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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
28. September 2017

Weiterbildung Allgemeinmedizin Nordrhein – Mehr hausärztlicher Nachwuchs

Weil der Hausarztmangel immer drängender wird, haben sich jetzt die Ärztekammer Nordrhein, die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen und die fünf regionalen Universitäten in Düsseldorf, Bonn, Köln, Aachen und Duisburg-Essen zusammengeschlossen. Das neu gegründete „Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin Nordrhein“ (KW Nordrhein) traf sich erstmals am 27. September im Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen.
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Zwei Strategien haben sich die Beteiligten auf die Agenda geschrieben: Ärztinnen und Ärzte, die den Facharzt für Allgemeinmedizin anstreben, werden zukünftig über spezielle Weiterbildungsangebote auf einem einheitlichen und hohen Niveau berufsbegleitend gefördert. „Diese neuen Maßnahmen ergänzen die etablierten Weiterbildungen in Kliniken und Praxen“, so Bernd Zimmer, Hausarzt und Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein.

Im KW Nordrhein wird großer Wert auf praktische Übungen gelegt. So sind unter anderem das SkillsLab und das Simulations-Patienten-Programm an der UDE als fester Bestandteil der Schulungen vorgesehen. Ergänzend werden die jungen Ärzte durch hausärztliche Mentoren und Niederlassungsberater unterstützt, um die Schwelle zur ambulanten Tätigkeit als Hausarzt und zur Niederlassung in einer Praxis zu senken.

„Oft sind es unbegründete Ängste, die junge Ärzte davor zurückschrecken lassen, eine Hausarztpraxis zu übernehmen, da setzen wir aktiv an“, so Dr. Carsten König, stellvertretender Vorstand der KV Nordrhein und ebenfalls selbst Hausarzt. Das Angebot für junge Ärzte begleitet sie vom Beginn der Weiterbildung bis zu Facharztqualifikation. „Dabei richten wir uns auch an angehende Hausärzte, die aktuell in Klinikrotationen weitergebildet werden“, so Thorsten Ganse, Referatsleiter der Krankenhausgesellschaft NRW.

Fit für die Praxis

Das längerfristig angelegte Programm des KW Nordrhein steht unter Slogan „Fit für die Praxis“. „Das Kompetenzzentrum ist ein modernes Personalentwicklungsprogramm. Wir machen Mut zur Hausarztmedizin durch praxisrelevante Trainings, Kontakt mit Rollenvorbildern und fördern die persönliche Entwicklung. Unser Ziel ist es, kompetente und engagierte Hausarztpersönlichkeiten für die Versorgung der Menschen in Nordrhein zu gewinnen“, erklärt Prof. Dr. Birgitta Weltermann vom Institut für Allgemeinmedizin der UDE, die das KW Nordrhein als Sprecherin der fünf Universitäten vertritt.

Die Auftaktveranstaltung feiert nicht nur den Start des Verbundes, auch die Praxis kommt nicht zu kurz: Neben Vorträgen u.a. über den reflektierten Einsatz von Antibiotika gibt es Trainings und Workshops. Simuliert wird hier beispielsweise ein Notfall beim Hausbesuch unter Einsatz geschulter Simulations-Patienten. Überregional sind solche Kompetenzzentren bereits in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen etabliert, wo sie erfolgreich zur Gewinnung junger Ärzte für die hausärztliche Versorgung beitragen.
 
Universitätsklinikum Essen AöR



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