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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

31. Januar 2018 Allianz Deutscher Ärzteverbände fordert: Keine Bürgerversicherung durch die Hintertür

Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) hat turnusgemäß zum 1. Januar 2018 die Rolle des Sprechers der Allianz Deutscher Ärzteverbände übernommen. Die in der Allianz zusammengeschlossenen ärztlichen Berufsverbände sehen in den im Leitantrag der SPD gestellten Forderungen nach einer einheitlichen ärztlichen Gebührenordnung und der Wahlfreiheit für Beamte eine Einführung der Bürgerversicherung durch die Hintertür.
„Die SPD versucht offensichtlich, die Zustimmung der CDU/CSU zu ihren Vorschlägen dadurch zu erreichen, dass man das Wort Bürgerversicherung vermeidet. Deshalb würde es durch die geforderten Maßnahmen ebenfalls zu einer Beitrags-Mehrbelastung der Versicherten kommen, ohne dass sich z.B. an den Terminproblemen in den Facharztpraxen etwas ändern würde.“, stellt Dr. Hans-Friedrich Spies, Sprecher der Allianz Deutscher Ärzteverbände und BDI-Präsident, fest. Deren Ursache ist alleine in der Budgetierung der ambulanten Versorgung zu suchen. Diese führt zur Verkrustung des gesamten Gesundheitswesens und zu einer überbordenden Bürokratie und setzt Fehlanreize in der Versorgung. So muss jede Vertragsärztin oder Vertragsarzt noch Geld mitbringen, wenn er oder sie mehr als die ihm zugestandene Patientenzahl im Quartal versorgt. Inzwischen ist die Budgetierung unseres Gesundheitswesens insbesondere in der ambulanten Versorgung bereits in der einzelnen Praxis angekommen. Würde die private Krankenversicherung der gesetzlichen angeglichen, dürfte sich an den derzeitigen Wartezeiten nur minimal etwas ändern. Unter der Annahme von 10% Privatversicherten, würde sich die Anmeldezeit von z.B. 20 auf 18 Tage vermindern, wäre dann aber für alle gleich lang. Dies hat mehr mit Gleichheit und weniger etwas mit Gerechtigkeit zu tun.
 
„Die limitierte Vergütung in der gesetzlichen Krankenversicherung führt damit auch zu einer limitierten Patientenzahl. Insofern ist nicht die private Krankenversicherung, sondern die gesetzliche Krankenversicherung renovierungsbedürftig.“, analysiert Dr. Spies. Die Forderung der CDU/CSU nach einer Endbudgetierung des GKV-Systems ist damit der einzig gangbare Weg, der sogenannten 2-Klassen-Medizin beizukommen. Auf eine einheitliche Gebührenordnung und eine Wahlfreiheit für Beamte mit den entsprechenden Verwerfungen des Systems kann man dann völlig verzichten. Die Verbände der Allianz unterstützen die Forderung der CDU/CSU-Politiker ausdrücklich. Dies gilt übrigens auch für alle die Hausärzte einschließlich der Allgemeinmediziner, die in den Mitgliedsverbänden der Allianz (Hartmannbund, NAV Virchowbund, MEDI GENO Deutschland und dem Berufsverband Deutscher Internisten) organisiert sind.

Quelle: Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI)


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