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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
28. November 2017

Riskante „Gelegenheitschirurgie“

Der Gemeinsame Bundesausschuss beschloss Mitte November eine Neufassung der Mindestmengen-Regelungen (Mm-R) für planbare stationäre Leistungen. Sie beinhaltet u.a., dass zukünftig Krankenhausträger gegenüber den Krankenkassen jährlich darlegen müssen, dass die erforderliche Mindestmenge im jeweils nächsten Kalenderjahr voraussichtlich erreicht wird, ansonsten besteht kein Vergütungsanspruch.
Dazu erklärte Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Qualitätssicherung, Mindestmengen „wie zum Beispiel für die Versorgung von Frühgeborenen sollen zur Reduzierung von Komplikationen und Langzeitschäden beitragen“. 2018 will der G-BA auch seine Beratungen zu den konkreten Untergrenzen wieder aufnehmen.

Mindestmengen sind aber auch entscheidend für das Überleben bei/nach Operationen, wie der Qualitätsmonitor 2018 – herausgegeben vom Wissenschaftlichen Institut der AOK, dem Verein Gesundheitsstadt Berlin und der Initiative Qualitätsmedizin – beispielhaft für Tumorpatienten deutlich macht. Autor Professor Dr. Thomas Mansky, Leiter des Fachgebiets Strukturentwicklung und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen der TU Berlin, stellte die Analyse vor. Sie basiert auf Krankenhaus-Abrechnungsdaten von 2009 bis 2014.

Allein die Todesfälle infolge von Lungenkrebs-Operationen ließe sich demnach um etwa ein Fünftel – von 361 auf 287 pro Jahr – senken, wenn eine rein rechnerisch ermittelte Mindestmenge von jährlich 108 Eingrif-fen eingeführt würde. Eine Mindestmenge bei Darmkrebs-Operationen von 82 Eingriffen würde die Sterblichkeit pro Jahr um 8,6% senken können. Das entspricht 380 „safed lifes“. Bei Blasenkrebseingriffen wären es 32 Todesfälle weniger (-9,3%, Mindestmenge: 31). 65 Personen weniger würden versterben bei Speiseröhren-Operationen (-25,4%, Mindestmenge: 22, derzeit 10), beim Bauchspeicheldrüsenkrebs wären es 124 Patienten (-24,5%, Mindestmenge: 29, derzeit 10).

Das Problem ist, dass zu viele Patienten in Krankenhäusern behandelt werden, die nur sehr wenige Eingriffe durchführen und somit nicht über die entsprechende Erfahrung verfügen. Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, bezeichnete dies kritisch als „Gelegenheitschirurgie“. Beispielsweise wird ein Fünftel der Darmkrebs-Patienten in insgesamt 260 Kliniken operiert, die im Durchschnitt nur fünf dieser OPs pro Jahr auf dem Terminplan haben.

„Wir haben hier die Verantwortung, etwas zu ändern“, betonte AOK-Verbandschef Litsch. Er sprach er sich für Zentrenbildung aus, anstelle von einzelnen Kliniken und Abteilungen, denen es an spezialisierten, erfahrenen Operateuren mangele und bei denen auch die Bedingungen für eine optimale Nachbehandlung fehlten. Das Geld für die Umstrukturierung soll aus dem Strukturfonds kommen, der allerdings seitens des Gesetzgebers von derzeit einer Mrd. Euro auf 75 Mrd. Euro aufgestockt werden müsse.
 
Cornelia Kolbeck
Quelle: Pressekonferenz des AOK-Bundesverbandes, 23.11.2017, Berlin



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