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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
08. Januar 2021

2. Corona-Welle deutlich tödlicher als im Frühjahr 2020: Was passiert im Januar?

Die 2. Corona-Welle ist deutlich tödlicher als die erste vom Frühjahr 2020: Im Dezember schnellte die Zahl der erfassten Todesfälle in die Höhe. Droht sich das im Januar fortzusetzen?
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Die Zahl der gemeldeten Corona-Todesfälle in Deutschland ist auf einen Tageshöchstwert seit Pandemiebeginn gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) verzeichnete am Freitag anhand der Meldungen aus den Ländern einen Anstieg um 1.188 auf nun insgesamt 38.795 Gestorbene. Mehr als die Hälfte aller Toten ist seit Anfang Dezember erfasst worden.

Innerhalb eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) zudem 31.849 Neuinfektionen, wie aus den RKI-Zahlen vom Freitagmorgen hervorgeht. Als Folge der Feiertage bleibt der Trend schwer zu beurteilen. Etwa für Mitte Januar wird wieder mit aussagekräftigeren Daten gerechnet.

Der bisherige Höchststand von 1.129 innerhalb eines Tages gemeldeten Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Der Tageshöchstwert an registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember erfasst worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten. Auch bei Todesfällen gilt, dass diese häufig erst verzögert nach dem eigentlichen Sterbedatum ans RKI gemeldet werden.

Den Anstieg der Todesfälle nach Corona-Infektionen hatten Experten angesichts der vielen Ansteckungen von Ende 2020 erwartet. Viele Senioren hatten sich infiziert. Das Risiko für schwere und tödliche Krankheitsverläufe steigt mit dem Alter stark an. Nach RKI-Daten war der Großteil der seit Pandemiebeginn Gestorbenen älter als 80 (mehr als 26.000). Es kann zwar auch Jüngere treffen, aber das ist viel seltener: Rund 1.300 starben im Alter von 35 bis 59 Jahre. Das RKI geht davon aus, dass nicht alle Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion erkannt werden.

Die Zahl der binnen 7 Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag am Freitagmorgen bei 136,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 297,6 und Thüringen mit 256,9. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 73,5. Die Wochenwerte sind derzeit allerdings mit Vorsicht zu bewerten – so lange, bis belastbare Zahlen 7 einzelner Tage vorliegen.

Bei der Interpretation der Fallzahlen sei weiter zu beachten, dass in den Wochen um Weihnachten und den Jahreswechsel vermutlich weniger Menschen zum Arzt gingen, weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt wurden, hieß es vom RKI. „Dies kann dazu geführt haben, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet wurden.“ Auch könne es vorkommen, dass nicht alle Behörden an allen Tagen Daten ans RKI übermitteln.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.866.887 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 08.01., 00.00 Uhr). Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.494.100 an.

Der bundesweite 7-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Donnerstag bei 0,92 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 92 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betonte, dass der R-Wert wegen der Verzögerungen gegebenenfalls unterschätzt werde.

Quelle: dpa


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