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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

27. Februar 2018 Ältere sind Vorreiter bei medizinischem Cannabis

Wer an Cannabis denkt, verbindet dies häufig mit einem eher jüngeren Publikum. Bei medizinischem Cannabis liegt er dabei falsch: Der typische Interessent ist älter und tendenziell weiblich. Das zeigt eine aktuelle bevölkerungsrepräsentative Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Innofact AG, im Auftrag der Spektrum Cannabis GmbH, unter rund 1.000 Bundesbürgern. Spektrum Cannabis ist Importeur, Hersteller und Großhändler von medizinischen Cannabisprodukten.
Obwohl die Akzeptanz von medizinischem Cannabis nach der jüngsten Gesetzesänderungen im März 2017 mit 74% Zustimmung insgesamt betrachtet schon hoch liegt, differenziert sich das Bild weiter, wenn man das Alter der Befragten betrachtet. Wie die Umfrage zeigt, sind insbesondere ältere Personen der medizinischen Anwendung gegenüber aufgeschlossen. So bewertet die Gruppe der 50- bis 60-Jährigen die neuen Möglichkeiten der Nutzung von medizinischem Cannabis zu 85% positiv, die der 60- bis 69-Jährigen immer noch zu 78%. Jüngere fallen demgegenüber trotz grundsätzlicher Zustimmung ab: Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt der Wert bei 68%, bei den 30- bis 39-Jährigen bei 63%. Frauen sind insgesamt betrachtet aufgeschlossener: 78% beurteilen die Gesetzesänderung positiv, bei den Männern sind es 71%.
 
Ältere Deutsche bewerten das Thema grundsätzlich positiver:
 
  • 72% der 18- bis 29-Jährigen finden, dass Krankenkassen die Kosten übernehmen sollten, wenn eine Therapie verordnet wird (30- bis 39-Jährige: 63%). Von den 50- bis 60-Jährigen geben das 84% an, von den 60- bis 69-Jährigen gar 86%.
  • Das Naturprodukt Cannabis sehen 67% der 18- bis 29-Jährigen als eine gute Alternative zu chemischen Produkten an (30- bis 39-Jährigen: 65%). Wiederum deutlich höher liegen die Werte bei den genannten älteren Gruppen mit jeweils 79%.
  •  Dass Cannabis Patienten zugänglich gemacht werden sollte, wenn eine Cannabistherapie sinnvoll ist, finden 63% der 18- bis 29-Jährigen (30- bis 39-Jährigen: 69%). Bei den 50- bis 59-Jährigen schnellt der Wert auf 81%, bei 60- bis 69-Jährigen auf 79%.
 
Studie belegt hohen therapeutischen Nutzen für ältere Patienten

Neben der großen Akzeptanz von medizinischem Cannabis bei älteren Generationen zeigt eine aktuelle Studie, die im Februar 2018 im „European Journal of Internal Medicine“ publiziert wurde, auch den hohen therapeutischen Nutzen in dieser Altersgruppe. An der prospektiven Studie nahmen 2.736 Patienten über 65 Jahren mit chronischen Schmerzen (67%) und onkologischen Erkrankungen (61%) teil(1). Im Durchschnitt waren sie 74,5 Jahre alt. Untersucht wurde der Einfluss von Cannabis auf die Schmerzreduktion über einen Zeitraum von sechs Monaten. 94% der Teilnehmer berichteten eine signifikante Verbesserung ihres Schmerzniveaus. Im Mittel verringerten sich die Schmerzen von 8 auf 4, auf einer Skala von 0 bis 10. Ebenso konnte bei 18% der Studienteilnehmer die Opioidgabe entweder vollkommen eingestellt oder deutlich reduziert werden.
 
Steigende Nachfrage nach medizinischem Cannabis

„Wir beobachten derzeit eine stark steigende Nachfrage nach medizinischem Cannabis“, sagt Dr. Pierre Debs, Geschäftsführer bei Spektrum Cannabis. „Seit der Gesetzesänderung im März haben sich die Erstattungsanträge bei den Krankenkassen mehr als verzehnfacht, es wurden über 13.000 Anträge gestellt. Vorher hatten weniger als 1.200 Deutsche eine Ausnahmeerlaubnis für medizinisches Cannabis“, so Dr. Debs weiter.

Quelle: Spektrum Cannabis GmbH

Literatur:

(1) European Journal of Internal Medicine, Februar 2018, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29398248?dopt=Abstract


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