogene wie etwa BRCA1 oder BRCA2 sind allerdings nur für höchstens ein Viertel der Fälle bei jungen Frauen verantwortlich. Ein Hamburger Forscherteam macht sich nun...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Grippewelle trifft Blutspende"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.