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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
16. August 2017

Endokrinologen und Diabetologen begrüßen Weiterbildung „Psychotherapie bei Diabetes“

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat ihre Muster-Weiterbildungsordnung der Psychologischen Psychotherapeuten erweitert und bietet nun eine Weiterbildung „Psychotherapie bei Diabetes“ an. Experten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), die sich für diese Erweiterung stark gemacht hatten, begrüßen die Entscheidung und machen auf den enormen Versorgungsbedarf aufmerksam. Die Stoffwechselerkrankung Diabetes geht häufig mit psychischen Erkrankungen einher. Die Weiterbildung soll die Behandlungsqualität für Menschen mit Diabetes verbessern und diesen Patienten eine spezifischere psychotherapeutische Betreuung ermöglichen.
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Jedes Jahr erkranken in Deutschland schätzungsweise 300.000 Menschen neu an Diabetes mellitus. Die Gesamtzahl der Erkrankten wird mit über 6 Millionen beziffert. „Psychische Faktoren prägen den Behandlungsverlauf massiv“, sagt Prof. Dr. Bernhard Kulzer, Bad Mergentheim. „Ein Diabetespatient trifft 99,9% aller Therapieentscheidungen eigenverantwortlich. Nur wenn er dieses hohe Maß an Selbstmanagement erlangt, klappt es mit der Therapie", erläutert Kulzer. „Bei vielen körperlichen Erkrankungen ist eine psychotherapeutische Mitbehandlung wichtig“, ergänzt DDG Mediensprecher Prof. Dr. Baptist Gallwitz, Tübingen. „Daher gibt es schon seit fast 20 Jahren die DDG Weiterbildung zum Fachpsychologen Diabetes (DDG). Allerdings war damit keine Befähigung für Psychotherapie für Diabetespatienten verbunden“, so Gallwitz. Aktuell gibt es in Deutschland 171 dieser Fachpsychologen und 55 Psychodiabetologen, die diesen Titel von der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz erhalten haben, – viel zu wenig, finden die Experten. Denn nicht nur die Patienten brauchen Unterstützung, sondern auch ihre Angehörigen.
 
Die neue Weiterbildung für Psychotherapeuten kann helfen, diese enorme Lücke nun zu schließen. Der Deutsche Psychotherapeutentag hat dafür im Mai die Weichen gestellt. „Die Weiterbildung als Zusatzqualifikation verbessert nicht nur die Behandlung der Patienten – auch der Stellenwert von Psychotherapeuten wird gestärkt, da sie dadurch ihr Kompetenzspektrum erweitern“, sagt Dr. Andrea Benecke, Mainz.
Die Anforderungen der Weiterbildung orientieren sich an der „älteren“ DDG Fortbildung und der seit 2004 bestehenden Weiterbildungsordnung der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz. Die nun beschlossene Ergänzung der Muster-Weiterbildungsordnung umfasst eine mindestens 18-monatige Zusatzweiterbildung für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit Theorievermittlung, 180 Behandlungsstunden unter Supervision und einer Hospitation in einer Einrichtung, die auf diabetologische Behandlungen spezialisiert ist. „Die Teilnehmer lernen, welche Bedeutung die Wechselwirkungen von psychischen Faktoren mit einer Diabeteserkrankung haben, wie sie diese erkennen und – in Kooperation mit den anderen an der Versorgung Beteiligten – behandeln können“, so Benecke.
 
 
Weitere Informationen:

Musterweiterbildung für die Psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen: http://www.bptk.de/fileadmin/user_upload/Recht/Satzungen_und_Ordnungen/Muster-Weiterbildungsordnung_BPtK.pdf

Weiterbildung Fachpsychologen DDG: http://www.diabetes-psychologie.de/templates/main.php?SID=708
 
DGE und DDG



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