Donnerstag, 23. Mai 2019
Navigation öffnen

Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

11. Dezember 2017 BDI fordert nachhaltige Laborreform

Der Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI) betrachtet mit Sorge, dass die zuletzt vorgestellten Laborreformen im ambulanten Versorgungsbereich stets am Kern der Sache vorbeilaufen. Der Geburtsfehler im Bereich der Laborvergütung muss Konsequent beseitigt werden, indem die Sachkosten nicht mehr Teil der Laborvergütung im einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) darstellen. Durch bloßes Rechnen lässt sich das Mengenproblem beim Labor nicht lösen. Es führt nur zu Verteilungskämpfen zwischen den verschiedenen Gruppen. Die zukünftige Laborreform muss auf einer medizinisch gesicherten Indikationsbasis neu formuliert werden.
Die Leistungen im Labor sind nicht nur auf die technische Erbringung zu beziehen, sondern haben in erster Linie eine ärztliche Leistungskomponente. Daher ist es zwingend notwendig auch den veranlassenden Arzt mit einzubeziehen. „Eine Laborreform, die diesen Namen auch verdient, muss sich an einer begründeten ärztlichen Indikationsstellung orientieren, in dem klinische Fragestellungen eine ausreichende und sinnvoll begrenzte Zahl von Laboruntersuchungen zugeordnet werden“, stellt BDI-Präsident, Dr. Hans-Friedrich Spies fest. Die hierbei zu Grunde zu legenden Vergütungen und Kosten müssen demnach medizinisch begründet sein und können somit nicht mehr quotiert werden. „Durch die Anbindung an klinische Fragestellungen werden unnötige Laborleistungen zukünftig vermieden und gleichzeitig die Menge begrenzt, ohne dass ein Qualitätsverlust in der Versorgung eintritt“, ist sich Dr. Spies sicher.
 
Der BDI ist bereit zusammen mit dem Laborärzten auszuarbeiten, welche Laborleistung einschlägigen klinischen Fragestellungen hinterlegt werden müssen. Durch eine sinnvolle Indikationsstellung und einem ressourcenschonenden Umgang mit den Leistungen der Labormedizin kann es gelingen medizinisch sinnvoll der Mengenentwicklung entgegenzutreten. Der BDI ruft zudem alle Berufsverbände der jeweiligen Fachgebiete auf, sich einer solchen konstruktiven Diskussion umgehend anzuschließen.

Quelle: Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI)


Das könnte Sie auch interessieren

Krebsgesellschaften: Unterstützer der Patienten

Krebs zählt zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Tag für Tag sterben etwa 20.000 Menschen an einer Krebserkrankung. Allein 2012 gab es laut Schätzungen der WHO etwa 8,2 Millionen krebsbedingte Todesfälle.* Dieser Herausforderung zu begegnen, war schon immer das Bestreben von klinischen und niedergelassenen Ärzten, universitären Wissenschaftlern und der forschenden Pharmaindustrie. Wichtiges Bindeglied untereinander, aber auch zum Patienten, sind die...

Der lange Weg bis zur Zulassung eines Arzneimittels

Die Zulassung eines neuen Arzneimittels und die Erweiterung der Indikation eines bereits zugelassenen Arzneimittels sind streng geregelt. Die europäische oder deutsche Zulassungsbehörde fordert den Nachweis von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit, wofür das Arzneimittel verschiedene Phasen der klinischen Prüfung durchlaufen muss. Wie die Arzneimittelprüfung durchzuführen ist, legt das Arzneimittelgesetz (AMG) von 1976 fest, das zuletzt durch die 15. Novelle von...

Deutsche Bevölkerung hat große Angst vor Krebs und weiß wenig über moderne Krebstherapien

„Vor welcher Krankheit haben Sie persönlich am meisten Angst, dass Sie daran erkranken könnten?“ – Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer aktuellen repräsentativen Umfrage. Ergebnis: 57 Prozent der befragten Deutschen nennen Krebs an erster Stelle. Damit führt Krebs das Feld der gefürchtetsten Krankheiten mit großem Abstand an. Wie gleichzeitig ermittelt wurde, hat nur ein Drittel der Befragten* in letzter Zeit...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"BDI fordert nachhaltige Laborreform"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.