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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
15. Dezember 2017

Wie nutzen wir Suchmaschinen, um etwas zu lernen?

Erfolgreich im Leibniz-Wettbewerb „Kooperative Exzellenz“: Technische Informationsbibliothek (TIB) – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften, Forschungszentrum L3S und Leibniz-Institut für Wissensmedien erforschen im interdisziplinären Projekt zu „Search as Learning“ gemeinsam Lernprozesse im Internet.
Das Internet ist als Rechercheinstrument nicht mehr wegzudenken: Sei es in der Schule, bei der Arbeit oder in der Freizeit. Wäre es eine Bibliothek, dann die größte der Welt – mit Millionen von Regalen, gefüllt mit unzähligen Büchern, Texten, CDs und Filmen. Doch wie gewinnt man dort eine Übersicht, wenn man etwas lernen möchte? Wie suchen wir nach Informationen, wenn wir etwas wissen und lernen wollen, welche Suche führt uns an welches Ziel? Wie gehen wir vor, wenn wir bestimmte Informationen zu einem bestimmten Thema finden möchten und welche Bedeutung hat die Informationssuche beim Lernen? Von Suchmaschinen über Linklisten bis hin zu Wikis und Videoportalen – sie alle bieten Hilfestellung für die Recherche.

In den vergangenen Jahren erlangte das Forschungsfeld unter dem Schlagwort „Search as Learning“ (SAL) große Popularität. In dem interdisziplinären Forschungsprojekt „SALIENT: Search as Learning – Investigating, Enhancing, and Predicting Learning during Multimodal (Web) Search“ werden die Kooperationspartner aus Informatik (Technische Informationsbibliothek (TIB) – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften in Hannover und dem Forschungszentrum L3S) und Psychologie (Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM)) zukünftig die Gelingensfaktoren derartiger Suchprozesse erforschen und sogenannte Recommender-Systeme entwickeln, die den Nutzerinnen und Nutzern weitere geeignete Lerninhalte empfehlen.

Inhaltlich geht es in dem Forschungsvorhaben darum, wie multimediale Online-Ressourcen – beispielsweise Texte, Bilder und Videos – genutzt werden, um Informationsbedürfnisse zu erfüllen, also etwa die Nutzung von durch Internetsuchmaschinen auffindbaren Web-Dokumenten bei der Bewältigung von Lernaufgaben.

Leibniz-Gemeinschaft fördert Forschungsprojekt SALIENT

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft bewilligte Ende November 2017 entsprechend der Empfehlung des „Senatsausschusses Wettbewerb (SAW)“ das Forschungsprojekt SALIENT im Rahmen der Förderlinie „Leibniz – Kooperative Exzellenz“ mit einer Fördersumme in Höhe von 961.000 Euro. Das Förderprogramm zielt darauf ab, exzellente Forschung an verschiedenen Instituten – innerhalb und außerhalb der Leibniz-Gemeinschaft – zu vernetzen. Neben dem Hauptantragsteller, der TIB in Hannover, vertreten durch Prof. Dr. Ralph Ewerth und Prof. Dr. Sören Auer, sind außerdem das Forschungszentrum L3S der Leibniz Universität Hannover (Dr. Stefan Dietze und Prof. Dr. Wolfgang Nejdl) und das Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen (IWM) mit der AG Wissenskonstruktion (Dr. Peter Holtz und Prof. Dr. Ulrike Cress) sowie der AG Multimodale Interaktion (Dr. Yvonne Kammerer und Prof. Dr. Peter Gerjets) beteiligt. „Das Projekt ist zudem eines der ersten gemeinsamen Vorhaben von TIB und L3S im Rahmen des Joint Lab „Data Science and Open Knowledge“ der TIB und der Leibniz Universität Hannover, das im Sommer dieses Jahres zur Vertiefung der Kooperation gegründet wurde“, betonen Prof. Dr. Sören Auer, Direktor der TIB, und Prof. Dr. Wolfgang Nejdl vom L3S.

Dr. Peter Holtz vom IWM und Dr. Stefan Dietze vom L3S freuen sich besonders darauf, die momentan im Rahmen des EU-Projektes „AFEL – Analytics for Everyday Learning“ begonnene erfolgreiche Kooperation bei der Erforschung komplexer Lern- und Wissenskonstruktionsprozesse im Internet auch nach 2018 fortsetzen zu können. „Durch das Bündeln verschiedener Formen der Expertise können so tiefere Einsichten gewonnen werden, als es für jeden der beteiligten Projektpartner alleine möglich wäre“, so Holtz. Das L3S-Team, geleitet von Dr. Stefan Dietze, wird im Projekt SALIENT auf aktuelle interdisziplinäre Arbeiten im Bereich Learning Analytics aufbauen (zum Beispiel im Bereich AFEL) und Ergebnisse in weitere Schwerpunktinitiativen im Kontext Digitaler Bildung einbringen.

Der Sprecher des Projektes, Prof. Dr. Ralph Ewerth, erhofft sich aus den Ergebnissen des interdisziplinären Projektes einen Beitrag für künftige innovative Bibliotheksdienste in Form von virtuellen Lernumgebungen: „Die Zukunftsvision ist, dass wir eines Tages Lernenden je nach Bedarf passgenau bestimmte Stellen in Vorlesungsaufzeichnungen, etwa aus dem AV-Portal (https://av.tib.eu/) der TIB, oder anderes Lehrmaterial im Web empfehlen können.“

Das Forschungsprojekt wird im Jahr 2018 starten und drei Jahre gefördert werden.
 
Quelle: Technische Informationsbibliothek (TIB)



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