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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
19. April 2018

Zentralregister spielt Schlüsselrolle in der Spendersuche

In den Anfangszeiten gingen beim Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) mit Sitz im süddeutschen Ulm pro Woche zwischen 60 und 70 nationale und internationale Suchanfragen nach einem geeigneten Blutstammzellspender ein. Heute sind es ungefähr zehn mal so viele. Nun wurde die 400.000ste Suchanfrage im ZKRD bearbeitet. Die Suche nach einem geeigneten Blutstammzellspender ist für Patienten, die an Leukämie oder einer anderen Erkrankung des blutbildenden Systems leiden, oftmals die letzte Chance auf Leben. Sie wird gestartet, wenn für einen Patienten innerhalb der Familie kein passender Spender ermittelt werden kann.
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Das ZKRD vergleicht dabei nicht nur die für die Suche relevanten Daten der Patienten mit denen der Spender in Deutschland, sondern bei Bedarf auch mit den Spenderdaten weltweit. Wurden 1993 nur gut 30% der Suchen innerhalb des Jahres erfolgreich abgeschlossen, kann heute für rund 90% der deutschen Patienten ein geeigneter Spender gefunden werden –  und dies meist schon innerhalb von weniger als sechs Wochen. „Unser aller Ziel ist es, möglichst schnell für jeden Patienten einen geeigneten nicht verwandten Stammzellspender zu finden, auch wenn dieser auf einem anderen Kontinent lebt“, erklärt Dr. Dr. Carlheinz Müller, Geschäftsführer des ZKRD, und führt weiter aus: „Dass wir dies nur mithilfe einer intensiven internationalen Vernetzung erreichen, war uns schon zu Beginn unserer Arbeit klar.“ Deshalb ist das ZKRD von Anfang an aktives Mitglied der World Marrow Donor Association (WMDA) mit Sitz im niederländischen Leiden, unter deren Dach heute über 90 Register aus mehr als 50 Ländern zusammenarbeiten. Dank dieser globalen Vernetzung, der im ZKRD entwickelten EDV-Programme für den erforderlichen Datenabgleich bei der Spendersuche und der intensiven Spenderwerbung der deutschen Spenderdateien, zählt das ZKRD heute zu den erfolgreichsten Registern weltweit. Diese enge Zusammenarbeit erfordert einen intensiven Austausch mit allen an der Fremdspendersuche beteiligten Partnern, die sich daher alle zwei Jahre auf der internationalen Registerkonferenz der WMDA treffen, die 2018 vom ZKRD in München ausgerichtet wird.

Seit der Gründung des ZKRD entwickelte sich die Anzahl der Suchanfragen dank der neu geschaffenen Kommunikationssysteme rasant: So stieg die Zahl der Suchanfragen, die das ZKRD jährlich aus dem In-und Ausland erreichen, von rund 3.500 in 1992 auf aktuell knapp 33.000. In Folge der weltweiten Vernetzung kommen derzeit bei rund 50% der Blutstammzellspenden Patient und Spender aus verschiedenen Ländern. Auch in Deutschland waren im vergangenen Jahr über 5.000 der fast 7.000 Blutstammzellspenden von deutschen Spendern für Patienten im Ausland bestimmt. Knapp 2.000 der Spenden erhielten Patienten in Deutschland. Das ZKRD unterstützt dabei seine Partner bei allen Schritten: von der Suche nach dem passenden Spender über den Transport der Blutstammzellen nach der Entnahme bis hin zur Abrechnung mit den Kostenträgern im In- und Ausland.

Internationale Konferenz der Register

Neben der jährlichen ZKRD-Tagung, die den deutschen Partnern des ZKRD die Möglichkeit zum wissenschaftlichen Austausch über aktuelle Forschungsergebnisse und Entwicklungen bietet, treffen sich die Experten alle zwei Jahre auf der internationalen Registerkonferenz der World Marrow Donor Association (WMDA) – zuletzt 2016 in Singapur.
Als Partner der WMDA wird das ZKRD diese weltweite Tagung 2018 in München ausrichten: Vom 26. bis zum 30. Juni treffen sich die Fachleute aus den unterschiedlichsten Bereichen rund um die Blutstammzellspende, um sich über medizinische Fortschritte, neue Standards bei der Spenderauswahl, ethische Aspekte und Entwicklungen der rechtlichen Rahmenbedingungen zu informieren und auszutauschen. Das vollständige Programm steht unter http://www.wmdamunich2018.com/programidrc/ zur Verfügung.
 
Quelle: ZKRD Deutschland gGmbH



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