Dienstag, 21. November 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
25. September 2017

Schweigen kann gefährlich sein – Die Kommunikation für den Krisenfall lässt sich erlernen

Der Fall des ehemaligen Krankenpflegers Nils H., der sechs Patienten tötete und nach derzeitigem Ermittlungsstand für den Tod von weiteren mehr als 80 Patienten verantwortlich sein könnte, aber auch ältere Fälle wie der des „Todelsengels“ der Charité Irene B. machen deutlich, wie wichtig es ist, bei Problemen und Auffälligkeiten in der Patientenversorgung nicht wegzuschauen. Zwar sind die genannten Fälle in ihrem Umfang seltene Extreme, es gibt aber auch Fehler in der täglichen Arbeit, die Patienten gefährlich werden können.  
Anzeige:
 
 
„Speak up“ – sprich es aus, fordert das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) deshalb von medizinischen Fachpersonen beim Erkennen von Fehlern und Risiken: „Reden rettet Leben“. Hintergrund für den Aufruf im Rahmen einer deutsch-österreichisch-schweizerischen Gemeinschaftsaktion ist, dass über Behandlungsfehler noch viel zu wenig geredet wird. Ursächlich für das gefährliche Schweigen sind u.a. Kommunikationsdefizite, sagt die APS-Vorsitzende Hedwig François-Kettner. Nur eine von zehn Fachpersonen spreche Fehler, Regelverletzungen oder inkompetentes Verhalten an. Patientensicherheit und Kommunikation sollte deshalb in der medizinischen Aus-, Weiter- und Fortbildung stärker verankert werden.

Ebenso kritisch angemerkt wird, dass behandelnde Ärzte oft nur ein paar Minuten Zeit haben, um mit ihren Patienten über wichtige Behandlungsschritte zu reden. Und Patienten bleibe oft nur ein kleines Zeitfenster, um ihre Fragen loszuwerden und Probleme anzusprechen. Das Aktionsbündnis ermutigte beim diesjährigen Internationalen Tag der Patientensicherheit dennoch die Patienten, dass sie „bei Fehlern, einem drohenden Schaden, dem Verdacht auf Fehler und auch bei unschädlichen Fehlern“ auf ihre Ärzte oder Pfleger zugehen. Als Anlass für eine Ansprache werden genannt: Einem Patienten werden die falschen Tabletten auf den Nachttisch bereitgelegt, ein Patient wird beim Weg zum OP mit falschem Namen angesprochen, der Behälter mit dem Desinfektionsmittel ist leer.

Laut APS ist das, was der Patient sagt, jedoch oft nicht das, was der Arzt hört. Fragt der Patient z.B. wegen der falschen Tabletten nach, hört der Arzt: „Ihr wollt mir schaden!“ Es ist deshalb wichtig, dass der Patient sein Problem richtig und sachlich erklärt, vielleicht auch mit Hilfe eines Angehörigen. Wie das praktisch aussehen könnte, zeigt der neue APS-Patientenratgeber „Reden ist der beste Weg“.

Viele Themen des Aktionsbündnisses betreffen vorwiegend den Klinikbereich. Doch auch Praxen stehen im Fokus. „CIRSforte“ ist z.B. ein vom Innovationsfonds gefördertes Projekt zur Fortentwicklung von Fehlerberichts- und Lernsystemen (CIRS) für die ambulante Versorgung. Umgesetzt wird es laut Projektbeschreibung von Ärztenetzen in 400 Praxen, die engmaschig begleitet werden. Die Praxisphase beginnt im Frühjahr 2018. Bis 2020 soll das Projekt laufen.                     
 
Weitere Informationen finden Sie unter: www.aps-ev.de
 
Cornelia Kolbeck
Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CUP
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs