Montag, 17. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

26. Januar 2018 Studie: Viele Menschen informieren sich online über Gesundheitsthemen

Vom Krankheitsbild bis zur Behandlungsmethode: So mancher Patient sucht im Netz nach Informationen und verlässt sich längst nicht mehr nur auf den Arzt. Fast die Hälfte der Menschen (46%), die sich in den vergangen zwölf Monaten zu Gesundheitsthemen informiert haben, hat dafür das Internet genutzt. Das zeigt eine am Freitag veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung, die auf einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage und auf Tiefeninterviews beruht. Demnach informierten sich 58% dieser Internet-Nutzer vor einem Arztbesuch online und 62% recherchierten nach einem Arzttermin noch im Web nach.
Die Motive für den Blick ins Netz sind unterschiedlich: Patienten überprüfen laut den Tiefeninterviews die Informationen vom Arzt, recherchieren zu alternativen Behandlungsmethoden, suchen aber auch Austausch und emotionale Unterstützung. Und mit den Ergebnissen sind die meisten zufrieden: Gut jeder Zweite (52%) ist "immer" oder "meistens" zufrieden, vier von zehn (44%) sind "teils, teils" zufrieden. Niemand war völlig unzufrieden. "Anders als vielfach behauptet, ist das Internet ein geschätzter Ratgeber. Patienten finden, wonach sie suchen", erklärte Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Bei der Bewertung der im Netz gefundenen Informationen durch die Patienten zeigt die Studie ein gemischtes Bild: Laut der repräsentativen Befragung sagen rund zwei von drei Befragten (65%), es sei schwierig zu erkennen, welche Informationen vertrauenswürdig sind und welche nicht. Jeder Zweite (51%) gab zudem an, die Fülle der Informationen verwirre.

In den Tiefeninterviews zeigte sich zudem, dass viele den im Netz gefundenen Informationen oft vorschnell vertrauen, wie Marion Grote-Westrick von der Bertelsmann-Stiftung sagt. Patienten würden kaum darauf achten, ob eine gefundene Informationen auch wissenschaftlich belegt sei. Entscheidend sei für die Patienten häufig eher, wie oft eine Information im Netz auftauche.

Im Netz häufig konsultierte Adressen für Gesundheitsinformationen sind an erster Stelle Online-Lexika. Sie nutzen fast drei von vier Befragten (72%), gefolgt von den Internetseiten der Krankenkassen (49%) sowie Gesundheitsportalen (42%).

Für die Ärzte bringt das neue Herausforderungen mit sich: "Ärzte müssen lernen, mit Apps umzugehen, und den Patienten sagen, wo sie im Netz verlässliche Informationen finden", sagte Corinna Schaefer von der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur. Und sie müssten viel stärker als früher nachfragen, was die Erwartungen der Patienten sind. Denn diese haben durch das Netz oft schon Vorstellungen – etwa, dass Schmerzen mit einer bestimmten Behandlungsmethode um 50% reduziert werden könnten. Ärzte sollten gute Informationsquellen im Netz kennen und empfehlen, fordert die Stiftung.

Doch nicht nur die Mediziner sind gefragt – auch die Patienten müssen etwas tun: "Es ist als Patient wichtig, die im Netz gefundenen Infos auch auf den Tisch zu legen", fordert Schaefer. Denn nur dann könne der Arzt auf die Erwartungen der Patienten eingehen. Transparenz bei der Kommunikation beuge Misstrauen in der Arzt-Patienten-Beziehung vor.

Gerade an Transparenz zwischen Arzt und Patient mangelt es laut der Studie derzeit noch oft: Fast jeder Dritte (30%), der im Netz nach Gesundheitsinformationen sucht, hat dies dem Arzt schon einmal verschwiegen. Ein Viertel hat sogar Angst, dass der Arzt sich darüber ärgert. Dabei sind diese Sorgen der Studie zufolge oft unbegründet. 81% der befragten Ärzte sehen es prinzipiell positiv, dass Patienten sich im Netz informieren.

Quelle: dpa


Das könnte Sie auch interessieren

Neue Krebs-Studien zur Immuntherapie am Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) für Patienten geöffnet

Das Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) am Krankenhaus Nordwest startet jetzt in Kooperation mit der Klinik für Onkologie und Hämatologie zwei neue Studien zur Wirksamkeit eines hoch innovativen immuntherapeutischen Ansatzes unter Verwendung von sogenannten Checkpoint-Hemmern: Diese sollen die Blockaden des Immunsystems gegen Krebszellen aufheben. An der ersten Studie in Phase II nehmen Patienten mit vorbehandeltem Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) teil, die einen...

Große Jubiläumsaktion „Ich zieh‘ den Hut“

Große Jubiläumsaktion „Ich zieh‘ den Hut“
© Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.

„Hut ab“ oder „Chapeau“ - das sagen Menschen, um Wertschätzung und Anerkennung vor der Leistung Anderer auszudrücken. Am 25. Juni 2016 bietet die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums an 40 Orten in Deutschland Mitbürgern die Möglichkeit, durch die Geste des „Hutziehens“ ein Zeichen der Solidarität mit an Krebs erkrankten Menschen zu setzen und das Engagement der ehrenamtlich...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Studie: Viele Menschen informieren sich online über Gesundheitsthemen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren