Dienstag, 19. März 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

28. Februar 2018 Stiftung Patientenschutz will bessere Grippe-Impfung per Eilverfahren

Die Grippewelle rollt durch Deutschland. Wäre der offiziell empfohlene Impfstoff schon Standard, wäre sie wohl weniger groß. Doch bis die Kassen diese Impfung zahlen müssen, dauert es noch. Zum Höhepunkt der Grippewelle in Deutschland fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz einen besseren Impfschutz der Bevölkerung per Eilverfahren. "Bis heute übernehmen nicht alle Krankenkassen die wichtige Vierfach-Impfung", sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Gezahlt wird häufig nur der halb so teure Dreifach-Wirkstoff."
In einem Beitrag für die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland betonte Brysch: "Dabei fehlt der Dreifachimpfung ein entscheidender Influenzastamm, der für zahlreiche, teils schwerwiegende Erkrankungen verantwortlich ist."

Im November hatte die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) die Vierfach-Impfung gegen Grippe empfohlen. Gerade in der aktuellen Saison hilft der Dreifachimpfstoff laut Experten nur bedingt, weil er weniger Viren abdeckt. Bestimmte Influenza-B-Viren, die rund die Hälfte der bisher nachgewiesenen Fälle verursacht haben sollen, werden nur durch die Vierfachimpfung abgedeckt.

Schutzimpfungen sind seit 2007 Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Der für den Leistungskatalog der Kassen zuständige gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte im Januar mitgeteilt, nach der STIKO-Empfehlung zügig über eine Aufnahme des Vierfachstoffs in die Pflichtleistungen der Kassen zu beraten.

"Hierfür besteht eine gesetzliche Frist von maximal drei Monaten", sagte G-BA-Chef Josef Hecken. Ansatzpunkte für Klagen über eine Benachteiligung von Kassenpatienten gegenüber Privatversicherten, die die Impfung eher erstattet bekommen, biete der Fall nicht. Bisher habe der G-BA STIKO-Empfehlungen in den meisten Fällen übernommen.

Brysch kritisierte, heute seien chronisch und schwerstkranke Menschen beim Grippeschutz auf das Wohlwollen ihrer Krankenkasse angewiesen. Dass der Gemeinsame Bundesausschuss die Entscheidung über die Vierfach-Impfung erst für April treffen wolle, sei viel zu spät für die diesjährige Grippesaison. "Deshalb muss der Gesetzgeber für solche Gefährdungssituationen ein Eilverfahren einführen." Der G-BA mit Spitzenvertretern von Ärzten, Kassen und Kliniken ist das höchste Entscheidungsgremium des Gesundheitswesens.

Zuletzt hatte die Grippewelle in Deutschland einen neuen Höhepunkt erreicht. In der dritten Februarwoche registrierte das Robert-Koch-Institut rund 24.000 Grippefälle. Mindestens 136 Menschen starben nachweislich nach einer Influenza-Infektion – vorwiegend Menschen im Seniorenalter, die oft Vorerkrankungen hatten.

Quelle: dpa


Das könnte Sie auch interessieren

Die Björn Schulz Stiftung

Die Björn Schulz Stiftung
© Александра Вишнева / fotolia.com

in Deutschland leben derzeit rund 50.000 Familien mit einem lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkrankten Kind. Ihre Zahl steigt, denn dank des medizinischen Fortschritts haben schwerst- oder unheilbar kranke Kinder heute eine höhere Lebenserwartung als noch vor 20 Jahren. In der für die betroffenen Kinder und Angehörigen schwierigen Situation bieten Kinderhospizdienste eine intensive Begleitung sowie eine umfassende Betreuung in einer familiären, kindgerechten...

40 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs

40 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs
© kuznetsov_konsta / Fotolia.com

Am 26. August 2016 begeht die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) im Rahmen ihrer Bundestagung ihr 40-jähriges Jubiläum. Als einer der größten und ältesten Krebs-Selbsthilfeverbände Deutschlands leistet sie unverzichtbare Hilfe für Betroffene und beeinflusst aktiv politische Entscheidungsprozesse im Gesundheitswesen. Dort tritt sie für die Bedürfnisse von Betroffenen ein – dass Patienten heute wesentlich mehr Recht auf Mitsprache...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Stiftung Patientenschutz will bessere Grippe-Impfung per Eilverfahren"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.