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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
24. Juli 2015

25 Jahre deutsche Einheit: Schwierige Startbedingungen Ostdeutschlands wirken noch immer nach

Die schwierigen Startbedingungen Ostdeutschlands wirken noch immer nach, lautet die Bilanz des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nach 25 Jahren deutscher Einheit. In der aktuellen Ausgabe 1/2015 des Magazins IAB-Forum halten die Arbeitsmarktforscher fest: "Auch heute, 25 Jahre nach dem Mauerfall, sind die Einkommen in Ostdeutschland deutlich niedriger und die Arbeitslosigkeit deutlich höher als im Westen."

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Die Arbeitslosigkeit, lange Zeit fast doppelt so hoch wie im Westen, liegt heute noch bei dem 1,5-fachen. Während sich beim Abbau der Arbeitslosigkeit eine stetige Annäherung zeigt, gleichen sich Ost und West seit der Jahrtausendwende in puncto Produktivität und Durchschnittseinkommen kaum noch an. Der Lohnunterschied beträgt rund 20%. "Die Lohnentwicklung wurde durch die niedrigere Produktivität und die hohe regionale Arbeitslosigkeit begrenzt", erklären die IAB-Forscher.

Die Produktivität, zu DDR-Zeiten bei einem Drittel des Westniveaus, liegt heute bei rund drei Viertel des westdeutschen Stands. Nach wie vor bestehen strukturelle Nachteile der ostdeutschen Wirtschaft: Ostdeutschland hat nur einen relativ kleinen Industriesektor und vergleichsweise wenige wirtschaftlich erfolgreiche Großunternehmen. Es gibt ein Defizit an wissensintensiven Unternehmensdienstleistungen sowie an Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten der Wirtschaft. "Bis heute sind die Zentralen vieler Unternehmen, die im Osten aktiv sind, nicht in Ost- sondern in Westdeutschland angesiedelt", schreiben die IAB-Forscher. Da Unternehmenszentralen und Entwicklungsabteilungen überwiegend im Westen zu finden sind, sind auch die Patentanmeldungen und die Arbeitsplätze für überdurchschnittlich gut qualifizierte Beschäftigte im Westen zahlreicher.

In Ostdeutschland gebe es aber dennoch viele hochproduktive Betriebe, die westdeutschen Betrieben in nichts nachstehen, so das IAB. So hätten sich beispielsweise „regionale Leuchttürme“ wie Jena oder Dresden mit wertschöpfungsintensiven Branchen und hochrangigen Forschungseinrichtungen herausgebildet, die selbst einem internationalen Vergleich standhalten.

Ansatzpunkte für eine weitere Verbesserung der Lage biete die Technologiepolitik, mit der gezielt Innovationen gefördert werden sollten, die Beschäftigungsgewinne erwarten lassen. Zudem lägen in einer internationalen Öffnung Ostdeutschlands Chancen: "Die schneller wachsenden Volkswirtschaften in Osteuropa bieten Entwicklungsperspektiven, die bisher zu wenig genutzt werden. Berlin könnte zur Drehscheibe für den Handel mit diesen Regionen werden und eine ähnliche Funktion einnehmen wie einst Singapur für die Märkte Südostasiens", erläutern die Arbeitsmarktforscher.

Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)


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