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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
26. Oktober 2016

Bundesregierung warnt vor drohender Altersarmut

Die Rentenlücke wird für immer mehr Niedrigverdiener zum Armutsrisiko. Der Rat der Regierung: private Vorsorge. Doch damit ruft sie heftige Kritik hervor. Viele Menschen in Deutschland rutschen ohne mehr eigene Vorsorge voraussichtlich in Altersarmut ab. Vor allem Geringverdiener sind nach Prognosen der Bundesregierung betroffen. 47% der Niedrigverdiener haben keinerlei zusätzliche Altersvorsorge, wie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem "Alterssicherungsbericht 2016" hervorgeht.

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Das Versorgungsniveau der zukünftigen Rentner werde "ohne zusätzliche Altersvorsorge in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen", heißt es laut "Süddeutscher Zeitung" in dem Bericht. Dabei bestehe vor allem für Geringverdiener ein erhebliches Risiko. "Wird in diesem Einkommensbereich nicht zusätzlich für das Alter vorgesorgt, steigt das Risiko der Bedürftigkeit im Alter stark an."

Insgesamt sorgten gerade die Bezieher geringer Einkommen zu wenig zusätzlich vor, heißt es laut der "Passauer Neue Presse" in dem Bericht weiter. "Während über alle Einkommensklassen hinweg rund 30% der Befragten angaben, über keine zusätzliche Altersvorsorge zu verfügen, sind es bei den Geringverdienern mit einem Bruttolohn von weniger als 1.500 Euro pro Monat knapp 47%." Dabei gehe es um rund 1,9 Millionen der knapp 4,2 Millionen erfassten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in dieser Niedriglohngruppe. Fast drei Viertel sind Frauen.

Insgesamt verfügten 70,4% über eine zusätzliche Vorsorge, 33,8% über einen Riester-Vertrag, 20,4% sowohl über eine Riester-Police als auch über eine betriebliche Vorsorge.

Bereits seit Ende September ist bekannt, wie stark die gesetzliche Rente den Löhnen in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich hinterherhinkt. Dies zeigt sich im fallenden Rentenniveau. Bis 2035 sinkt es nach Berechnungen des Sozialministeriums von heute 47,8% auf unter 43% - bis 2045 soll es auf 41,6% sinken, wenn nicht gegengesteuert wird.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann rief zu einer Einigung in der Koalition über das künftige Rentenniveau auf. "Gerade bei der Rente darf man nicht mehr versprechen, als man hinterher leisten kann", sagte Oppermann dem Berliner "Tagesspiegel". Es spreche daher einiges für eine Verständigung über das Rentenniveau.

Die Linken kritisierten es als "zynisch", wenn die Bundesregierung Geringverdienenden empfiehlt, privat vorzusorgen. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte, Geringverdiener könnten Rentenlücken nicht über private Altersvorsorge ausgleichen.

Die heutigen Rentner müssen im kommenden Jahr mit einer deutlich geringeren Erhöhung ihrer Bezüge auskommen als in diesem Jahr. Nach den jüngsten Daten vom Juli ergebe sich eine Erhöhung der Renten im kommenden Sommer um 2,3% (West) und 2,58% (Ost), heißt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur im Haushaltsplan der Deutschen Rentenversicherung Bund. Die Oldenburger "Nordwest-Zeitung" hatte daraus zitiert.

Die Rentenversicherung betonte, derzeit seien noch keine belastbaren Aussagen zur Höhe der Rentenanpassung im nächsten Jahr möglich. Genauere Prognosen werden erst für November erwartet, alle relevanten Daten gibt es erst im Frühjahr. Im Sommer waren die Renten um 4,25% im Westen und 5,95% im Osten gestiegen.

Die Führungen der Unionsparteien wollen am Freitag über Reformschritte bei der Rente beraten. Gegen die CSU-Forderung nach einer Ausweitung der Mütterrente gib es in der CDU Widerstand. Sowohl der Chef der CDU-Arbeitnehmerschaft (CDA), Karl-Josef Laumann, als auch der Chef der Mittelstandsvereinigung, Carsten Linnemann, sprachen sich in der "Welt" dagegen aus. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) will im November ein umfassendes Rentenkonzept vorlegen.

 
Quelle: dpa



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