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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
06. Juli 2017

Zukunft der Krebsforschung und -medizin sichern

Der Wissenschaftsstandort Deutschland ist gefährdet: Immer seltener engagieren sich junge Wissenschaftler in der Krebsforschung. „Der Mangel an Nachwuchswissenschaftlern droht, die Forschungskultur in der Onkologie in Deutschland aus der Bahn zu werfen“, warnte Professor Dr. Martin Eilers auf der Jahrespressekonferenz der Deutschen Krebshilfe am 5. Juli 2017 in Berlin.
Professor Eilers ist Vorsitzender des Fachausschusses "Forschung" und des Beirates der Deutschen Krebshilfe. Die Deutsche Krebshilfe forderte die Wissenschafts- und Gesundheitspolitik auf, hier tätig zu werden. Um eine entsprechende Entwicklung anzustoßen, hat sie ein Förderprogramm ausgeschrieben. Damit wird fünf Medizinischen Fakultäten der Aufbau nachhaltiger Strukturen ermöglicht – jeder Standort erhält fünf Jahre lang zwei Millionen Euro pro Jahr. Neben der Vorstellung dieser Initiative zog die Deutsche Krebshilfe über ihre Einnahmen und Aktivitäten im Jahr 2016 Bilanz.

„Das Geschäftsjahr 2016 war für die Deutsche Krebshilfe ein außergewöhnliches und erfolgreiches Jahr“, resümierte Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Organisation. „Regulär sollten wir von Einnahmen in Höhe von 107,8 Millionen Euro sprechen. Und das wäre bereits ein ausgesprochen erfreuliches Ergebnis – vergleichbar mit dem Vorjahr. Wir haben jedoch im vergangenen Jahr eine ungewöhnlich hohe Erbschaft erhalten, die sich am Jahresende auf 141,4 Millionen Euro bezifferte. So beliefen sich unsere Einnahmen im Geschäftsjahr 2016 insgesamt auf 249,2 Millionen Euro.“ Rund 200 Millionen Euro der Einnahmen stammten aus Erbschaften und Vermächtnissen – die Zuwendung aus dem besonderen Nachlassfall eingeschlossen. Hinzu kamen fast 380.000 Einzelspenden von Privatpersonen und Firmen mit einer Summe von insgesamt 28,6 Millionen Euro, die Beiträge des Mildred-Scheel-Förderkreises, die Erlöse aus Aktionen und Veranstaltungen, Kondolenzspenden sowie Zuweisungen aus Geldauflagen zugunsten der Deutschen Krebshilfe. Insgesamt 127 Projekte sowie weitere Programme und Initiativen hat die Deutsche Krebshilfe mit den Einnahmen aus 2016 gefördert oder auf den Weg gebracht, um die Versorgung krebskranker Menschen zu verbessern.

Die Forschung, so Nettekoven, sei eines der wichtigsten Instrumente, um in der Krebsbekämpfung weiter voranzukommen. So stellte die Deutsche Krebshilfe beispielsweise 1,6 Millionen Euro für ein Verbundprojekt bereit, bei dem Gehirnmetastasen im Fokus stehen. In fünf Teilprojekten untersuchen Wissenschaftler aus ganz Deutschland verschiedene Angriffspunkte für neue Therapiemöglichkeiten. „Nach einer dreijährigen Förderperiode mit experimentellen Forschungsarbeiten soll das vielversprechendste Therapieprinzip für Lungen-, Brust- oder Hautkrebs in einer klinischen Studie überprüft werden“, so Nettekoven.

Weiterhin stellte die Organisation Mittel für Projekte zur Verbesserung der psychosozialen und psychoonkologischen Versorgung, beispielsweise für 18 Krebsberatungsstellen sowie für die wichtige Arbeit von Krebs-Selbsthilfeorganisationen, bereit – rund 9 Millionen Euro. Mit 4,7 Millionen Euro unterstützte die Deutsche Krebshilfe insgesamt 8.250 krebskranke Menschen im Rahmen ihres Härtefonds. Rund 10.000 Menschen nahmen den Informations- und Beratungsdienst – das INFONETZ KREBS – in Anspruch.

Auch 2016 hat die Deutsche Krebshilfe ihre Informations- und Aufklärungsarbeit fortgeführt – unter anderem durch Kampagnen und Initiativen zur Krebsprävention. Experten schätzen, dass in Deutschland rund die Hälfte aller Krebserkrankungen auf Lebensstilfaktoren zurückzuführen sind wie Rauchen, eine unausgewogene Ernährung, zu wenig Bewegung, zu viel Alkohol und zu viel UV-Strahlung. „Doch nicht nur jeder Einzelne von uns kann etwas tun, um seine Gesundheit zu schützen. Auch die Verhältnisse innerhalb unserer gesellschaftlichen Strukturen müssen risikoarm gestaltet werden“, so Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe, in Berlin. Die Herausforderung bestehe darin, die Gesundheit der Menschen in ihrem direkten Lebensumfeld zu stärken – also in Kita, Schule, Freizeit oder am Arbeitsplatz. Fritz Pleitgen dankte in diesem Zusammenhang der Gesundheitspolitik, die mittlerweile die Prävention als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe mit hoher Relevanz wahrnehme.

Förderprogramm „Mildred-Scheel-Nachwuchszentren“

Die Deutsche Krebshilfe hat das neue Förderprogramm zur Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der Krebsforschung als Anschub- und modellhafte Strukturförderung von sogenannten Mildred-Scheel-Nachwuchszentren ausgeschrieben. Mit diesem Programm wird fünf Medizinischen Fakultäten der Aufbau nachhaltiger Strukturen ermöglicht. An den geförderten Einrichtungen sollen zukünftig modellhaft konkrete Lösungswege aufgezeigt und umgesetzt werden. Die Deutsche Krebshilfe erwartet, dass die Wissenschafts- und Gesundheitspolitik auf ihre Initiative reagiert und langfristig flächendeckend Strukturverbesserungen ermöglicht.

Die Ausschreibung für das Förderprogramm finden Sie unter:
https://www.krebshilfe.de/forschen/foerderung/ausschreibungen/
Das Positionspapier der Deutschen Krebshilfe zur Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses finden Sie unter:
https://www.krebshilfe.de/forschen/foerderung/foerderschwerpunkte/mildred-scheel-nachwuchszentren/
 
Deutsche Krebshilfe



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