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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

13. März 2017 Neue Psychotherapie-Reform greift zum 1. April

Zum 1. April treten umfassende Neuerungen für Psychotherapeuten und deren Patienten in Kraft. Die vertragsärztlichen Psychotherapeuten in Rheinland-Pfalz werden dann unter anderem telefonisch besser erreichbar sein und eine wöchentliche Sprechstunde anbieten. Durch die neue Richtlinie erhalten Patienten zeitnah einen niederschwelligen Zugang. Auch ist das Versorgungsangebot so flexibler nutzbar", begrüßt Jörn Simon, Leiter der rheinland-pfälzischen Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK), die Reform.
In Rheinland-Pfalz arbeiten derzeit rund 200 ärztliche Psychotherapeuten und 800 psychologische Psychotherapeuten. Auch einzelne Ärzte anderer Fachrichtungen, die Psychotherapie anbieten, sind von den veränderten Rahmenbedingungen betroffen.

Diese bedeuten unter anderem, dass Psychotherapeuten künftig zu festen Zeiten erreichbar sein werden. Sowohl telefonisch, als auch zu Sprechstunden. "Psychotherapeutische Sprechstunden ermöglichen, dass Patienten schnellere Hilfe bekommen als bislang", erklärt Jörn Simon.

Auch ein Angebot zur Akutbehandlung gehört zu den Neuerungen ab 1. April. Dieses Angebot dient der Möglichkeit zur sofortigen Intervention bei akuten psychischen Krisen und ist nicht genehmigungspflichtig. Außerdem neu ab 1. April: Nach einer Langzeittherapie haben Patienten die Möglichkeit einer psychotherapeutischen Behandlung, die einem Wiederkehren von Symptomen vorbeugt. Für Kurzzeittherapien ist künftig keine vorherige Begutachtung mehr nötig.

"Wir gehen davon aus, dass sich dank der Reform die Versorgung ab 1. April stärker am Bedarf orientiert", so Jörn Simon. Darüber hinaus sei anzunehmen, dass Patienten künftig seltener mit Terminproblemen konfrontiert seien. Insbesondere in akuten Fällen könne schneller interveniert werden.

Hintergrund

Im Sommer 2016 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), höchstes Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen Deutschlands, Vorgaben für die Reform der Psychotherapie gemacht. Diese zielen ab auf eine Reduzierung der Wartezeiten auf psychotherapeutische Betreuung im Krisenfall. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben sich daraufhin auf eine Änderung der Psychotherapie-Vereinbarung geeinigt, die ab 1. April 2017 in Kraft tritt. Welches Honorar die Psychotherapeuten für die neuen Leistungen bekommen werden, entscheidet in den kommenden Wochen der Bewertungsausschuss, besetzt mit Vertretern der Ärzte (KBV) und Krankenkassen (GKV-Spitzenverband).

Quelle: Techniker Krankenkasse Landesvertretung Rheinland-Pfalz


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