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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

20. November 2017 Faktencheck: Smart Hospital

Technologien, die den Arbeitsalltag erleichtern, gehören längst nicht mehr der Zukunft an – vor allem in der Industrie hat sich die Digitalisierung durchgesetzt. Immer mehr Branchen entdecken Big Data, Internet of Things und smarte Sensorik für sich, darunter auch die Gesundheitsbranche. Doch welche Maßnahmen werden bereits in der Sozialbranche ergriffen und wo ist noch Nachholbedarf? Die aktuelle Roland-Berger-Krankenhausstudie offenbart deutliches Verbesserungspotenzial und beleuchtet gleichzeitig Schwierigkeiten bei der Umsetzung in deutschen Krankenhäusern.(1) „Aus der Studie geht zudem hervor, wie wichtig die Digitalisierung für diese Branche ist und was sie an unausgeschöpftem Potenzial zu bieten hat“, weiß Karsten Glied, Geschäftsführer der Techniklotsen GmbH.
Entwicklungsmotor Wirtschaftlichkeit

Um die Wirtschaftlichkeit eines Krankenhauses zu steigern, fließt das Budget in der Regel in gewinnbringende Maßnahmen etwa wie die Forschung und das Medizinportfolio. „Doch nicht nur die Erwirtschaftung von Überschuss sollte im Fokus der Krankenhäuser liegen, ‚Mehr Hände am Bett‘ muss das Kredo sein“, erklärt Karsten Glied. Um das zu erreichen, gilt es Arbeitsabläufe in allen Bereichen zu optimieren und zu digitalisieren, inklusive Pflegedokumentation, Finanzsysteme und Personalplanung. „Allein die elektronische Patientendokumentation legt den Grundstein, um Daten effizient auszuwerten und Prozesse zu beschleunigen“, so Glied. Auch die im Rahmen der Studie befragten 500 Krankenhäuser beschreiben erste positive Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung: Bei der Etablierung von neuen Technologien kann sich die Wirtschaftlichkeit eines Krankenhauses um 31% steigern. Trotzdem sank die Zahl der investitionswilligen Krankenhäuser dieses Jahr um 21% im Vergleich zum Vorjahr. Und das obwohl die Einrichtungen die Digitalisierung und den damit einhergehenden Qualitätswettbewerb als Chance bewerten und darin einen Gewinn für die stationäre Patientenversorgung sehen.
 
Ambulantisierung als Wettbewerbsfaktor

Auch Krankenhäuser treffen den Puls der Zeit, indem sie ambulante Dienste in ihr Portfolio integrieren: 83% der befragten Krankenhäuser setzen auf Ambulantisierung und planen oder setzten dazu bereits Projekte um. In Form von ausgelagerten medizinischen Versorgungszentren ermöglichen sie eine ambulante Betreuung von Patienten. Um mehrere Standorte zu vernetzen, bedarf es einer sicheren digitalen Infrastruktur. „Mithilfe einer elektronischen Erfassung aller Daten lassen sich die Standorte zentral verwalten und Informationen von Patienten sind so gleichzeitig in verschiedenen Versorgungszentren abrufbar“, so der IT-Experte. Vor allem beim Entlassungsmanagement ist die elektronische Weiterverarbeitung und Bereitstellung der Daten hilfreich. Denn die Abrufbarkeit der gesamten Patientenakte erleichtert die medizinische, lückenlose Weiterversorgung von Patienten.
 
Finanzielle Berührungsängste

Kurzfristig sehen die Studienteilnehmer die strategische Ausrichtung ihres Medizinportfolios am Markt sowie die Reduktion von Sachaufwendungen als größtes Potenzial für Optimierungen. Viel zu wenig Beachtung erfahren dabei Digitalisierungsmaßnahmen: Zwar setzen 60% der befragten Krankenhäuser diese zur Ergebnisverbesserung ein und nahezu alle geben an, eine Digitalisierungsstrategie zu verfolgen, aber es fließen gerade einmal zwei Prozent des Jahresumsatzes in intelligente Technologien. Die befragten Krankenhäuser erklären, dass der nötige Anreiz fehle, um smarte Strategien umzusetzen. „Bei der Verteilung von Geldern wird häufig in die Sektoren Instandhaltung, Personal und Digitalisierung getrennt voneinander investiert. Doch da werden Gegensätze aufgemacht, wo keine sind“, so Karsten Glied. Die Digitalisierungsstrategie muss den Weg weisen, bei jeder Renovierung auch für geringe Mehrkosten die Infrastruktur für Digitalisierung mit zu verbauen – sonst entstehen doppelte Kosten. Sind diese Voraussetzungen geschaffen, besteht das Potenzial, Arbeitsbedingungen zu verbessern und nachhaltig für Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung zu sorgen. „Langfristiges Ziel der Gesundheitsbranche muss der Ausbau digitaler Strukturen und eine gut aufgestellte IT-Abteilung, die die Maßnahmen steuert und umsetzt, sein. Das wirkt sich positiv auf alle Bereiche einer Klinik aus“, plädiert Glied für unmittelbaren Handlungsbedarf und mehr Ausgaben für die Grundlagen der Digitalisierung in der Gesundheitsbranche.

Weitere Informationen unter: www.techniklotsen.de

Quelle: Techniklotsen GmbH

Literatur:

(1) Roland Berger Krankenhausstudie 2017


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