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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
19. Mai 2017

Gröhe: "Die nächste Gesundheitskrise wird kommen"

Mehr als 11.000 Menschen starben in Westafrika 2014 und 2015 an Ebola. Die Gefahr von Epidemien ist längst nicht gebannt. Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer üben in Berlin den Ernstfall. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) warnt vor dem Ausbruch einer neuen schweren Epidemie. "Die Welt ist noch nicht ausreichend auf den Ausbruch von gefährlichen Krankheiten vorbereitet - das hat Ebola gezeigt", sagte Gröhe vor einem Treffen der G20-Gesundheitsminister an diesem Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Bei der bislang größten Ebola-Epidemie 2014 bis 2015 starben in Westafrika mehr als 11.000 Menschen. Der jüngste Ebola-Ausbruch im Kongo stellt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf Landesebene ein hohes Risiko dar.

"Die nächste Gesundheitskrise wird kommen", sagte Gröhe. "Wir wissen nicht wann, wo und wie gefährlich das Virus sein wird", betonte er. "Deshalb müssen wir jetzt für solche Fälle üben."

Gesundheitsminister der 20 wichtigsten Schwellen- und Industrieländer beraten an diesem Freitag und Samstag in Berlin das Vorgehen gegen Gesundheitskrisen. In einer Übung zum Krisenmanagement wollen die Minister den Ernstfall eines Krankheitsausbruches erproben.

Die Übung soll in einem abgetrennten Raum des Veranstaltungsorts am Brandenburger Tor stattfinden. Zu dem Raum sollen nur die Minister und Repräsentanten internationaler Organisationen sowie jeweils ein Berater Zugang haben. Ausgehend von dem erdachten Szenario mit einem unbekannten Virus in einem fiktiven Land werden die zur Bewältigung notwendigen Maßnahmen diskutiert, hieß es.

Gröhe warnte auch im "Deutschen Ärzteblatt", dass die Welt vor einer neuen Epidemie nicht gerüstet sei. Die Übung solle zeigen, "welche Verantwortlichkeiten es vor Ort gibt, wenn eine Krise auftritt, wie wir sicherstellen, dass Informationen schnell weitergegeben werden, wer zügig Hilfe bereitstellt und welche Kontrollen erforderlich sind". Diese Erfahrungen könnten zu "Hausaufgaben" für alle Staaten werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Mittag auf dem G20-Ministertreffen auf die Probleme und Lösungswege in einer Rede eingehen.
 
dpa



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