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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
05. Dezember 2017

UN-Umwelt-Chef: Weltweite Plastikproduktion muss reduziert werden

Acht Millionen Tonnen Plastikmüll landen jährlich im Meer. Über dies und weitere Umweltprobleme beraten Umweltminister zusammen mit der UN bei einem Gipfel in Kenia. Einige Beobachter sind aber skeptisch, ob auf die Worte auch Taten folgen werden. Im Kampf gegen immer mehr Plastikmüll im Meer muss die weltweite Plastikproduktion runter. Das forderte am Montag der Leiter des UN-Umweltprogramms Erik Solheim.
Am aller wichtigsten sei es, "Plastik an der Quelle anzugehen", sagte Solheim zum Start eines dreitägigen UN-Umweltgipfels im kenianischen Nairobi. Es werde zuviel Kunststoff produziert – etwa Strohhalme oder Verpackungen von Lebensmitteln – der nicht unbedingt nötig sei. Jährlich landen der UN zufolge rund acht Millionen Tonnen Plastikmüll in den Meeren. Das ist eins von etlichen Problemen, die bei dem Umweltgipfel Thema sind.

Solheim sieht vor allem Regierungen und den Privatsektor in der Pflicht, Plastikverschmutzung zu reduzieren. Er lobte die Regierung Kenias, die jüngst nach mehreren Anläufen und viel Widerstand Plastiktüten verboten hatte. Das Land hat sich damit rund 40 anderen Ländern angeschlossen, die mit Beschränkungen oder Verboten der Tüten gegen eins der größten Umweltprobleme weltweit vorgehen wollen. Dies habe in Kenia bereits positive Effekte erzeugt, sagte Solheim.

Neben Plastikmüll besprechen die mehr als 100 Umweltminister sowie einige Staats- und Regierungschefs, Aktivisten, Wissenschaftler und Vertreter des Privatsektors bei dem Gipfel auch etliche weitere Umweltprobleme. Umweltverschmutzung ist der UN zufolge für den Tod von jährlich etwa 12,6 Millionen Menschen verantwortlich, etwa ein Viertel aller Tode jährlich.

"Es ist äußert wichtig, dass die UN-Umweltversammlung mutige Entscheidungen trifft", sagte Solheim. Zudem müssten die Beteiligten der Versammlung in Nairobi dringend ihre Mühen und Maßnahmen gegen Umweltverschmutzung koordinieren, "um tatsächlich auch eine Wirkung in der Realität zu erzielen", sagte Edgar Gutie?rrez, Costa Ricas Umweltminister und Präsident des Gipfels.

Allerdings ist Beobachtern zufolge fraglich, wie nachhaltig die Entscheidungen des Gipfels sein werden. Noch habe die UN-Umweltversammlung – das erste Treffen fand 2014 statt – weder das politische Gewicht noch die Mechanismen, um rechtlich bindende Resolutionen oder messbare Ziele hervorzubringen, sagte Qian Cheng, eine leitende Vertreterin von Greenpeace. Dennoch kann der Gipfel demnach den Weg für verbindliche, globale Entscheidungen ebnen.

Mindestens sieben Resolutionen werde die Versammlung bei dem dreitägigen Gipfel höchst wahrscheinlich annehmen, weitere würden noch diskutiert, sagte Cheng. Mehr als 4.000 Menschen nehmen der UN zufolge an dem dritten UN-Umweltgipfel teil. Alle 193 UN-Mitgliedstaaten sind auch Mitglieder der UN-Umweltversammlung.
 
dpa



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