Freitag, 19. Oktober 2018
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren
Kasuistiken
Studien


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
Fachinformation
 

GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
07. Dezember 2017

Psychisch Erkrankte leiden unter gesellschaftlicher Stigmatisierung

Psychiatrische Diagnosen wie "schizophren" oder "manisch" gelten in der deutschen Umgangssprache als Schimpfwort und werden allgemein als diskriminierend empfunden. Laut WHO sind allerdings 83 Millionen Menschen in Europa von einer psychischen Erkrankung betroffen. Allein in Deutschland leidet fast jeder Dritte dauerhaft unter einer psychischen Störung.
Anzeige:
 
 
Auch die Krankenkassen zeigen sich alarmiert: Mit 246 Tagen pro 100 Versicherungsnehmern verzeichnete die DAK im vergangenen Jahr einen Höchststand der Fehlzeiten aufgrund von psychischen Erkrankungen. Verglichen mit den Daten von 1997 hat sich die Zahl damit verdreifacht. Psychische Erkrankungen repräsentieren im Ergebnis den dritthäufigsten Grund, bei Frauen sogar die zweithäufigste Ursache, für Krankschreibungen und Arbeitsunfähigkeiten. Besonders häufig vertreten sind Angststörungen (16,2%), Alkoholmissbrauch (11,2%), Depressionen (8,2%) und Zwangsstörungen (3,8%).

Vorurteile erhöhen die Angst vor der Diagnose

Weit erschreckender als die Statistik ist die hohe Dunkelziffer der Erkrankten – denn nur etwa 50% der Personen in Europa, die von psychischen Störungen betroffen sind, erhalten professionelle Hilfe, und noch deutlich weniger erhalten wiederum die angemessene Behandlung. Grund ist nicht nur die mangelnde Versorgung, sondern maßgeblich die Scheu vor einer psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung aufgrund der gesellschaftliche Stigmatisierung. Obgleich psychische Erkrankungen heute präsenter sind als je zuvor, leiden psychisch Erkrankte aktuell mehr denn je unter Vorurteilen, Schuldzuweisungen und mangelnder Toleranz. Laut der WHO geben fast 9 von 10 Personen mit psychischen Gesundheitsproblemen an, von Stigmatisierung und Diskriminierung betroffen zu sein. Mehr als 7 von 10 berichten, dass sie dies davon abgehalten hätte, bestimmte Dinge zu tun.

Weltweite Bestrebungen gegen die Stigmatisierung

Im Kontrast zur in der Bevölkerung immer noch bestehenden Ablehnung versuchen weltweit mehr und mehr Personen des öffentlichen Lebens zum Abbau von Vorurteilen gegenüber psychischen Erkrankungen beizutragen. So äußerten sich US-Schauspieler wie Hayden Panettiere, Jim Carrey und auch der britische Sänger Robbie Williams öffentlich zur eigenen depressiven Erkrankung, Alkoholsucht bzw. erfolgreichen Therapien. Die englische Königsfamilie rief 2017 im 20. Jahr nach dem Tod Prinzessin Dianas die Initiative "Heads Together" ins Leben, die sich der Aufklärung über psychische Erkrankungen und dem Abbau von Ängsten widmet. Gleichzeitig startete die Weltgesundheitsorganisation dieses Jahr die Kampagne Let´s Talk, die sich für die vorurteilsfreie Kommunikation über psychische Krankheiten einsetzt.

Großer Nachholbedarf in Deutschland

Obgleich die deutsche Öffentlichkeit 2009 durch den Suizid des Nationaltorwarts Robert Enke für das Thema Depressionen sensibilisiert wurde, besteht bei der Aufklärung weiterhin Nachholbedarf. Patienten mit psychischen Erkrankungen erleben weiterhin Diskriminierungen am Arbeitsplatz und im Privatleben, wenn sie sich offen zu ihrer Diagnose äußern. Hierzulande macht sich deshalb die Kampagne BASTA unter der Schirmherrschaft von Schauspieler Edgar Selge, bekannt als Kommissar Tauber aus dem Polizeiruf 110, und Grimme-Preisträgerin Franziska Walser für den Abbau der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen stark. Auch online entwickeln sich Hilfsangebote für psychisch Erkrankte. "Das Gefühl der Andersartigkeit ist leider tief im Bewusstsein vieler Menschen verwurzelt. Betroffene halten deshalb ihr Schicksal häufig geheim und kämpfen mit dem eigenen Schamgefühl. Diese Stigmatisierung, aber auch die schlechte Zugänglichkeit zu Behandlungen an sich, hält viele Erkrankte davon ab sich Hilfe zu suchen", so Dr. Anabel Ternès, Geschäftsführerin der digitalen Service-Plattform Psychologio. Viele Betroffene äußern, dass sie Schwierigkeiten haben, Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten, bürokratische Abläufe oder das Tätigkeitsfeld von Psychiatern, Psychologen und Psychotherapeuten zu erhalten. Neben Fachinformationen und einem Onlinekurs für Menschen mit Depressionen, bietet Psychologio daher vor allem Hilfe bei der Therapeutensuche: Durch den kostenfreien Service zur digitalen Terminvergabe können den Betroffenen Schwellenängste genommen werden. Die Unterstützung beim Antragsverfahren für eine Kostenübernahme hilft ihnen dabei, zeitnah einen Therapieplatz zu finden.
 
Quelle: Psychologio



Anzeige:
 
 
Anzeige:
Zur Fachinformation
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Fachgesellschaften
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
Betroffenenrechte
AGB
Fakten über Krebs